Wolfgang Erber – Menschen sollen nicht nur wohnen, sondern leben

Wolfgang ErberQ1, Q4a, Q5 sind keine Formeln sondern eine Kurzform für die drei Wohn-Quartiere auf den Grazer Reininghaus-Gründen, die dem Immobilien-Profi Wolfgang Erber gehören. Auf der 108.000 Quadratmeter großen Nutzfläche möchte er bis zu 1400 Wohnungen für rund 3000 Menschen bauen. Für ihn ist wichtig, dass die Menschen dort „nicht nur wohnen, sondern leben“.

In gemütlicher Umgebung spricht Wolfgang mit mir über sein größtes Projekt, aber auch darüber, das Leben zu genießen.

Der erfolgreiche Immobilien-Profi Wolfgang Erber.
Der erfolgreiche Immobilien-Profi Wolfgang Erber.

Der geborene Grazer begann 1976 eine Einzelhandelslehre bei Sport Hervis und avancierte rasch zum Abteilungsleiter. 1984 machte er sich selbständig. Nach einigen Jahren in der Werbebranche und einem vierjährigen Aufenthalt in Salzburg kam er zurück nach Graz und stieg ins Immobiliengeschäft ein. „Damals habe ich Objekte für andere Unternehmen akquiriert. Mit einem Block unterm Arm durch Graz zu wandern und zu schauen, wo es noch freie, nicht ausgebaute Dachböden gibt, hat mir sehr viel Spaß gemacht“, erinnert sich Wolfgang zurück an diese Zeit. 1995 begann er mit Eigenprojekten und er betrieb und entwickelte Immobilienprojekte, damals mit einer Halbtagssekretärin, die ihm auch heute noch die Treue hält – daraus entstanden die umfassenden Erber-Unternehmensbetriebe.

Ein Projekt von Wolfgang Erber in der Grazer Bergstraße.
Ein Projekt von Wolfgang Erber in der Grazer Bergstraße.

Er lacht über meinen erstaunten Blick, als er mir erzählt, dass er 86 handelsrechtliche Funktionen hat, allein für das Reininghausprojekt sind es 18. Ich erfahre, dass diese Gesellschaften deshalb gegründet werden, um eventuell auch kleinere Abschnitte rasch realisieren zu können.

Seit 2008 unterhält Wolfgang mit Partnern ein Büro in Bangkok, das sich mit Bürovermietungen an Firmen befasst, die kurzfristig Bedarf an Büroflächen haben. „Es ist einfach spannend, andere Kulturen kennen zu lernen“, schmunzelt Wolfgang und meint damit sicher nicht nur das Immobiliengeschäft, kommt doch seine sehr attraktive Freundin aus Bangkok. „Ja, Asien ist natürlich vor allem auch deshalb für mich spannend“, gibt er zu, „wir sind jetzt drei Jahre zusammen und sie lernt auch schon deutsch“. Seine Freundin arbeitet sehr erfolgreich als Model und war auch schon im Playboy zu sehen. Wolfgang verrät mir noch, dass er in Bangkok selber Auto fährt, was schon ein Abenteuer ist. Leben möchte er aber immer nur in Österreich. „Wir haben hier eine so hohe Lebensqualität und ein so hohes Niveau in der Gastronomie“, meint der bekennende Grazer.

Ein weiteres Projekt von Wolfgang Erber in der Grazer Conrad von Hötzendorf Straße.
Ein weiteres Projekt von Wolfgang Erber in der Grazer Conrad von Hötzendorf Straße.

Arbeit, Freizeit und Leidenschaft
Ich spreche ihn darauf an, dass ich bei ihm das Gefühl habe, dass er trotz sehr viel Arbeit, Stress und Druck nicht vergisst, zu leben und zu genießen. „Gott sei Dank“, lacht er und bestätigt das. „Wofür macht man denn das alles? Ich bin sehr gut wohnversorgt, habe in Kroatien ein Häuschen direkt am Meer, das genügt mir“, meint er in seiner ruhigen Art schon fast bescheiden. „Kannst Du granteln“? Er lacht laut. „Schlecht. Ich bin eher der Ruhige, ich habe das Glück, dass ich merke, wenn es mir gut geht. Bei all den Aufgaben und der großen Verantwortung ist für mich das Wichtigste, dass ich mich wohl fühle bei dem, was ich mache. Auch bei mir gibt es Projekte, die sich in den Jahren anders entwickelt haben, als ich es mir vorgestellt habe“, ergänzt er sehr ehrlich. „Aber ich ärgere mich nicht und bin stolz darauf, was ich geschafft habe“.

