Darrel Toulon, Ballettdirektor der Grazer Oper

Ballettdirektor der Grazer Oper: Darrel Toulon (Foto Reinhard Sudy)Darrel Toulon: Tanz und Bühne sind sein Leben
Darrel Toulon geht – und damit geht eine glanzvolle Tanzära an der Grazer Oper zu Ende. 14 Jahre war Darrel Toulon als Ballettdirektor unter den Intendanten Elisabeth Sobotka, Jörg Koßdorff und Karen Stone tätig und hat in dieser Zeit über 20 erfolgreiche Tanzproduktionen als Choreograph hervorgebracht.

Von 2001 bis 2015 hat Darrel Toulon über 20 Eigenproduktionen und insgesamt über 50 Tanz-Abende mit internationalen Gast-Choreographen geschaffen (Foto Reinhard Sudy)
Von 2001 bis 2015 hat Darrel Toulon über 20 Eigenproduktionen und insgesamt über 50 Tanz-Abende mit internationalen Gast-Choreographen geschaffen (Foto Reinhard Sudy)
Darrel Toulon mit der Japanerin Kana Mabuchi, die japanische Comics liebt (© INFOGRAZ.at, Alexander Danner)
Darrel Toulon mit der Japanerin Kana Mabuchi, die japanische Comics liebt (© INFOGRAZ.at, Alexander Danner)

Tanz Nite und First Solos
Vor fünf Jahren, es war die Spielzeit 2009/10), begann Darrel Toulon mit der „Tanz Nite“, einer Veranstaltungsreihe auf der Studiobühne der Grazer Oper. Die Mischung von live getanzten Ausschnitten des Repertoires, Improvisationen, Interviews und Gastauftritten brachte in lockerer Atmosphäre Tänzer, Tanz und Publikum näher zusammen. Durch das „kuschelige“ Ambiente der Studiobühne entsteht eine besondere, fast intime Atmosphäre, ein Gefühl der Zusammengehörigkeit, bei dem Schranken verschwinden. „Und mittlerweile gibt es eine eigene Tanz Nite Abo“, wie mir Darrel stolz erzählt.

Darrel Toulon bezeichnet sich lachend mit drei Worten: "not so easy“. Hier mit Hedi Grager (Foto Reinhard Sudy)
Darrel Toulon bezeichnet sich lachend mit drei Worten: „not so easy“. Hier mit Hedi Grager (Foto Reinhard Sudy)

Bravourös, pointiert und humorvoll präsentierte er in seiner letzten Saison bei der ersten „Tanz Nite – First Solos“ seine acht neuen Tänzer aus Argentinien, Belgien, Ungarn, Italien, Japan  und Portugal. Jeder von Ihnen sollte eine Erinnerung an seine Kindheit bzw. Jugend in Tanzkreationen verpacken und präsentieren – es entstanden die unterschiedlichsten Performances: von Wehmut, Trauer, Freude, Spaß und sogar eine steirische Tanzvorführung, die auch Rahmen des „Aufsteirerns“ in Graz gezeigt wurde.

"Ich habe 24 Stunden am Tag „Filme" im Kopf. Für mich ist es ein heiliger Moment und eine große Verantwortung, wenn Menschen sich Zeit für eine Aufführung nehmen, mir Zeit ihres Lebens schenken. Und deshalb denke ich intensiv darüber nach, was mache ich mit dieser Zeit, denn wenn wir Zeit miteinander verbringen, sollte sie uns auch weiterbringen" (Foto Volker Wohlgemuth)
„Ich habe 24 Stunden am Tag „Filme“ im Kopf. Für mich ist es ein heiliger Moment und eine große Verantwortung, wenn Menschen sich Zeit für eine Aufführung nehmen, mir Zeit ihres Lebens schenken. Und deshalb denke ich intensiv darüber nach, was mache ich mit dieser Zeit, denn wenn wir Zeit miteinander verbringen, sollte sie uns auch weiterbringen“ (Foto Volker Wohlgemuth)

