Oswald Held

PLUTO - Oswald HeldGroß, auf den dunklen lockigen Haaren eine Baskenmütze, lässige schwarze Lederjacke und interessierter Blick – so kommt Oswald Held auf mich zu und begrüßt mich herzlich. Oswald, von seinen Freunden kurz Ossi genannt, blickt auf eine langjährige und erfolgreiche Karriere im Bankenbereich, unter anderem bei der Chase Manhattan Bank, zurück. Seit einigen Jahren ist er ebenso erfolgreich im Immobilienbereich tätig.

OH

Neben der Chase Manhattan Bank hat Ossi auch noch bei einigen anderen Instituten gearbeitet, bevor er sich 1995 entschloss, im Investmentbanking selbständig zu machen. „Das habe ich dann viele Jahre gemacht, aber irgendwann war mir klar, dass ich etwas Neues machen möchte und so entstand das Immobiliengeschäft“, erklärt mir Ossi.

Geschichtsträchtige Häuser zu erhalten war ihm immer schon ein Anliegen. „Ich bin kein Betonierer, die Seele eines Gebäudes ist mir sehr wichtig“, erklärt Ossi. „Mit ökonomischen Rahmenbedingungen, klar, aber ich möchte etwas hinstellen mit einem hohen Wohlfühlfaktor“.

Ossi Held ist seit Jahren erfolgreich im Immobilienbereich tätig.
Ossi Held ist seit Jahren erfolgreich im Immobilienbereich tätig.

Familiengeschichte
Ossi hat aber auch eine interessante Familiengeschichte. Er ist im holländischen Den Haag geboren, kam im Alter von 10 Jahren nach Österreich und studierte in Graz. Sein Vater ist Ungar, seine Mutter Halbasiatin aus Java. „Die Familie meines Vaters hat früher Höld geheißen“, erklärt er mir, „als vor 1920 das heutige Burgenland noch ungarisches Staatsgebiet war. Als dann Teile des Gebietes zu Österreich kamen, konnten sich die Bürger des ehemaligen Kaiserreiches aussuchen, ob sie den Namen ändern oder adaptieren wollen. So entstand aus Höld der Name Held. Meine Familie mütterlicherseits hat knapp 200 Jahre für die „Vereinige Ostindische Kompanie“ gearbeitet“, höre ich erstaunt. „Sie hat sich in dieser langen Zeit durchgemischt und deshalb sitzt vor Dir ein dunkelhaariger Österreicher“, kommt es spaßhaft von Ossi. Wir lachen.

"Mir ist es sehr wichtig, die Seele eines Hauses zu erhalten", sagt der erfolgreiche Sanierer Ossi Held.
„Mir ist es sehr wichtig, die Seele eines Hauses zu erhalten“, sagt der erfolgreiche Sanierer Ossi Held.

Ossi lebt seit 1970 durchgehend in Österreich, nach einem Heimatgefühl befragt bekomme ich zu hören: „Ich bin Europäer, das bin ich mit Leib und Seele“. Nach seinem BWL-Studium  arbeitete Ossi einige Jahre für die US Bank Chase Manhattan. „Ich bin damals sehr viel herumgekommen und war u.a. auch in Asien. Da habe ich rasch gemerkt, dass meine Wurzeln eindeutig in Europa sind“, kommt es bestimmt. Fast alle seine Verwandten leben in Holland. „Einmal im Jahr sehe ich immer wieder Teile meiner Familie und so alle 5 Jahre gibt es ein großes Familientreffen. Das ist dann sehr interessant, denn es ist ein indonesisches Familientreffen“. Er merkt meinen erstaunten Blick. „Schau, man darf nicht vergessen, das ehemalige „Niederländisch Indien“ war eine Kolonie der Holländer. Sie  hatte nichts mit dem britischen Indien zu tun und später wurde der Name in ‚Indonesien‘ geändert. Die einst indischen Friedhöfe in Holland sind nach heutigem Sprachgebrauch die indonesischen Friedhöfe – das weiß in Holland natürlich jeder“.

Die Kottulinsky Bar
Wir kommen auf das Kottulinsky zu sprechen, die Bar im Palais Kottulinsky im Grazer Bezirk Geidorf. Im denkmalgeschützten Gebäude aus dem Jahr 1852 sind Teile der Universität, Wohnungen und im Keller die mittlerweile geschlossene Kottulinsky Bar untergebracht.

Das Palais Kottulinsky, in dem Teile der Universität, Wohnungen und die geschlossene Kottulinsky Bar untergebracht sind (Foto Reinhard Sudy)
Das Palais Kottulinsky, in dem Teile der Universität, Wohnungen und die geschlossene Kottulinsky Bar untergebracht sind (Foto Reinhard Sudy)

Das Gebäude in einen Topzustand zu versetzen war nicht billig. So musste beispielsweise in der Stuckdecke jede Ritze ausgeblasen werden. „Aber jetzt ist es ein Juwel, ein Traumgebäude wie ein Ringstraßenpalais im Kleinformat“, kommt es sehr stolz von Ossi.