Entspannen kann er sich auch sehr gut beim Golfen. „Da nehme ich mir dann aber wirklich einen Tag Zeit, den ich einfach genieße. Esse gut, plaudere mit Freunden, rauche eine schöne Zigarre und am Golfplatz wird auch nicht telefoniert. Sehr wichtig ist mir die Familie und ich freue mich sehr über das gute Verhältnis zu meinen Kindern“. Oft besucht er seine jüngere Tochter in Berlin, wo sie Fotografie studiert. Wolfgang Erber
Eine Leidenschaft sind Autos. „Ich liebe nicht nur alte Häuser, auch Oldtimer interessieren mich sehr“, schmunzelt er und zeigt mir ein Foto seines roten Lancia Lambda, Baujahr 1927. Ich habe mir begeistert eine Mitfahrt gesichert. In Graz fährt er aber umweltbewusst mit einem E-Auto.

Dominikanerkloster
Als Bauherr arbeitet er grundsätzlich mit Bestandsobjekten, das älteste – das Dominikanerkloster – ist 430 Jahre alt. „Die Revitalisierung des ehemaligen Klosters in der Dreihackengasse in Graz mit 66 Wohneinheiten und einer eigenen Tiefgarage war sicher eines der interessantesten Projekte. Allein die bauhistorische Prüfung der Substanz kostete damals rund eine Million Schilling. Doch die Erhaltung der kunsthistorisch wertvollen baulichen Elemente, wie zum Beispiel der 400 Jahre alten Böden oder des Dachstuhls, war mir das einfach wert. Diese alten Objekte haben ein besonderes Flair und deshalb mach ich es“, erzählt er begeistert.

Das Dominikanerkloster ist 430 Jahre alt und hat für Wolfgang Erber ein ganz besonderes Flair.
Das Dominikanerkloster ist 430 Jahre alt und hat für Wolfgang Erber ein ganz besonderes Flair.

Reininghaus-Gründe
Wolfgang zeigt mir auf dem Plan sein Projekt mit dem Altbestand, der bleiben wird, und den drei neuen Wohn-Quartieren (Q1, Q4a, Q5 ). „Mit diesem Entwurf ist es ideal gelungen, durch schlankere, in die Höhe gezogene Gebäude sehr viel Grünfläche zu erhalten, auch wenn das nicht das wirtschaftlichste Bauen ist. Bei seinen 10-, 11-, 15- und einem 19-geschoßigen Gebäude verursachen allein die Brandschutzauflagen gewaltige Mehrkosten.

Reininghausgründe (Foto Reinhard Sudy)
Reininghausgründe (Foto Reinhard Sudy)

Er schwärmt von der alten Markthalle, von der denkmalgeschützten Malz-Tenne, die komplett revitalisiert wird und vom denkmalgeschützten Malzsilo. „Da dieser keine Etagen und keine Fenster hat, möchte ich daraus eine Berufskletterhalle machen. Die Markthalle soll wieder als Markthalle mit Kleingastronomie, durchmischt mit Geschäften des täglichen Bedarfs genutzt werden. „Es soll ein richtiges Kommunikationszentrum werden“, wünscht sich Wolfgang. „Dieses Gebiet war früher schon als Industriebau und mit Werkswohnungen intensiv genutzt“, erklärt mir Wolfgang, der das als großen Vorteil seines Areals sieht, „hier wohnten schon früher Menschen und ich glaube, dass das besser ist als eine nagelneue Siedlung ohne Vergangenheit“. Er ist überzeugt, dass es ein wunderbarer Platz zum Wohnen und zum Leben sein wird, mit Kinderbetreuungseinrichtungen, Ärzten und einer Apotheke, Nahversorgern, Gastronomie, Kultureinrichtungen, Büros und vielen öffentlichen Grünflächen mit den schönen alten Bäumen.

Die alte Markthalle auf den Reininghaus-Gründen, die Wolfgang Erber erhalten wird (Foto Reinhard Sudy)
Die alte Markthalle auf den Reininghaus-Gründen, die Wolfgang Erber erhalten wird (Foto Reinhard Sudy)

Sein erster Bauabschnitt mit der Malz-Tenne, der Markthalle und 300 Wohnungen sowie Büro- und Geschäftsflächen sollte in der zweiten Jahreshälfte 2017 fertig sein. Zwischen 150 und 180 Wohnungen sollen pro Jahr folgen, und am Ende wird es ca. 1400 neue Wohnungen geben. Bis zum Bau der zugesagten Straßenbahn 2018/19 wird es einen Busverkehr geben.

Die Reininghaus-Gründe sind – nach dem Projekt ‚aspern, die Seestadt Wiens – das größte Stadtentwicklungsprojekt in Österreich. „Der für mich gravierende Unterschied ist, dass wir innerstädtisch sind – wir haben nur 1800 m bis zum Grazer Rathaus“. Und mit insgesamt 267 Millionen Euro Investitionsvolumen ist es Wolfgang Erbers größtes Projekt, um das er sich in den kommenden Jahren noch intensiv kümmern wird.

www.erber.at

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