Christoph Skoff alias Gloria Hole

Christoph Skoff, Hairstylist Haarmanufaktur (Foto Peter Oswald)Christoph Skoff. Erfolgreicher HairStylist und Kunstfigur Gloria Hole. Wer verbirgt sich hinter der bekannten und glamourösen Drag Queen Gloria Hole? Es ist Christoph Skoff, ein erfolgreicher HairStylist in Graz.

Hinter der glamourösen Drag Queen Gloria Hole verbirgt sich der erfolgreiche Grazer Hairstylist Christoph Skoff (Foto privat)
Hinter der glamourösen Drag Queen Gloria Hole verbirgt sich der erfolgreiche Grazer Hairstylist Christoph Skoff (Foto privat)

Seit einem Jahr hat er seine eigene  „Haarmanufaktur‘ am Glockenspielplatz inmitten der schönen Grazer Altstadt.

Der steirische HairStylist Christoph Skoff wird international gebucht. So war er im Team von „Greath Lengths“ bei Heidi Klums Modelcasting in L.A. oder bei der Fashion Show der heimischen TopDesignerin Lena Hoschek in Berlin. 2014 war Christoph Skoff als einziger Österreicher unter den Finalisten für die Visionary Awards und in der Kategorie „Avantgarde“ in London nominiert.

Christoph Skoff alias Gloria Hole: Mein Marilyn Monroe Stil mit den roten Lippen ist mittlerweile schon zu meinem Markenzeichen geworden." (Foto Ladies & Lord Photography)
Christoph Skoff alias Gloria Hole: Mein Marilyn Monroe Stil mit den roten Lippen ist mittlerweile schon zu meinem Markenzeichen geworden.“ (Foto Ladies & Lord Photography)

Christoph ist in St. Nikolai in der Südsteiermark geboren und aufgewachsen. Für seine Mama, seine Freunde und auch die Menschen im Ort, wo er aufwuchs, war es nie ein Problem, dass er Männer bevorzugte. „Für meine Mama war das wirklich nie ein Stress und mit meinem Vater hatte ich keinen Kontakt“, erzählt er mir offen bei einem gemütlichen Frühstück im Aiola upstairs am Grazer Schloßberg. „Ich hatte nie schlimme Erfahrungen, da bin ich schon sehr gesegnet“, erzählt Christoph. „Hin und wieder bekommt man mal komische Kommentare ab, aber denen schenke ich keine Beachtung, und es war auch nie so, dass sie mich persönlich verletzten“, erzählt Christoph. 

Ursprünglich wollte Christoph Skoff in einem sozialen Bereich arbeiten - entschied sich dann aber doch für die Ausbildung zum Friseur (Foto Tasty - Peter Oswald)
Ursprünglich wollte Christoph Skoff in einem sozialen Bereich arbeiten – entschied sich dann aber doch für die Ausbildung zum Friseur (Foto Tasty – Peter Oswald)

Ich möchte von Christoph wissen, wann ihm klar wurde, dass er homosexuell ist. Er schmunzelt. „Es war in meiner Selbstfindungsphase, als ich das erste Mal mit einer Frau geschlafen habe und merkte, das ist nicht meines. Ich hatte gerade meine Lehre in Graz begonnen, ein kleiner Bub in einer großen Stadt. Da habe ich die Szene kennengelernt, Tuntenbälle besucht usw.“ 

Auch Journalistin und Bloggerin Hedi Grager war bei Christoph Skoff's Eröffnung seiner Haarmanufaktur 2016 dabei (Foto DaPic)
Auch Journalistin und Bloggerin Hedi Grager war bei Christoph Skoff’s Eröffnung seiner Haarmanufaktur 2016 dabei (Foto DaPic)

War Friseur denn immer schon Dein Traumberuf, frage ich Christoph. „Keine Ahnung, warum ich Friseur geworden bin, wirklich“, bekomme ich lächelnd zur Antwort. „Ich wollte eigentlich im sozialen Bereich arbeiten, als Krankenpfleger vielleicht. Aber dann habe ich über das AMS eine Anzeige online gestellt, dass ich eine Ausbildungsstelle zum Friseur suche. Mein späterer Lehrherr hat mich aufgrund der Anzeige angerufen, ich bin hingefahren, habe mich vorgestellt und wurde eingestellt.“ Lachend erzählt weiter. „Er hatte anscheinend ein gutes  Bauchgefühl, denn ich sagte ihm ganz ehrlich, dass ich von Haaren keine Ahnung hatte. Dann nahm alles seinen Lauf.“

Zwei erfolgreiche Steirer: Designerin Eva Poleschinski und HairStylist Christoph Skoff alias Gloria Hole (Foto privat)
Zwei erfolgreiche Steirer: Designerin Eva Poleschinski und HairStylist Christoph Skoff alias Gloria Hole (Foto privat)

