Uschi Fellner – Familie ist mein Motor

wienlive_look_logoUschi Fellner startete ihre Karriere im Alter von 20 Jahren beim Rennbahn-Express, wo sie drei Jahre später die jüngste Chefredakteurin Österreichs war. Erfolgreiche Mediennamen wie News, Woman, MADONNA, Bundesländerinnen und jetzt das Frauenmagazin look! zeugen von der großartigen Karriere der Journalistin und Medienmacherin.

"Look! ist sicher mein erwachsendstes Magazin", ist sich die erfolgreiche Medienmacherin Uschi Fellner sicher (Foto Susanne Spiel)
„Look! ist sicher mein erwachsendstes Magazin“, ist sich die erfolgreiche Medienmacherin Uschi Fellner sicher (Foto Susanne Spiel)

Es ist Freitag, kurz nach Mittag, und ich freue mich auf das Gespräch mit Uschi Fellner in ihrem Büro im Wiener Media Quarter Marx. Sehr freundlich begrüßt sie mich mit einer Entschuldigung, dass es so lange gedauert hat, und bittet mich, Platz zu nehmen. In den nächsten Minuten wird mir klar, warum Uschi Fellner den Termin einige Male verschieben musste: Ununterbrochen kommen Mitarbeiter mit Fragen, schnelle Entscheidungen sind zu treffen, Unterschriften werden gebraucht, das Handy klingelt.

Aber dann ist sie bei mir und ich spreche sie gleich darauf an, ob sie sich jemals vorstellen konnte, etwas anderes zu machen. Sie überlegt kurz und meint: „Ich glaube, es ist ein großes Privileg, das machen zu dürfen, was man gerne tut oder wofür man das Talent hat. Deshalb hat sich die Frage für mich nie gestellt“. Interessant erzählt sie weiter: „Ein Mädchentraum war es vielleicht, Ballerina zu werden, denn ich habe lange Zeit Ballett getanzt“. Sie war 17, als sie damit aufhörte, denn es war ihr damals schon klar, dass eine Ballettkarriere mit 30 vorbei sein würde.

Hedi Grager zu Besuch bei Uschi Fellner in ihrem Wiener Büro.
Hedi Grager zu Besuch bei Uschi Fellner in ihrem Wiener Büro.

Sie verrät, dass ihr auch eine Karriere als Schauspielerin im Kopf herumspukte, „aber das waren mehr oder weniger Flausen“, lächelt die attraktive Medienmacherin. „Was mich immer interessiert hat, war der Umgang mit Menschen und mit Medien. Ich habe schon immer gerne gelesen und geschrieben. Ich möchte fast sagen, dass sich das eine ins andere gefügt und mich dorthin gebracht hat, wo ich heute bin. So hatte ich nie den Wunsch nach Veränderung, denn es hat mir immer gefallen, was ich machte“.

Ich frage Uschi Fellner, mit welchen Gedanken und Überlegungen sie an die Gründung eines neuen Magazins herangeht. „Ich glaube, jedes Magazin hat eine gewisse Hauptlebensdauer und lebt sehr von der Seele derjenigen, die es machen. Ob das jetzt Woman war, Madonna oder jetzt Look!, sie spiegeln nicht nur eine Lebenssituation, sondern auch die innere Befindlichkeit wider – und die, finde ich, ist ausschlaggebend beim Magazinmachen“.

"Look! ist sicher mein erwachsendstes Magazin", ist sich Medienmacherin Uschi Fellner sicher (Foto Susanne Spiel).
„Look! ist sicher mein erwachsendstes Magazin“, ist sich Medienmacherin Uschi Fellner sicher (Foto Susanne Spiel).

Uschi Fellner erzählt weiter, dass sie Magazinen meist auf den ersten Blick anmerkt, ob der Mensch dahinter grundsätzlich positiv, melancholisch oder alles in Frage stellend ist. „Im Harpers Basar beispielsweise schaue ich mir das Editorial an, blättere die Ausgabe kurz durch und weiß dann intuitiv relativ viel über die Befindlichkeit der Herausgeberin. Oder nehmen Sie die amerikanische Vogue, sie trägt extrem die Handschrift von Anna Wintour, so wie die Bunte von Patricia Riekel geprägt wird. Es sind alles unverwechselbare Produkte, die von den Seelen der Herausgeber getragen werden, und ich glaube, mit meinen Magazinen ist es ebenso. Auch glaube ich, dass man meinen Magazinen anmerkt, in welchem Lebensstadium ich bin. Ich bin älter, reifer geworden, einige meiner Sichtweisen haben sich geändert. Look! ist sicher mein erwachsendstes Magazin, ganz bestimmt. Aber um ihre Frage zu antworten, ich gehe an jede Magazingründung mit einem sehr frischen Zugang heran. Ich hab nicht so die analysierte Zielgruppe vor Augen, ich mach‘s eigentlich sehr intuitiv“. Sie hören also auf ihr Bauchgefühl? „Extrem, das hat mich noch nie fehlgeleitet oder getäuscht“.

