Renate Polz: Südsteiermark Garten Polz als geschützte Marke

Honig_ RosenblütenRenate und ich sitzen in der gemütlichen Atmosphäre des „Genussregals“ in Vogau. Diesmal sprechen wir nicht über ihren wunderbaren Garten in der Südsteiermark, sondern über ihren südsteirischen Honig, ihre verschiedenen köstlichen Muse und das schon wieder ausverkaufte Badesalz.

Rente Polz und ihr Jet vor der Kletterrose Paul's Himalayan Musk, einem Sämling, der 1916 aus einer unbekannten Kreuzung der Rosa brunonii Lindl. durch George Paul jr. entstanden ist (Foto Hedi Grager)
Rente Polz und ihr Jet vor der Kletterrose Paul’s Himalayan Musk, einem Sämling, der 1916 aus einer unbekannten Kreuzung der Rosa brunonii Lindl. durch George Paul jr. entstanden ist (Foto Hedi Grager)

Renate hat eine ausgeprägte Sensibilität zur Natur. Es berührt mich immer wieder, mit welcher Begeisterung und Leidenschaft sie sich allem widmet, was sie interessiert, sei es nun ihr Garten mit Blumen und Pflanzen, ihre Terroir-Führungen, ihre selbst produzierten Köstlichkeiten, selbst entworfene Etiketten oder auch der Fotografie. Sie nutzt ihr fast unerschöpfliches und über mehr als 20 Jahre gesammeltes Wissen und vor allem ihre persönlichen Erfahrungen. Und bleibt dabei immer offen, Neues zu probieren und zu testen.

Renate lacht, als ich mit meiner Frage beginne, warum sie sich jetzt auch noch mit der eigenen Produkteerzeugung beschäftigt, obwohl sie sich davor nicht gerade langweilte. „Schau, ich habe sehr viele Obstbäume mit ausgezeichneten alten Obstsorten, die meine Kinder frisch vom Baum essen und die ich für meine Familie immer schon verarbeitete. Es ist aber soviel, dass ich im Vorjahr begonnen habe, zumindest eine kleine Menge an unterschiedlichen Produkten für den Verkauf zu produzieren“.

Über 900 verschiedene Rosen blühen im Juni im Garten von Renate Polz (Foto Hedi Grager)
Über 900 verschiedene Rosen blühen im Juni im Garten von Renate Polz (Foto Hedi Grager)

Wunderbare Muse
Begeistert erzählt mir Renate, dass sie keine Marmeladen sondern Muse macht, die flüssiger sind und kaum Gelierstoffe und Zucker enthalten. Stundenlang probierte sie in ihrer Küche alte Rezepte ihrer Großmutter aus, vermengte diese mit ihrer eigenen langjährigen Erfahrung. So mixt sie Apfel- und Birnenquitte mit der Ingwerminze, die für ein frisches Aroma und eine natürliche Haltbarkeit sorgt. Derzeit hat Renate 40 verschiedene Minz-Sorten in ihrem Garten. Die Quittenkerne werden extra gekocht und passiert. Daraus ergibt sich eine natürliche Geliermasse (Pektin), und man benötigt kaum Zuckerzusatz.

„Es ist toll, dass ich die Mengen portionsweise direkt vom Baum holen und mir die reifsten Früchte zur richtigen Zeit pflücken kann. So ist alles absolut frisch eingekocht bei mir“, erzählt Renate weiter. Da kann es schon passieren, dass sie im Hebst bis drei oder vier Uhr morgens in der Küche steht.

Renate Polz holt sich nicht nur ihre Kräuter aus ihrem eigenen Garten, hier in dieser Idylle tankt sie auch Kraft (Foto Hedi Grager)
Renate Polz holt sich nicht nur Kräuter aus ihrem eigenen Garten, hier in dieser Idylle tankt sie auch Kraft (Foto Hedi Grager)

„Deine Produkte sind ja eigentlich unbezahlbar“, meine ich, „haus- und handgemacht“. Renate lächelt und meint: „Es ist am Kunden, was sie ihm wert sind. Ich gehe in den Garten, ich pflücke die Früchte vom Baum, gehe in die Küche und verarbeite sie. Also frischer geht es nicht“. Sie verrät mir, dass sie sich bei den Birnen durch Fingerdruck von der optimalen Reife und Süße überzeugt. „Wenn Du die Früchte auf einmal erntest, hast Du verschiedene Reifegrade. Ich habe immer den richtigen Reifegrad“, meint Renate, und „aber wie Du sagst, es ist eigentlich eine unbezahlbare Arbeit“.

