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Annika Peterson und ihre ‚turn gallery‘

Annika Peterson (Foto Eva Maria Guggenberger)Die attraktive Schauspielerin Annika Peterson ist in NYC geboren, wo sie ihre erfolgreiche ‘turn gallery’ führt. Annika, die an der Boston University Theatre Conservatory studierte, ist schwedisch-französischer Abstammung und wurde bekannt mit Filmen wie “The Man from Earth”, “Moment in Time”, “Christopher Dispossessed” oder “Das schwarze Manifest“ mit Patrick Swayze. Seit Mitte der 1990er Jahre ist sie auch immer wieder in zahlreichen bekannten Fernsehserien zu sehen, unter anderem in Law & Order, CSI Miami und Stargate.

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Als ich Annika in ihrer ‚turn gallery‘, 37 E 1st St, besuche, stürmt wie ein ‚thunderstorm auf vier Beinen‘ Lucy auf mich zu, kann gerade noch vor mir stoppen und begrüßt mich dann freundlich schnuppernd. Annika eilt aufgeregt hinterher, aber Lucy und ich haben schon Freundschaft geschlossen. „She has all the answers”, lacht Annika.

Ich lerne sie als eine bezaubernde, empfindsame und auch sehr angenehm bodenständige Person kennen. In Annikas Galerie herrscht eine sehr angenehme Atmosphäre. Ein Highlight ist der kleine Innenhof mit einem großen Baum, der sich zum Entspannen aber auch für Events hervorragend eignet.

Fotografin Eva Maria Guggenberger, Galeristin Annika Peterson mit ihrer Lucy und Hedi Grager vor der "wall with hearts", einem beliebten Fotomotiv in New York (Foto Reinhard Sudy)
Fotografin Eva Maria Guggenberger, Galeristin Annika Peterson mit ihrer Lucy und Hedi Grager vor der „wall with hearts“, einem beliebten Fotomotiv in New York (Foto Reinhard Sudy)

Annika, Du bist in New York als Tochter sehr berühmter Eltern aufgewachsen. Dein Vater ist Gosta (Gus) Peterson, einer der bekanntesten Modefotografen der sechziger und siebziger Jahre und berühmt für seinen ersten US-Shot von Twiggy, und Deine Mutter Patricia war einst Präsidentin bei Henri Bendel und Fashion Editor der The New York Times. Wie war das für Dich?
Eigentlich völlig normal. Meine Mutter war beinahe 50 Jahre alt, als ich zur Welt kam, mein Bruder schon 18. Ich war sehr viel bei meinen Großeltern. Überhaupt war damals eine andere Zeit, ohne Fotoshop, Laptop und Digitalkamerals. Ein Foto zu machen war wirklich Kunst und ich habe mit meinem Vater viel Zeit im Darkroom verbracht und viel von ihm gelernt. Meine Mutter arbeitete mit Yves Saint Lauren, besuchte mit mir Museen und zeigte mir die Kunst. Ich denke, meine Eltern waren sehr glücklich und wie gesagt, das war eigentlich alles ganz normal für mich.

Was war das Wichtigste, das Du von Deinem Vater gelernt hast?
Trust yourself. Glaube an Dich selbst. Ich wuchs in einer sehr visuellen Familie auf. Ich dachte, jede Familie ist so. Ich realisierte erst später, welches Geschenk es war, so open mind zu sein und keine wie auch immer gearteten Vorurteile zu haben. Mit offenen Augen durchs Leben zu gehen, die kleinen Dinge des Lebens nicht zu übersehen und zu schätzen wissen. You should live like a tent with furniture. And you should be seddled but should be always open for new challenges and moves.