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Uschi Fellner behält ‚ihre Babys‘, die sie aufgebaut und zum Erfolg geführt hat, im Auge. „Natürlich schaut man sich‘s an, ob es den quasi Kindern gut geht. Die werden ja nicht ausgesetzt und ich bin interessiert daran, dass die von mir gegründeten Formate lebendig und erfolgreich bleiben. Für mich ist es ein tolles Kompliment, wenn sie lange und gut leben“.

Für Uschi Fellner sollte eine Frauenzeitschrift die Rolle einer Freundin einnehmen, die einem Neuigkeiten erzählt, gute Tipps gibt und vor der einem nichts peinlich ist. „Ich glaube, dass das der Fall ist. Ich beobachte das bei meinen Leserinnen, sie freuen sich, wenn das neue Heft erscheint und sind dann gerne mit sich und der Zeitung alleine. Ich merke das auch an meinem eigenen Verhalten, ich hab ja selbst Lieblingsmagazine und bin froh, wenn ich beim Durchblättern nicht gestört werde“.

Ein erfolgreiches und attraktives Paar: Christian Pöttler und Uschi Fellner am Weg zum Concordia Ball (Foto Stefan Joham)
Ein erfolgreiches und attraktives Paar: Christian Pöttler und Uschi Fellner am Weg zum Concordia Ball (Foto Stefan Joham)

Wichtig ist Uschi Fellner auch, starke und mutige Frauen im Rahmen ihrer Magazine zu unterstützen: Frauen, die in Ihrem Leben viel erreicht haben, trotz Schicksalsschläge Tolles leisten, sich für andere engagieren – Frauen mit Vorbildwirkung. Die Verleihung der Leading Ladies Awards ist eine Anerkennung für diese Frauen.

Auf meine Frage, ob sie noch viel selbst schreibt, meint die erfolgreiche Medienfrau etwas wehmütig: „Zu wenig. Ich gebe vor allem gegen Redaktionsschluss oft Geschichten ab, die ich selbst schreiben wollte. Ich würde aber wirklich gerne mehr schreiben“.

„Frau Fellner, Printmedien hat man schon vor vielen Jahren totgesagt, wie ist Ihre Meinung dazu“? „Nein ganz sicher nicht“, kommt es rasch und überzeugt von ihr. „Ich bin der Meinung, dass da gar nichts tot ist. Weder wird Print von der Bildfläche verschwinden, noch wieder der Tag kommen, an dem man nur mehr digital liest. Ich glaube an die Zukunft des Haptischen und an Print ganz stark“.

Stilsicher in einer wunderbaren Robe - Uschi Fellner am Concordia Ball 2015 (Foto Stefan Joham).
Stilsicher in einer wunderbaren Robe – Uschi Fellner am Concordia Ball 2015 (Foto Stefan Joham).

Ich spreche sie auf die schwierigen Zeiten für Journalisten an. „Für Journalisten ist es im Moment sicher eine wirtschaftlich schwierige Zeit“, bejaht Uschi Fellner, „denn auch die Verlage müssen sparen, weil wiederum die Marketing- und Werbebudgets verknappt wurden. „Andererseits sind Journalisten bei den sozialen Leistungen privilegiert, der Journalistenkollektivvertrag ist einer der besten überhaupt. Der Druck ist auf beiden Seiten sehr groß. Aber natürlich ist einer auf den anderen angewiesen und man muss einen Mittelweg finden – aber ja, es gab schon mal entspanntere Zeiten“.

 2013 heiratete Uschi Fellner Echo Medienhaus-Boss Christian Pöttler (Foto Stefan Joham).
2013 heiratete Uschi Fellner Echo Medienhaus-Boss Christian Pöttler (Foto Stefan Joham).