Ich erfahre, dass das Dörren der „Gräfin von Paris“, einer wunderbar schmeckenden Birne, herrlich süß mit einer leicht würzigen Note, eine eigene Wissenschaft ist. Sie muss elastisch bleiben, darf nicht zu trocken aber auch nicht zu feucht sein. Die gedörrte „Gräfin von Paris“ wird dann von Renate in Rosskastanienhonig oder in Akazienhonig eingelegt. Sehr beliebt und ausverkauft sind auch ihre Birnen- und Apfelringe. „Je länger sie im Honig gelagert sind, desto intensiver sind sie im Geschmack und haben mittlerweile viele Liebhaber gefunden“.

Wunderbarer Kastanien- und Akazienhonig
Über Honig lernt sie alles vom Imkermeister Anton Neber aus dem Mürztal. Begann Renate 2013 mit 6 Bienenstöcken, stehen mittlerweile 28 Bienenstöcke auf einer Naturwiese. „Er unterstützt mich mit seinem Wissen, denn es braucht doch einige Jahre, um alles über Bienen zu wissen“, ist sich Renate bewusst. Gemeinsam ernten sie Renates Rosenblütenhonig, vom Entdeckeln und Schleudern bis zum Abfüllen.

Ein Akazienhonig mit Apfelminze verfeinert ist nicht nur köstlich, sondern auch gesund (alle Produktfotos Polz Garten)
Ein Akazienhonig mit Apfelminze verfeinert ist nicht nur köstlich, sondern auch gesund (alle Produktfotos Polz Garten)

Renate geht bei allem, was sie tut, in die Tiefe. So hat sie eine Honigprobe zur Pollenanalyse ans EDAK nach Bremen geschickt um zu erfahren, welcher Nektar aus welchen Rosen stammt. Denn entscheidend bei den Bienen ist immer die Flugrichtung und dass sie sich in einem Umkreis von 3,4 km den Nektar holen – da sind sie wie ein Autopilot. Durch ihre Bienenstöcke steigen natürlich auch die Chancen für eine noch reichere Obsternte.

Ein absolutes Highlight ist der Bio-Rosenblütenhonig, den die Bienen von den fast 1000 Rosenstöcken aus Renates Garten ‚sammeln‘.

Honig_ Rosenblüten

Den Empfehlungen Hildegard von Bingen folgend, erntet Renate Rosenblüten ausschließlich bei zunehmendem Mond und an trockenen, sonnigen Tagen. So können die in den Blättern enthaltenen ätherischen Öle ihre wohltuende Wirkung voll entfalten.

Weitere Spezialitäten sind der Akazienhonig, verfeinert mit Apfelminze oder Lavendel, aber auch der Rosskastanienhonig mit dem Geschmack der Birne ‚Gräfin von Paris‘.

Akazie_Lavendel

Süsse Schokoladenblütentrüffe
Renate steckt voller Ideen und so gibt es jetzt auch ganz besondere Schokoladenblütentrüffel. „Mein Mann Walter gibt mir dafür einen alten, wunderbaren und ganz milden Weinbrand“, erzählt sie schmunzelnd, „den ich mit Fruchtmus kombiniere und daraus Trüffel mache“. Das Fruchtmus dazu kommt natürlich aus ihrem Garten, wie Erdbeeren, Himbeeren, Brombeeren, Ribisel und all die für Mus geeigneten Obstsorten. „Zur jeweiligen Frucht passend werde ich eine meiner 30 verschiedenen Minzen verwenden. Auf die Trüffel wird dann mit der Pinzette eine Blüte aus dem Garten aufgesetzt, die davor mit Eiklar überzogen und mit Feinzucker berieselt wurde“. Diese handgemachten Trüffel wird es je nach Jahreszeit nur in limitierter Auflage geben.

walnüsse

Neue Köstlichkeiten
Renate hat immer wieder neue Ideen, ihre Produkte zu neuen Köstlichkeiten zu verarbeiten. Eine Rarität sind feine schwarze Walnüsse, gedacht als Zugabe zu edlem Käse, aber auch zu Fleisch, Risotto oder Nudelgerichten passend. Dafür wird die doppelwandige Steinnuss verarbeitet, die es schon seit ca 90-100 Jahren am Grassnitzberg gibt.

Neu die Lavendelkekse Peter Pan: Lavendelherzen mit Lavendelzucker (Bio Rohrohrzucker wird mit der Sorte Lavendel Peter Pan vermengt). Er ist der Knuffi unter den dunklen Lavendeln mit seinen kurzen Stielchen und silbrigen Blättern. Wenn die andern Lavendelsorten mit langen Blüten um die Wette blühen, trägt ‚Peter Pan‘ selbstbewusst seine Pummeligkeit zur Schau.