„Die Tanz Nites sind mittlerweile immer ausverkauft und jetzt gehst Du?“ frage ich Darrel, als ich ihn auf der Studiobühne treffe. Er lacht. „Es ist für mich ein guter Zeitpunkt zu gehen“, erklärt er mir, „ich glaube, dass ich alles, das ich wollte und möglich war, in den 15 Jahren verwirklichen konnte, mehr geht nicht. Ich bin dieses Jahr 50 geworden, mein ältester Sohn ist jetzt auf der Universität – also Änderungen auf allen Ebenen“. Er gibt zu, dass er mit einem lächelnden und einem traurigen Auge geht, denn er wird nicht nur die Oper, sondern auch Graz verlassen. „Ich habe hier ein schönes Netzwerk an Freunden und Lebensgewohnheiten. Auch für meine Kinder war Graz in den Schulferien das Zentrum und für Freunde von auswärts. Aber meine Arbeitsaufträge sind nicht mehr in Graz und ich habe sehr viele Gastproduktionen, also brauche ich die Wohnung in Graz nicht mehr“. Graz war zwar nicht Heimat für ihn, aber ein wichtiges Zentrum.

Darrel Toulon begann vor fünf Jahren, es war die Spielzeit 2009/10, mit der „Tanz Nite“, einer Veranstaltungsreihe auf der Studiobühne der Grazer Oper (Foto Reinhard Sudy)
Darrel Toulon begann vor fünf Jahren, es war die Spielzeit 2009/10, mit der „Tanz Nite“, einer Veranstaltungsreihe auf der Studiobühne der Grazer Oper (Foto Reinhard Sudy)

Darrel Toulon tanzt wieder
Vor zwei Jahren hat Darrel wieder begonnen selbst zu tanzen. „Ich hatte wieder Lust und es war absolut großartig“. Für die Vorbereitung auf 100 Jahre „Le sacre du printemps“ durften die sechs Internationalen Gast-Choreografen das wichtigste Erbe von Vaslav Nijinsky neu choreografieren. „Da die Spielzeit mit Produktionen für meine Tänzern vollgepackt war, habe ich die amerikanische Choreographin Catherine Guerin beauftragt, die Schizophrenie des Genies Vaslav Nijinskys für mich zu gestalten und ich habe „Schiz“ als Solo getanzt: bei „Tanz Schritt Weise“ im Kulturzentrum in den Grazer Minoriten, bei der Ballettgala – Theater Kiel und auf dem ProART Festival 2013 Brno. „Das war wirklich sehr cool“, erinnert er sich gerne, „und in der letzten Spielzeit habe ich mit meiner Kollegin Marie-Luise Jaska, einer ehemaligen, nunmehr 60 Jahre alten Solotänzerin des Wiener Staatsballetts das Stück „Today: Giselle“ choreografiert und in den Grazer Minoriten und bei einer Tanzgala im TanzArt OstWest in Giessen getanzt“.

Darrel Toulon in seiner früheren aktiven Zeit als Tänzer.
Darrel Toulon in seiner früheren aktiven Zeit als Tänzer.

Mich interessiert natürlich, ob er dafür ‚fit‘ genug war. „Durch meinen Unterricht bin ich voll im Tanz drinnen, aber natürlich muss ich an meinem Fine-tuning arbeiten, wenn ich selbst auf die Bühne gehe. In meiner aktiven Zeit habe ich 5 bis 8 Stunden täglich getanzt, das war knallhartes, gnadenloses Training und brauchte eine unglaubliche Disziplin, die ich auch in meinem Unterricht verlange“, erklärt Darrel mir. Er versteht jetzt seinen Körper viel besser als damals. Im Gegensatz zu früher lernt man heute in der Tanzausbildung auch, wie wichtig beispielsweise viel Schlaf oder die Ernährung ist. „Ich musste einen absoluten Tiefpunkt erreichen, bis ich gemerkt habe, wie wichtig schlafen ist. Man arbeitet und arbeitet und achtet nicht auf Ruhephasen. Jetzt achte ich mehr darauf, was mir gut tut und spüre, wie ich mit meinem älteren Körper umgehen muss, damit ich mich nicht verletze“.

