Monika Schilhan 185 (Kopie)

Monika Schilhan

Monika Schilhan wusste schon im Alter von vier Jahren „ich will Schauspielerin werden“. Nach Engagements am Volkstheater in Wien und einigen Grazer Theaterbühnen sorgt sie jetzt für das Theater am Jägerberg – und steht hin und wieder selbst auf der Bühne.

 

 

Monika Schilhan sorgt auch 2011 wieder für Theater am Jägerberg. Inmitten südsteirischer Hügellandschaft, Weinreben und moderner ansprechender Architektur können wir uns am „Häuptling Abendwind“ von Nestroy erfreuen. Dieser wird von Eik Breit gespielt und auch Monika Schilhan wird wieder auf der Bühne stehen.

An einem sonnigen Samstag vormittag treffe ich Monika Schilhan in ihrem Weingut. Im sehr stylischen und doch gemütlichen Crocodile Rock finden gerade die ersten Weinverkostungen statt und die Gäste haben schon viel Spaß. Wir setzen uns auf die Terrasse mit Ausblick auf die südsteirischen Weinhänge und auf den Theaterplatz.

Schon im Alter von vier Jahren wusste die Grazerin Monika Schilhan, „ich will Schauspielerin werden“. Zuerst machte sie aber die Ausbildung als Frisörin, absolvierte eine Bürofachschule und erst später, von 1998 – 2002, besuchte sie die Schauspielschule in Wien. Drei Jahre lang nahm sie beim bekannten Schauspieler und Regisseur Herwig Seeböck Unterricht. Sie spielte am Volkstheater in Wien und auf vielen Theaterbühnen in Graz.

Ihre größten Erfolge hatte sie 2002 mit „Der Weibsteufel“, ein Drama von Karl Schönherr, und 2003 mit der „Werner Schwab Collage. Beide Stücke wurden auf den Schloßberg-Kasematten aufgeführt. Danach war sie süchtig nach Dramen, erzählt Monika Schilhan mit funkelnden Augen. Wenn sie mit ihrer volltönenden Stimme und mit großen Gesten spricht erweckt sie das Gefühl, auf einer Bühne zu stehen. „Es ist einfach herrlich, auf der Bühne ein schlechter Mensch zu sein. Das fasziniert mich ungemein“, erzählt sie munter weiter. „Bei der Aufführung eines Schwab-Stückes, es ging um eine untreue Frau, schrie einmal eine alte Frau aus dem Publikum ‚So ein Luder‘ – das war sehr schön für mich. Es gibt kein schöneres Kompliment für einen Schauspieler als so eine Reaktion.“

2002 lernte sie bei der Aufführung des Weibsteufels auch ihren Mann, den jungen Winzer Wilfried Schilhan, kennen. „2004 hat er sogar den Weibsteufel-Wein gemacht“, erzählt sie schmunzelnd. Um ihren Mann fachkundig zu unterstützen, absolvierte Monika Schilhan einen Sommelierkurs am WIFI und machte jeden Arbeitsschritt im Weingarten selbst mit. So erlernte und verstand sie seine Arbeit.

Aber das Theater ließ Monika Schilhan nie ganz los und es entstand die Idee, am Jägerberg Theater zu spielen. 2009 startete sie mit der Posse „Der Talismann“ von Nestroy. Die Theateraufführungen waren so erfolgreich, dass die Plätze nicht ausreichten. Es wurde Platz für 250 Gäste geschaffen, welche mit Schmankerln vom Sattlerhof und einer Sektbar verwöhnt werden. Auf die Theateraktivitäten seiner Gattin befragt meint Weinbauer Wilfried Schilhan, der kurz vorbeikam: „Unser Weinberg ist eine Bühne für den Wein aber auch für die Kunst“. Die Stücke sucht Monika Schilhan selbst aus und verlässt sich dabei auf ihr Bauchgefühl. „Wenn ich ein Stück lese und es kribbelt, dann passt es“, erzählt sie lächelnd.

Monika Schilhan hat eine ansteckende Fröhlichkeit, ihre tiefsinnige Seite kennen nur Freunde und „meine zornige Seite kennt nur mein Mann“, schmunzelt sie. Es ist fast nicht zu glauben wenn sie erzählt, dass sie in ihrem Innersten schüchtern sei. Sie wirkt extrovertiert, posiert gerne und ist sehr ausdrucksstark in Gestik und Mimik. Sie erzählt aber auch von ihrer extremem Flugangst und dass sie mit dem Fallschirmspringen begonnen hat, um diese zu überwinden. Nachdem sie einmal vom Pferd gefallen ist, kaufte sie sich sogar ein Pferd. Ja, und vielleicht wurde sie Schauspielerin, um ihre Schüchternheit zu bekämpfen.…..

Monika Schilhan, sie hat das Rauchen aufgegeben und seit kurzer Zeit geht sie regelmäßig ins Fitnessstudio braucht immer neue Herausforderungen. Sobald etwas gut funktioniert, ist sie mit ihren Gedanken schon wieder bei neuen Ideen. So hat sie beispielsweise eine Schauspielschule für Kinder in Ratsch eingeführt. Nachdem diese erfolgreich angelaufen ist, hat sie sie wieder abgegeben. Jetzt hat sie begonnen ein Buch zu schreiben, es wird eine Autobiografie. Sie spielt heuer im Stück „Häuptling Abendwind“ zwar eine kleine Rolle, aber auf die Frage, ob sie nicht wieder als Schauspielerin arbeiten möchte meint sie nachdenklich, „Nein, Theater habe ich eigentlich genug gespielt“. Und wenn ihr eine Rolle im Schauspielhaus angeboten werden würde? Lächelnd gesteht sie „Ja, das wäre schon noch eine schöne Herausforderung“.

www.weingut-schilhan.at

Interview box 2011

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