Neu sind die köstlichen Lavendelkekse Peter Pan (Foto Polz Garten)
Neu sind die köstlichen Lavendelkekse Peter Pan (Foto Polz Garten)

Neu wird sich Renate auch mit DETOX-Gemüse befassen und wir dürfen uns schon auf ihre eingelegte Gemüsevielfalt freuen.
Außerdem wird es ab Herbst einen exklusiven Trüffelhonig in limitierter Auflage mit Safran geben – die Verarbeitung bleibt aber natürlich Renates Geheimnis.

Das Altausseer Bergkernsalz
Für ihre selbst produzierten Speise- und Badesalzen hat sie sich nach langen Überlegungen für das Altausseer Bergkernsalz entschieden, das im Berg von Umwelteinflüssen geschützt ist. „Bergkernsalz passt gut zu meinen ganz speziellen Kräutern wie Steinpilzthymian oder verschieden feurigen Chili“, erklärt mir Renate. Ihr Rosenblütensalz kommt bereits sehr gut an, wie auch das Hirschgeweihdahlienblütensalz, das es natürlich nur im Herbst gibt.

Badesalz_3

Beliebt ist auch Renates Badesalz mit fünf Kräutern im Organzasäckchen, das man beispielsweise nach dem Auflösen des Salzes trocknen und in den Kleiderschrank geben kann. „Das Badesalz ist wirklich immer ausverkauft“, erzählt sie mir stolz.

Badesalz_2

Neu ist, dass Renate ihr Bade- und Peelingsalz auch in 300 g-Gläsern abfüllen wird. „Es geht mir dabei um den Umweltgedanken, denn Glas kann wieder verwendet werden, aber auch darum, dass Plastik Geschmacksanteile abgibt“.
Tipp:  Mit einem Teelöffel Honig und etwas Salz kann man ein tolles Peeling für Gesicht und Körper machen.

Zukunft – ihre Familie – ein Gartencafe
Glücklich ist Renate darüber, dass sich ihre jüngste Tochter Lara sehr für den Garten interessiert. Mit ihren 13 Jahren kann Lara schon sehr gut kochen, kennt alle Kräuter und jeden Rosennamen, wie mir Renate stolz erzählt. „Das ist ein schönes Gefühl für mich. Lara ist sehr aktiv, sammelt Kräuter, trocknet sie und weiß schon ziemlich genau, was sie machen möchte: sie will eine entsprechende Schule besuchen, und dann eventuell ein Gartencafe eröffnen – mit vielen Tieren wie Hühnern, Schafen, Enten ….

Der Garten von Renate Polz ist nicht nur ein Paradies für Menschen, es ist auch ein Paradies für die Bienen-, Insekten und Vogelwelt (Foto Hedi Grager)
Der Garten von Renate Polz ist nicht nur ein Paradies für Menschen, es ist auch ein Paradies für die Bienen-, Insekten und Vogelwelt (Foto Hedi Grager)

Unterstützung bei all ihren Ideen und ihrem Tun bekommt Renate von ihrem Mann Walter. Begeistert erzählt sie, wie sehr er sie anspornt und sich mit ihr freuen kann. „Vom Charakter und vom Wesen passt er perfekt in meinen Garten“, schmunzelt Renate.

Viele Persönlichkeiten und prominente Menschen hat Renate in ihrem Garten schon begrüßt. Sie alle schätzen die besondere Energie und vor allem auch Renates Diskretion. „Hier kann jeder Mensch einfach nur Mensch sein“, erklärt mir Renate und betont, dass ihr Garten für jeden Menschen offen steht.

Jetzt, wo ihre Kinder erwachsen werden – Lukas studiert ab Herbst BWL und Marketing, Anna BWL und Umweltsystemwissenschaft und Lara ist in der 3. Klasse Gymnasium –  hat Renate langsam etwas mehr Zeit und Muse, all ihre gesammelten Ideen und Erfahrungen umzusetzen. „Die Menschen, die mich kennen und die zu mir kommen, vertrauen mir und darauf, dass meine Produkte aus dem eigenen Garten und der Region kommen, und dass ich nur Steinmehl, Hornspäne und Biokompost als Dünger verwende“.
Ja, Renate hat es mit ihren hochwertigen Produkten und ihren vielen anderen Aktivitäten wie ihren Terroirführungen oder ihrem Tetralemma-Coaching geschafft, zu einer Marke zu werden!

www.polz-garten.at

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