Kampf um Anerkennung
In einem Interview vor einigen Jahren sagte mir Darrel, dass Ballett und Tanz leider nicht ganz ernst genommen werden. Ich möchte heute von ihm wissen, ob sich das geändert hat. „Leider nicht wirklich. Ganz oben sind das Orchester und die Oper, dann kommt das Schauspiel und dann erst der Tanz“. Ich erfahre, dass beispielsweise in Deutschland der Tanz eine größere Aufmerksamkeit erfährt und dass es auch finanzielle Investitionen dafür gibt. Zum Beispiel: Tanzplan Deutschland, eine Initiative der Kulturstiftung des Bundes, um Tanz generell zu fördern, und Tanzfonds Erbe, die Rekonstruktionen und Wiederaufführungen von Tanzklassikern des 20. Jahrhunderts unterstützt. Dort möchte man die große Bandbreite der deutschen Tanzgeschichte erhalten. Der moderne Tanz hat besonders nach dem 2. Weltkrieg einen enormen Boom in Deutschland erlebt. Es gab viel mehr Uraufführungen im Tanz als in der Oper.

Darrel Toulon im Gespräch mit Hedi Grager: "Meine Tanzsprache besteht aus allem, was ich je in meinem Leben gelernt habe - das ist klassischer Tanz, das ist moderner Tanz, das ist aber auch das Beobachten von Menschen auf der Straße, die Erinnerung von all dem zusammen" (Foto Reinhard Sudy)
Darrel Toulon im Gespräch mit Hedi Grager: „Meine Tanzsprache besteht aus allem, was ich je in meinem Leben gelernt habe – das ist klassischer Tanz, das ist moderner Tanz, das ist aber auch das Beobachten von Menschen auf der Straße, die Erinnerung von all dem zusammen“ (Foto Reinhard Sudy)

Etwas wehmütig erzählt er weiter, dass das Erarbeiten eines Repertoires sehr schwer ist. „Meine Inszenierungen hier in Graz vor 15 Jahren werden wohl nie mehr ans Tageslicht kommen. Hier haben die Aufführungen leider nur ein kurzes Leben, vielleicht eine Spielzeit und verschwinden dann für die Ewigkeit“.

Seine größten Stücke und Herausforderungen
Nach dem Stück befragt, das für ihn die größte Herausforderung bedeutete, lacht er und meint: „Jedes war eine Herausforderung. Im letzten Jahr die Die Liebe einer Königin war sehr besonders und eine schwere Geburt. Aber ich habe immer ein klares Konzept, von dem ich weiß, dass es funktionieren wird. Es ist nur manchmal etwas schwierig, die Intendanz und die Presse zu überzeugen“. Er lacht wieder. „Auch auf die Prinzessin und der Zwerg in meiner zweiten Spielzeit bin ich sehr stolz. Es begann mit dem Besuch eines Konzertes in Köln vor fast zwanzig Jahren. Als ich die konzertante Aufführung dieser Oper sah, und im Programmeheft die Libretto las, dachte ich mir: Oh Gott, das ist ein Tanzstück. Jahre später gab es dieses Tanzstück dann in Graz und es kam sehr gut an.“

Die Tanzkompanie in der Bühnenshow 2014-2015 (Foto Werner Kmetitsch)
Die Tanzkompanie in der Bühnenshow 2014-2015 (Foto Werner Kmetitsch)

Ich komme auf seine Aussage zurück, dass er immer ein klares Konzept hat. „Ja, die Bilder für ein Stück kommen gleich oder nicht, und wenn sie nicht kommen, lass die Finger davon“, ist sich Darrel sicher. „Man hat ein grundlegendes Handwerk, aber ich glaube meine Stärke liegt darin, diese Entdeckungsreise in ein neues Stück gewollt oder ungewollt einfach zu beginnen. Es gibt ein paar Opern, die kommen alle Jahre wieder. Im Ballett gibt es auch ein paar Stücke, die immer funktionieren wie beispielsweise Schwanensee. Aber wenn man sich nicht in Neuland wagt, wird es auch in vielen Jahren nach wie vor nur wenige Tanzstücke geben, die funktionieren“. Darrel braucht die Herausforderung Neues zu machen, und er bestätigt schmunzelnd: „Sonst tut sich ja nichts“.