Uschi Fellner privat
Uschi Fellner, die sich selbst als humorvollen, durchaus selbstkritischen Menschen sieht, ist Mutter von 4 Kindern. Natürlich möchte ich von ihr wissen, wie sie Familie und Job unter einen Hut bringt. „Ich glaube, man muss alles entspannt und immer mit einer Brise Humor sehen. Ich vergesse zwar sehr viel“, schmunzelt die erfolgreiche Herausgeberin, „bemühe mich aber natürlich, allem gerecht zu werden. Man darf es einfach nicht so eng sehen, sonst wird man ja wahnsinnig“.
Sie erzählt mir, dass ihr 11-jähriger Sohn kürzlich ein Schulkonzert um 13.30 Uhr hatte. „Ich brauche eine Stunde vom Büro in die Schule und natürlich eine Stunde zurück, sitze dann dort eine Stunde, um seinen 4-Minuten-Auftritt mit Flöte zu erleben. Mir fehlt dann diese Zeit, aber natürlich mache ich es, keine Frage. Was ich leider nicht machen kann ist, mit ihm gleich anschließend nach Hause zu fahren. Natürlich denke ich mir: schade. Aber in meinem Büro warten sie schon auf mich“.

Wie geht eine so erfolgreiche und attraktive Frau wie Uschi Fellner mit dem Neid anderer um? „Das prallt an mir ab. Ich merke wohl, dass ich bei Veranstaltungen beobachtet werde, aber das stört mich nicht. Ich lebe in meiner Welt, bin extrem familienorientiert und wenn ich nicht arbeite, bin ich bei meinen Kindern. Viele finden es vielleicht nicht so wahnsinnig toll, was ich mache oder dass ich mir ein Kindermädchen leisten kann, aber das ist mir völlig wurscht“, kommt es bestimmt von ihr. Familie und Partnerschaft sind Uschi Fellner extrem wichtig. „Das ist mein Motor“, erklärt sie nachdrücklich. 2013 heiratete sie Echo-Geschäftsführer Christian Pöttler. An ihm schätzt sie sehr, dass „er viel mitträgt, mich sehr unterstützt und Vieles mit Humor sieht. Eigentlich eine ideale Verbindung“, meint sie noch mit einem Schmunzeln.

Uschi Fellner und ihr Mann Christian Pöttler bei der von look! organisierten Gala "Frauen des Jahres" 2014 (Foto Stefan Joham).
Uschi Fellner und ihr Mann Christian Pöttler bei der von look! organisierten Gala „Frauen des Jahres“ 2014 (Foto Stefan Joham).

Wie kann man Ihnen eine Freude machen? „Ich genieße es, wenn ich einmal ein oder zwei Stunden Zeit für mich habe, einen Abend, an dem ich in Ruhe lesen oder früh schlafen gehen kann. Ich freue mich extrem über Auszeiten, oder wenn mir jemand etwas abnimmt, z.B. vormittags eine Runde mit dem Hund geht – das sind spontane Freudenmomente für mich“. Es geht also immer um Zeit. „Genau“.

Sport kommt bei Uschi Fellner, die sich mit drei Worten als spontan, ehrlich und positiv bezeichnet, aktuell etwas zu kurz. „Ich versuche am Wochenende etwas Sport zu machen, zu laufen und im Winter Ski zu fahren. Aber seit 3 Monaten habe ich überhaupt keinen Sport gemacht. Ich gefalle mir einfach besser, wenn ich Sport mache, aber zur Zeit geht leider gar nichts“, bedauert Uschi Fellner.

Abschließend möchte ich von der erfolgreichen Geschäftsfrau, die sehr an Mode interessiert ist und mir strahlend in sportlich-eleganter Kleidung gegenübersitzt, noch wissen: „Geht Frau Fellner auch ungeschminkt außer Haus? „Ich schminke mich nur, wenn ich ausgehe. An Bürotagen bin ich eigentlich ungeschminkt, trage nur Lidstrich und Wimperntusche“, lächelt mich Uschi Fellner noch einmal an, bevor sie wieder ihren Mitarbeitern für Fragen zur kommenden Ausgabe ihres Magazins look! zur Verfügung steht.

http://www.looklive.at/

Ursula Pöttler-Fellner
1962 geboren
1994 Gründung der Verlagsgruppe News (gemeinsam mit dem späteren Ehemann Wolfgang Fellner)
2001 Gründung der Frauenzeitschrift Woman
2006 Herausgeberin und Chefredakteurin der Tageszeitung Österreich
2008 Herausgabe MADONNA, der ersten wöchentlichen Frauenzeitschrift
2013 Heirat mit Christian Pöttler, Geschäftsführer des Echo-Medienhauses
2014 Gründung des Frauenmagazins look! und Übernahme der Herausgeberschaft der Bundesländerinnen-Magazine

 

 

 

 

 

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