Annika Peterson: "Man soll sich selbst immer treu sein und versuchen, niemand anderer zu sein. Das ist nicht immer einfach, aber es ist machbar." (Foto Eva Maria Guggenberger)
Annika Peterson: „Man soll sich selbst immer treu sein und versuchen, niemand anderer zu sein. Das ist nicht immer einfach, aber es ist machbar.“ (Foto Eva Maria Guggenberger)

Und von Deiner Mutter?
Persönlichkeit. Meinen eigenen Stil zu entwickeln, der meine Persönlichkeit widerspiegelt. Dass ein persönlicher Stil wichtiger ist als Fashion – und dafür bin ich ihr sehr dankbar. Meine Mutter hat mir als kleines Kind nie gesagt, was ich anziehen soll, aber sie gab mir Tipps, zB, dass in Schuhen Satinschleifen schicker sind als normale Schuhbänder.
Etwas nachdenklich meint Annika weiter:
Ich finde, dass es Kinder in der heutigen Zeit von Internet und social media schwerer haben. Den ganzen Tag bekommen sie gesagt, wie sie aussehen und was sie anziehen sollen. Ich schätze mich sehr privilegiert, in einer anderen Zeit aufgewachsen zu sein. Meine Mutter sagte immer: you should wear the clothes, the clothes should not wear you.

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Erzähl mir bitte von Deiner Galerie?
In meiner Galerie wollte ich eine gute Atmosphäre kreieren, ich wollte keine unpersönliche weiße Schuhschachtel haben, wo das Empfangsmädchen nur Facebook checkt. Deshalb war es mir wichtig, im East Village eine Location mit Garten zu finden, wo die Leute sich wohlfühlen und die Kunst genießen können. Weißt Du, ich fühle mich im schönen Garten des Gucci Museum auf Long Island sehr wohl, ähnlich wie im MOMA in NYC, wo ich auch sehr gut Kraft tanken kann – und das wollte ich für mich selbst im kleinen Rahmen kreieren.

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Ist es richtig, dass Du mit Gwyneth Paltrow befreundet bist?
Wir wuchsen zusammen auf, gingen aber nicht in dieselbe Schule. Wir waren immer die zwei Außenseiter: wenn die anderen Kinder glatte lange Haare hatten, hatten wir Wellen (sie lacht). Wir sind im Kontakt.

Wolltest Du schon als Kind Schauspielerin werden?
Ja, schon im sehr frühen Alter. Ich war ungefähr sechs Jahre alt, als ich im Büro meines Vaters das Telefon abgenommen und Sekretärin gespielt habe. Ich habe mich immer mit einem anderen Akzent gemeldet, einmal russisch, dann wieder französich. Wenn meine Eltern Gäste zum Abendessen eingeladen hatten, habe ich eine Performance einstudiert und den Gästen 5 Dollar abgeknöpft, bevor sie sich an den Esstisch gesetzt haben (sie lacht wieder herzlich). Meine Eltern haben dieses Geschenk, das mir mitgegeben wurde erkannt und unterstützt.

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Ich war immer sehr visuell orientiert und es hat mich unglaublich genervt, dass ich nicht malen konnte – aber ich konnte wunderbar so tun, als ob ich malen könnte. Und auch Storytelling ist etwas, das mir meine Eltern beigebracht haben, zB ein Foto von meinem Vater soll eine Geschichte erzählen und nicht einfach nur ein Foto sein.

Was hat Dich dann nach Los Angeles geführt?
Entertainment Business. Es kommt der Punkt im Leben eines Schauspielers, an dem er ganz einfach nach L.A., in die Stadt des Entertainment Business zieht – und die Stadt war wahnsinnig gut zu mir. Ich habe sehr viel gearbeitet, habe viele neue Erfahrungen gesammelt, neue Leute kennengelernt und hatte tolle Erlebnisse in der Stadt der Engel.

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L.A. war also gut zu Dir?
Ja, denn ich traf meinen Freund Niki (Interiordesigner Niki Veit, www.hedigrager.com) Wir lachen und sie fügt noch hinzu: L.A. was good to me, but NY is better.

Du bist New Yorkerin, was ist der Unterschied zwischen N.Y. und L.A.?
Ich denke, der größte Unterschied ist, dass Du in L.A. immer alles planen musst, dass man viel kostbare Zeit im Auto verschwendet. Wenn man eine Gurke vergessen hat, fährt man nicht nochmal in den Supermarkt, im Gegensatz zu N.Y., wo ich nur runtergehe und die Gurke kaufe. In N.Y. gehst Du durch die Stadt, triffst ununterbrochen Freunde, bist immer interaktiv.