In unserem Gespräch erinnere ich ihn an die Aufführung der Schwanentrilogie. „Damals hieß es, nach Sleeping Beauty und Nussknacker muss jetzt Schwanensee kommen, das war der Auftrag, den ich erhalten habe. Ich habe die Schwäne in ihrem Bewegungsablauf studiert und mir einen sterbenden Schwan verinnerlicht, und ich fragte mich, was ist so spannend dabei? Warum gibt es diese Sehnsucht, Schwanensee anzuschauen. Letzten Endes wusste ich genau, wie das Stück aussehen wird. John Adams und Jean Sibelius mit dem Grand Adagio aus Tschaikowskys Schwanensee – diese Kombination gab es noch nie so ineinander verschachtelt – also eine Schwanentrilogie“. Darrel hat es bewusst so und nicht Schwanensee genannt, damit die Zuschauer keine falsche Erwartungshaltung haben.
Auch die Tanz Nite ist einfach die Tanz Nite. It’s not more than what it is.

Die Tanzkompanie in der Bühnenshow 2014-2015 (Foto Werner Kmetitsch)
Die Tanzkompanie in der Bühnenshow 2014-2015 (Foto Werner Kmetitsch)

Als ich ihm erzähle, dass mir Extremotions sehr in Erinnerung geblieben ist, meint er: „Das war ein sehr typisches Stück von mir. Ich habe diese Bühnen-Figuren aus meiner Imagination ganz reell gemacht, so echt, dass ich jede Nuance, jedes Gefühl und Erwartung an meine Darsteller weitergeben konnte. Ich lebte meine Figur. Bei Love hurts gab es tatsächlich den Punkt, wo diese Figuren aus der Imagination eines Choreografen so echt sind, dass die Zuseher ihnen glauben. Das ist der Moment, wo eine Madame Butterfly den Komponisten fragt, „warum muss ich jetzt sterben, kannst nicht Du für mich sterben?“ Als Choreograf ist es ein sehr verletzlicher echter Moment“.
Sehr emotional erzählt Darrel, dass bei Prinzessin und der Zwerg am Schluss der Zwerg sterben muss. „Ich habe diese Szene vor mich hergeschoben, tagelang, ich konnte es nicht machen. Ich habe immer geschimpft bei dieser Szene, nichts war gut genug und meine Tänzer mussten sehr leiden. Aber ich konnte es nicht über mich bringen, den von mir kreierten Zwerg sterben zu lassen. Dieser Typ hatte ja mindestens ein Jahr in meinem Kopf gewohnt. Ich weiß noch, ich bin direkt nach der Aufführung zur Intendantin Karen Stone gegangen und sagte: „Ich habe gerade meinen Zwerg umgebracht, mir geht es schlecht“. Er lacht. „Es ging mir wirklich schlecht. Ich habe tatsächlich eine Beziehung zu diesen Figuren, sonst kommen die nicht lebendig rüber. Vielleicht ist das das Schwerste, was ich von meinen Tänzern verlange, nicht nur oberflächlich, sondern voll in den Tanz hineinzugehen. Ich sage ihnen, diese Figur muss in dir leben, sonst reicht es nicht“.

Die Tanzkompanie in der Bühnenshow 2014-2015 (Foto Werner Kmetitsch)
Die Tanzkompanie in der Bühnenshow 2014-2015 (Foto Werner Kmetitsch)

Wie im Schauspiel, frage ich ihn. „Wie im Schauspiel ist gut. Ja, niemand kommt, nur weil man schön spricht, das reicht nicht. Übertragen in den Tanz: nur schön tanzen reicht für mich nicht. Du musst hineingehen und von Dir was geben“.

Die Emotion für den Tanz ist bei Darrel ungebrochen. Sie ist vielleicht sogar intensiver geworden, angereichert durch Erfahrung. „Ja, je mehr Erfahrung, umso breiter wird die Palette für Entscheidungen. Auch wenn du noch nicht in der Situation warst, sie nicht erlebt hast, musst du nachvollziehbar und spürbar sein. Für mich als Darsteller auf der Bühne erfordert das den Mut, einige Türen im eigenen Tresor der Gefühle zu öffnen, besonders die unangenehmen Aspekte des Lebens, die wir versuchen zu kaschieren oder wegzustecken“.

Unvergessliche Begegnungen
Den Unterschied zwischen der Performance auf einer großen Bühne oder ganz nahe am Publikum sieht er in der Dosierung. „Hier, auf der Studiobühne muss ich nicht senden, sondern fokussieren. Auf einer großen Bühne, wo zwischen mir und dem Publikum noch der 4 m breite Orchestergraben liegt, muss ich anders senden.

