Marion Fischer (© Foto Kaiser)

Marion Fischer

Einer meiner Grazer Lieblingsplätze für einen gemütlichen Kaffee ist die Boutique und Bar JOMA in der Bürgergasse. Von dort schaue ich gerne auf die Bilder in der gegenüberliegenden Galerie „art moments“. Immer wieder begeistern mich die oft eigenwilligen zeitgenössischen Bilder der Galeristin.

Sie vertritt erfolgreich Künstler wie Andreas Reimann, er ist spezialisiert auf die weitere Entwicklung der Pop Art in der Tradition von Warhol Portraits, oder Helmi Mubarak, von ihm wurde vor kurzem sein neues Buch „Durchblick“ in der Galerie präsentiert, den Grazer Markus Kravanja, dessen großes Thema zwischenmenschliche Beziehungen sind, den Italiener Corrado Zeni mit Stilrichtung Neue Figuration, und Michi Maier mit seinen Skulpturen und Bildern.

Marion Fischer ist eine attraktive, sehr sympathische und moderne junge Frau mit sehr viel Feingefühl und einem außergewöhnlichen Instinkt für junge Künstler. Heute sitze ich bei ihr in der Galerie, inmitten von Bildern, rieche den Duft von Farben und Marion erzählt mir aus ihrem Leben.

G‘sund: Marion, Du bist Grazerin und bist auch in Graz aufgewachsen?
MF: Ja, ich bin hier aufgewachsen, zur Schule gegangen und habe an der Grazer Universität spanisch und russisch studiert.

G‘sund: Ach ja, und wie wird man dann Galeristin?
MF: (schmunzelt) Ich habe die Liebe zur Kunst immer schon in mir gespürt und habe nach der Matura begonnen, Kunstgeschichte zu studieren. Das war aber nicht ganz das Richtige für mich und ich belegte einen Kurs in Museumspädagogik. Dabei lernte ich, wie Kindern und Erwachsenen Kunst schon früh nahegebracht und ihr Interesse für Museen geweckt wird.

G‘sund: Und wendest Du dieses Wissen auch bei Deinen Kunden an?
MF: (lacht jetzt) Ja, vor allem bei meinen Noch-Nicht-Kunden. Nein ernsthaft, ich freue mich sehr, wenn Menschen, die sich eigentlich nicht für Bilder interessiert haben, ihre Liebe dafür entdecken und sich an Bildern erfreuen.

G‘sund: Wie lange gibt es Deine Galerie in der Bürgergasse jetzt ?
MF: Seit November 2003. Ich wollte damals eigentlich nur eine Weihnachtsausstellung machen – aber es war der Beginn von art moments. Wie schon erwähnt, habe ich die Liebe zur Kunst immer schon in mir verspürt, und ich war gerade mal 18 oder 19 Jahre alt, als mich die Kunst auch beruflich in ihren Bann zog. Das war eine Zeit, in der ich viel in Amerika war. Dort entdeckte ich die Pop Art Kunst und brachte diese nach Österreich. Ich habe mich dann ab 2003 mehr auf die jüngere Linie, auf junge Künstler, konzentriert und entfernte mich vom eigentlichen Kunsthandel.

G‘sund: Und mit wem hast Du dann Deine erste Ausstellung gemacht?
MF: Das war mit dem brasilianischen Neo-Pop-Art-Künstler Romero Britto. Er lebt jetzt in Miami und ist bekannt für seine fröhlichen bunten Bilder und Skulpturen. Zu seinen Sammlern zählen Prominente wie Arnold Schwarzenegger, Pelè, Andre Agassi oder Eileen Guggenheim.

G‘sund: Was ist Neo Pop Art eigentlich ?
MF: Neo Pop Art ist eine postmoderne Kunstbewegung der 80er bis 90er-Jahre. In der Postmoderne erlebte auch die Pop Art eine Wiederbelebung, die bis in die Gegenwart hinein andauert. Der hierfür gefundene Begriff Neo Pop, der einer klaren Definition entbehrt, wurde eingeführt, um diejenigen Künstler zusammenzufassen, deren Werke von der Pop Art beeinflusst wurden. Der wohl berühmteste Pop Art Künstler ist Andy Warhol, als Begründer der Neo Pop Art Kunst wird Romero Britto bezeichnet.

G‘sund: Du hast inzwischen ja schon sehr viele Künstler kennengelernt. Welcher war für Dich der Spannendste?
MF: (nachdenklich) Das kann ich nicht sagen, da meine Künstler sehr unterschiedliche Charaktere sind, kreativ, ohne Konventionen und dadurch jeder für sich sehr interessant und spannend.

G‘sund: Wofür interessierst Du Dich noch ?
MF: Ich bin ein sehr spiritueller Mensch. Ich beschäftige mich mit der Numerologie und – vor allem seit dem Tod meines Vaters – intensiv mit dem Schamanismus. Das hat mir sehr geholfen, den frühen Tod meines Vaters zu verarbeiten.

G‘sund: Was schätzt Du besonders an einem Menschen?
MF: Tiefe.

G‘sund: Du hast einen entzückenden neuen Freund.
MF: (lachend) Du meinst meinen Hund Harras. Ich habe ihn in der Zeitung entdeckt, mich auf den ersten Blick in ihn verliebt, bin sofort ins Tierheim und habe ihn geholt.

G‘sund: Hast Du auch noch andere Hobbys? Lebst Du eigentlich sehr gesund ?
MF: Ich liebe die Natur und ich gehe sehr gerne spazieren. Und ich achte schon darauf, mich gesund und ausgewogen zu ernähren.

G‘sund: Was möchtest Du in Deinem Leben noch machen?
MF: Ich werde zusätzlich eine Galerie in Wien eröffnen. Graz werde ich nie verlassen, da ich hier und in der Steiermark überhaupt sehr gute und treue Kunden habe. Dafür bin ich auch sehr dankbar. Und ich glaube, ich muss und werde einmal ein Buch schreiben, ein Buch über mein Leben, meine Erfahrungen.

» www.artmoments.at

Marion Fischer
Geboren: Graz
Wohnort: Graz, Wien
Beruf: Galeristin
Sternzeichen: Skorpion
Musik: Chillout
Lieblingsbuch: einige, eines davon ist „Brida“ von Paolo Coelho
Hobby: die Kunst natürlich, die Natur, die Seele baumeln lassen, mein Harras
Größtes Anliegen: Gerechtigkeit
Lebensmotto: „Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne ….“ (Hermann Hesse), und „So unterschiedlich kann man durchs Leben gehen“

Erschienen in G’sund 2010

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