Annika Petersons treue Begleiterin Lucy (Foto Eva Maria Guggenberger)
Annika Petersons treue Begleiterin Lucy (Foto Eva Maria Guggenberger)

Hast Du jemals als Model gearbeitet?
Nicht hauptberuflich. Aber es gibt eine lustige Geschichte: Peter Lindbergh hat mich auf der Straße angesprochen und wollte ein Testshooting mit mir machen. And next thing you know, lande ich mit meiner Mutter auf Taxis und Plakaten am Times Square in der ganzen Stadt für Donna Karan New York. (Wir lachen laut) Das passiert Dir only in New York.

Du liebst Art. Hast Du zurück in N.Y.C. gleich Deine ‚turn gallery‘ eröffnet?
Ich war immer kunstbegeistert und als ich von L.A. nach N.Y. zurück kam – und wie du ja weißt, wartet man als Schauspieler immer auf den nächsten Job – musste ich meine Zeit am Anfang überbrücken. Da sah ich dieses Loft in Tribeka und ich fragte den Besitzer, ob er interessiert wäre, wenn ich eine pop up gallery mit immer wechselnden jungen Künstlern machen würde. Zur Eröffnung kamen 500 Leute, frage mich nicht woher (Annika lacht wieder), und es war ein sensationeller Erfolg. So begann es und ich hatte sehr viel Glück, dass ich dann diese ‘turn gallery’ gefunden habe. Und das noch zu einem vernünftigen Preis bei den horrenden Immobilienpreisen in der Stadt. Anfangs haben mir viele davon abgeraten, die Wände seien zu niedrig, und so weiter. Aber ‘turn gallery’ is a big success.

Annika Peterson, hier mit Bildern von Kima Ferdowsi Kline in ihrer 'turn gallery'. Immer dabei: Lucy (Interview: Hedi Grager; Foto: Eva Maria Guggenberger)
Annika Peterson, hier mit Bildern von Kima Ferdowsi Kline in ihrer ‚turn gallery‘. Immer dabei: Lucy (Interview: Hedi Grager; Foto: Eva Maria Guggenberger)

Annika, abgesehen von Deinen Eltern, welche sind die wichtigsten Menschen in Deinem Leben?
Nummer 1 ist natürlich meine Familie, mit der ich wahnsinnig eng bin und mein Mann Mathew. Bei meinen Freunden bin ich sehr selektiv. Ich denke, wenn man mehr Freunde hat, als man mit zwei Händen abzählen kann, dann sollte man sich Gedanken machen. Man kann nicht mit jedem so eng sein. Aber es gibt Menschen, die einen das ganze Leben begleiten, und die sollte man zu schätzen wissen. Und natürlich Niki. Wir sind Twins, denn wir denken sehr oft dasselbe.
Lucy bellt wieder, wir haben ihr zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt. 

Welche Künstler sind Deine Favoriten?
Natürlich die, die ich in meiner Galerie habe, wie Josh Jefferson, Kimia Ferdowsi Kline, Helene Schmitz, Sue Heatley, Mark Rothko, Max Aarons, Schiele, mein Vater Gosta Peterson und einige mehr.

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Was wünscht Du Dir für Deine Zukunft?
Das was ich mache, möchte ich noch lange Zeit machen.
New York is a friend for me. Als ich New York verließ hatte ich das Gefühl, dass ich einen Freund verlasse. Und ich möchte meinem Freund etwas zurückgeben. Ich freue mich, wenn Menschen in meinen Garten kommen um zu schreiben oder zu malen, sich einfach wohl fühlen bei mir.

Wie würdest Du Dich mit drei Worten beschreiben?
Annika meint mit ihrem bezaubernden Lachen:
  You really like ask me big questiones. Also, ich bin neugierig und weltoffen, und ich sage immer: Fall seven times, stand up eight.

http://turngallerynyc.com
www.hedigrager.com/niki veit

 

 

 

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