Lost & Found mit Ursula Strauss

Lost & Found mit Ursula StraussKlappe, die Erste …… Kristin, eine selbstbewusste und erfolgreiche Frau, Single, feiert ihren 40. Geburtstag. In einem Koffer, den ihr Freund am Flughafen für sie ersteigert hat, sind Liebesgedichte. Sie findet sie zum Weinen schön. Und für sie stellt sich die Frage: „Ist das vielleicht doch noch nicht alles in meinem Leben?“ und so macht sich Kristin, gespielt von der großartigen Schauspielerin Ursula Strauss,auf die Suche nach der Herkunft der Gedichte.
In weiteren Rollen dieser romantischen ORF/MDR-Komödie finden sich namhafte Schauspieler wie Florian Teichtmeister, Doris Schretzmayer und Mariele Millowitsch.

(Foto ORF_Hubert Mican)

Nach der Pressekonferenz darf ich Ursula Strauss zu den Dreharbeiten in einer Wiener Wohnsiedlung am Wienerberg begleiten. Während sie sich umzieht, bringt mich der Produktionsleiter Stefan Rosenberg freundlicherweise in den 11. Stock. Die Wohnung, in der gedreht wird, ist elegant eingerichtet, an der Decke hängen Geburtstagsgirlanden. Es herrscht geschäftiges Treiben, die Schauspieler werden zum letzten Mal „nachgeschminkt“, Licht, Ton und Kameraführung besprochen. Ein Begrüßungsbussi hier, eine nette Geste dort. Es herrscht eine sehr angenehme Stimmung untereinander, alle sind unkompliziert per Du und ich spüre, dass sie Spaß bei der Arbeit haben – obwohl der Tag für einige noch sehr lang wird.

(Foto ORF_Hubert Mican)Kameramann Hermann Dunzendorfer hat sich beim Finger verletzt und blutet leicht. Ich überrasche ihn mit einem Pflaster und er meint, mir lächelnd dankend, humorvoll, ob ich eventuell auch eine Dose Bier aus meiner Tasche zaubern könne. Sorry, Hermann, leider nein.

Uschi freut sich, dass ihr Drehtag heute nicht ganz so lange dauert und sie wahrscheinlich „schon“ um 22 Uhr nach Hause kann. In einer Drehpause erzählt sie mir, dass es mit dem Regisseur Wolfgang Murnberger ein angenehmes, ja „lustvolles Arbeiten“ ist. Zu ihrer Rolle der Kristin meint sie, dass diese sehr gewinnorientiert ist und sehr oberflächlich funktioniert – eigentlich ein Zeitphänomen. Leider.

Ich spreche sie auf ein NoGo bzw. Nacktheit beim Film an. „Ich weiß nicht. Es kommt einfach immer auf das Drehbuch und auf den Regisseur an. Aber ich finde es eigenartig, wenn nach einer Bettszene der Mann die Unterhose anhat oder wenn die Frau morgens mit perfektem Make up aufwacht“, schmunzelt Uschi. Sie persönlich hat kein Problem mit verschmiertem Make up für eine Szene aufzuwachen. „Das macht mir gar nichts aus“, wirft sie ein.

Foto Jeanne Degraa Auf meine Frage nach einer Wunschrolle verrät sie mir, dass sie sehr gerne einmal in einem großen Historienfilm mitwirken würde. Und auch in einem Film in englischer Sprache. „Es würde mich interessieren, inwieweit eine andere Sprache mein Spiel beeinflusst“, meint sie nachdenklich.
Es interessiert mich, wann sie das erste Mal das Gefühl hatte, jetzt hat man mich als Schauspielerin wahrgenommen. Uschi denkt nach und meint, dass sie das gar nicht sagen kann. „Ich denke beim Spielen nicht daran, was die Menschen dazu sagen werden. Ich spiele, weil ich Geschichten über Menschen erzählen möchte, es geht um Wahrhaftigkeit. Deshalb mache ich diesen Beruf. „Aber natürlich bin ich froh, dass ich als Schauspielerin wahrgenommen werde und auch, dass mein Erfolg langsam kam“, ergänzt sie noch.

Als ich sie frage, ob sie sich nicht wieder auf ihre Rolle konzentrieren muss, lacht sie und meint: „Nein, kein Problem“. Uschi ist wirklich sehr sympathisch, unkompliziert, eine attraktive Frau mit toller Ausstrahlung.

Ihrem 40er im nächsten Jahr blickt sie sehr gelassen entgegen und hat keine Ambitionen, sich dem sogenannten Schönheitswahn zu unterwerfen. „Meine Güte, natürlich gibt es die eine oder andere Falte mehr im Gesicht, das eine oder andere Dekagramm mehr. Aber was soll‘s. Man trägt seine Geschichte im Gesicht und das ist doch schön. „Je älter ich werde, desto angenehmer empfinde ich das Frau sein und desto entspannter werde ich“, erzählt Uschi noch, bevor sie zur nächsten Einstellung gerufen wird.

www.ursulastrauss.at
www. kundendienst.orf.at

 

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