Es war ihm sehr wichtig, dass das Flair des alten Kellers nicht verloren geht, und er berichtet, dass über die Kottulinsky Bar schon in einer ganzen Reihe von Ländern in den Medien berichtet wurde. „Der Architekt Mark Jenewein war einfach brilliant, ein Architekt mit jenem notwendigen Feingefühl, das ich mir einfach erwarte“. Umsomehr bedauert es Ossi, dass er die Bar mit 31. Oktober schließen musste. „Des Pudels Kern ist letztendlich das soziale Zusammenleben in einer Stadt. Die wirklich betroffenen Anrainer, 50 Personen wenn überhaupt, haben sicher eine Lärmbelastung“, wie Ossi eingesteht, „aber wir haben andererseits mehr als 50.000 registrierte Clubbesucher“. Seiner Meinung nach wären gute Lärmschutzfenster für die Betroffenen die bessere Lösung gewesen, als ein ganzes Szeneviertel zu schließen. Kottulinsky Foto Sudy (7)
Er ist sich bewusst, dass die rein rechtliche Lage oberstgerichtlich entschieden und daher klar ist. „Eine Sperre um 2 Uhr morgens hat keinen Sinn, da viele Gäste um diese Zeit erst kommen. Das haben wir oft genug aber vergeblich deponiert“, kommt es etwas traurig. Ossi ist bereit wieder aufzusperren, sollten die Behörden die Rahmenbedingungen ändern.

Die Kottulinsky Bar, leider seit 31. Oktober 2014 geschlossen (Foto Jasmin Schuller. www.love-home.at)
Die Kottulinsky Bar, leider seit 31. Oktober 2014 geschlossen (Foto Jasmin Schuller. www.love-home.at)

Wilder Mann
Eine weitere „Bombenlocation“, wie es Ossi nennt, ist das Gebäude „Wilder Mann“ in der Grazer Jakoministraße. “Durch den mehrfachen Wechsel in der Stadtplanung mussten wir unser Projekt öfter umplanen, aber jetzt passt alles und wir werden noch im heurigen Jahr die Umsetzung beginnen“. Das Gebäude umfasst im Erdgeschoß verschiedene Verkaufsflächen, teilweise geförderte Wohnungen in den zwei oberen Etagen und Penthauswohnungen in den letzten beiden Etagen. „Ja, und dann gibt es noch den ehemaligen Ballsaal mit ca. 8 m Raumhöhe. Diesen möchte ich auf keinen Fall zerstören“, kommt es begeistert von Ossi. „Ich möchte einen Mieter finden, der diese unglaubliche Großzügigkeit und Außergewöhnlichkeit des Raumes zu schätzen weiß“. „Wäre der Raum aber nicht optimal für Ausstellungen, Events und Performances“, werfe ich ein. „Natürlich, absolut optimal, auch ich hoffe, dass dieser wunderbare Raum in dieser Form genutzt werden wird“.

Wilder Mann in der Grazer Jakoministraße: Aus einem alten Gebäude mit wechselhafter Geschichte entsteht eine Immobilie mit modernen Büro- und Wohnflächen inklusive luxuriöser Penthäuser (Foto Pluto Immobilien)
Wilder Mann in der Grazer Jakoministraße: Aus einem alten Gebäude mit wechselhafter Geschichte entsteht eine Immobilie mit modernen Büro- und Wohnflächen inklusive luxuriöser Penthäuser (Foto Pluto Immobilien)

Immobilien Pluto im Styria Center in der Annenstraße
Die Büroräumlichkeiten von Ossi Held und seinem Partner Wolfgang Nusshold sind im Styria-Center der Grazer Annenstraße und passen meiner Meinung nach genau zu seinem Verständnis von arbeiten, wohnen und leben. Im 3. Stock des Centers hat er die alten und schönen hohen Räumlichkeiten erhalten, sie harmonisch mit Neuem gemischt und so das wunderbare Flair erhalten. Ossi lacht. „Es geht immer um das Gleiche: Wie schaffe ich es, einen Wohlfühlfaktor zu präsentieren, der von den Menschen auch wahrgenommen wird. Und da geht es mir um die Annenstraße insgesamt. In einiger Zeit wird sich die Frage beantworten: steige ich in der Annenstraße wieder gerne aus der Straßenbahn aus, um gemütlich durch die Straße zu bummeln. Gemeinsam mit einigen Anderen bemühe ich mich, wieder Leben ins Center und in die Annenstraße zu bekommen“.

Es geht immer wieder ums Wohlfühlen und Ossi verrät mir eine interessante Story. „Als mein Partner und ich damals das Kottulinsky eröffneten fragten wir Gäste, die abends aus unserer Bar kamen, was ihnen daran gefallen hat. Die Antwort war meist: ‚Weiß nicht, ich komme gerne hierher, weiß aber nicht warum‘. Genau das wollten wir hören, und nicht, dass das Licht so super oder der DJ so toll sei. Wie es auch mit einer Wohnung sein sollte. Im Styria Center entstehen 100 neue Wohnungen. Baubeginn wird im 1. Quartal 2016 sein. Ich bin bei jeder einzelnen Wohnung dahinter, dass Interessenten schon bei Ansicht des Planes sagen können: da würden sie gerne wohnen. Und ich bin sicher, dass wir etwas schaffen werden, das gefallen wird“, kommt es zuversichtlich von Ossi.

www.pluto.at
www.kottulinsky.at

 

Share Button

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*