Die Tanzkompanie in der Bühnenshow 2014-2015 (Foto Werner Kmetitsch)
Die Tanzkompanie in der Bühnenshow 2014-2015 (Foto Werner Kmetitsch)

Eine Begegnung, die er wohl nie vergessen wird, ist die mit Livia Hyllova. „Das war für mich der absolute Höhepunkt einer Begegnung mit einem Menschen. Sie hat von Anfang an bis zur Produktion Nomaden mitgetanzt – immer in einer Hauptrolle“. Darrel kommt ins Schwärmen: „Livia war die Begegnung, nach der sich jeder Choreograph sehnt, eine Person, mit der die Kommunikation auf so vielen unterschiedlichen Ebenen stimmt. Und ich hatte viele Tänzer, die sehr gut waren, viele, die mich inspiriert haben. Aber Livia war von Anfang an die absolute Erscheinung, sie war so selbstlos“. Darrel denkt kurz nach. „Alle Experimente, die ich machen wollte, hat sie erstmal ausprobiert, ohne Bewertung. Sie war für mich wie ein offenes Blatt, wo ich drauf schreiben konnte. Ich war so erfüllt von ihrem Dasein, ihrer Präsenz auf die Bühne und der Energie, die wieder zurückgekommen ist. Es war nicht nur ein Erfolg für mich sondern auch ein Erfolg für Livia selbst, sie hat immer nur Komplimente bekommen. Ich glaube, so eine Begegnung gibt es nur einem im Leben eines Choreografen. Livia hat jetzt eine eigene Ballettschule in der Slowakei. Sie ist keine aktive Tänzerin mehr und hat sich zur Pädagogin ausbilden lassen. Wir haben noch immer eine sehr gute Beziehung.“

Die Tanzkompanie (Foto Werner Kmetitsch)
Die Tanzkompanie (Foto Werner Kmetitsch)

Unser Gespräch geht langsam zu Ende. Ich möchte noch wissen, worauf Darrel sich nach Saisonende am meisten freut und erfahre: „Alle Stücke, die am Tanzplan stehen, wollte ich unbedingt machen, es sind alles ‚Liebeskinder‘ von mir: die TanzNite, der Nussknacker im Dezember, MALAMBO!  im März und Blame it on the moondog als letztes Stück meiner Spielzeit.

Und dann gibt es am 9. Mai 2015 noch die 6. Internationale Tanzgala, für manche ein organisatorischer Horrortag. Künstler kommen von überall her, es wird sehr eng, die Zeit knapp, die Nerven liegen blank, alle wollen nur Perfektion  – aber ich finde es großartig, wenn ich dann selbst auf der Bühne die Tanz Welt in Graz präsentiere“, kommt es schon voller Vorfreude.

Am 9. Mai 2015 gibt es noch die 6. Internationale Tanzgala mit Darrel Toulon (Foto Reinhard Sudy)
Am 9. Mai 2015 gibt es noch die 6. Internationale Tanzgala mit Darrel Toulon (Foto Reinhard Sudy)

Wenn der letzte Tanzvorhang in Graz gefallen ist, will Darrel auf jeden Fall etwas kürzer treten. „In meinem Job gibt es jede Menge Alltagsverwaltung, ich muss dann nicht mehr hinter Rechnungen, Versicherungspapieren oder Urlaubsscheinen her sein. Die Aufgabe, ein Jahresprogramm zu planen, wird mir aber sicher erstmal ein bisschen fehlen. Plötzlich muss ich mich nicht mehr zum Training umziehen. Ich bin aber jemand, der eine Struktur braucht“. Struktur bedeutet für ihn nicht einen geplanten Tagesablauf, aber zu wissen, dass er das Jahresprogramm abzustimmen hat, dass er im November, März und Juni eine Premiere und dazwischen Spielräume hat, um Menschen zu treffen, Vorstellungen anzusehen, Gastproduktionen zu machen – das hatte er jetzt 15 Jahre lang. Für seine Zukunft wird er sich eine neue Struktur schaffen müssen.

Kürzlich hatte Darrel, der sich mit drei Worten lachend als „not so easy“ bezeichnet, eine Gastproduktion beim Nationalballett Pristina angenommen. Jetzt ist er wieder zurück und viele seiner Fans freuen sich auf seine letzten Aufführungen an der Grazer Oper. Ich auch.

www.oper-graz.com/Darrel Toulon

 

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