Kunstfigur Gloria Hole 
„Angefangen hat alles, als ich mit meinem Lehrherrn das erste Mal den Tuntenball besuchte. Sie haben mich damals als Frau hergerichtet. So bin ich in diese Szene reingekommen und es hat mir Spaß gemacht. Du weißt ja, vor etwas mehr als 10 Jahren konnte man damit durchaus provozieren und in meiner Sturm- und Drangzeit hat mir das Spaß gemacht.“ Es war also vor allem Provokation, die Dich das tun ließ, frage ich ihn. „Ja, anders zu sein, in eine Rolle zu schlüpfen, hat mir Spaß gemacht. Damals wie heute bin ich als Kunstfigur überall hingegangen, nicht nur in Szenelokale. Ein Spiel war es auf alle Fälle“, ergänzt Christoph noch. „Aber ich habe nie etwas Negatives erlebt. Eine gewisse Distanz ja, aber hinter vorgehaltener Hand war auch immer Bewunderung zu bemerken. Obwohl ich damals als Frau noch nicht so gut ausgesehen habe wie heute“, kommt es etwas kokett lachend. So war Christoph einige Jahre immer wieder als ‚Frau‘ unterwegs. Nachdem er beim Grazer Tuntenball zur ‚Jubiläums-Miss‘ gewählt wurde, verpasste er sich einen Künstlernamen und ein neues Aussehen.
Gloria Hole was born. 

Christoph Skoff als Kunstfigur Gloria Hole (Foto Tasty - Peter Oswald)
Christoph Skoff als Kunstfigur Gloria Hole (Foto Tasty – Peter Oswald)

Christoph erzählt weiter, dass sich die Kunstfigur Gloria Hole immer weiter entwickle. „Aber mein Marilyn Monroe Stil mit den roten Lippen ist mittlerweile schon zu meinem Markenzeichen geworden. Hin und wieder habe ich andere Haarfarben oder bin krass anders gekleidet. Dann erkläre ich ‚Gloria ist heute inkognito unterwegs‘.“ 

Wie ist ‚Christoph‘ eigentlich, möchte ich wissen. „Na ja, ich würde sagen, dass in der Gloria schon viel Christoph steckt, nur dass die eine Person eben Perücke und Make Up trägt und die andere nicht. Aber Gloria ist bestimmt ein wenig selbstsicherer, denn manchmal sind solche Figuren auch eine Schutzfunktion.“ Ansonsten bezeichnet sich Christoph als ehrgeizig, zielorientiert und tough, gleichzeitig aber auch sehr sensibel. 

Christopf Skoff feiert nicht nur als HairStylist große Erfolge, sondern auch als Kunstfigur Gloria Hole (Foto Tasty - Peter Oswald)
Christopf Skoff feiert nicht nur als HairStylist große Erfolge, sondern auch als Kunstfigur Gloria Hole (Foto Tasty – Peter Oswald)

Die Haarmanufaktur 
Ich erinnere Christoph, dass er mir vor längerem erzählt hat, dass er sich immer schon selbständig machen wollte. „Ja, Selbständigkeit hatte ich immer im Kopf, die Bequemlichkeit hat aber immer gesiegt.“ Vor einem Jahr war es dann soweit – auch wenn ihm der Zeitpunkt im Sommer letzten Jahres durch eine beruflich wie private schmerzliche Trennung ,‚aufgedrängt‘ wurde. Er lacht. „Aber manchmal verpasst einem das Leben einen kräftigen Tritt. Es war eine sehr schwere und gleichzeitig lehrreiche Zeit wo ich fast den Glauben an die Menschheit verlor, aber ich hatte so viele tolle Menschen um mich, die mir emotional und beruflich geholfen und unterstützt haben – sonst wäre so vieles in so kurzer Zeit nicht möglich gewesen.

Auch die steirische Designerin Lena Hoschek vertraut Christoph Skoff und bucht ihn für ihre Fashion Shows in Berlin (Foto privat)
Auch die steirische Designerin Lena Hoschek vertraut Christoph Skoff und bucht ihn für ihre Fashion Shows in Berlin (Foto privat)

Du erinnerst Dich, bei meiner Eröffnung waren alle Menschen da, die zu 100 % hinter mir gestanden sind. Und das erste Mal im Leben habe ich von Menschen bewusst etwas zurückbekommen“, fügt Christoph sehr nachdenklich hinzu. Er gesteht auch, dass es ihm damals das erste Mal möglich war, Hilfe anzunehmen. „Ich dachte immer, es wäre eine große Schwäche, sich von anderen helfen zu lassen. Aber es war einfach nur schön zu merken, wie sie hinter mir stehen.“
Offen erzählt Christoph weiter, wie sehr ihm sein bester Freund geholfen habe. „Er saß einfach stundenlang bei mir, war einfach da.“

2014 war Christoph Skoff als einziger Österreicher unter den Finalisten für die Visionary Awards und in der Kategorie "Avantgarde" in London nominiert (Foto Alex Barron Hough)
2014 war Christoph Skoff als einziger Österreicher unter den Finalisten für die Visionary Awards und in der Kategorie „Avantgarde“ in London nominiert (Foto Alex Barron Hough)

Engagement im sozialen Bereich 
Auch wenn Christoph wie einmal geplant nicht in einem sozialen Bereich arbeitet, so engagiert er sich doch sehr. „Stimmt“, bestätigt er mir: „Ich habe noch immer Kontakt zu den Menschen bei der Lebenshilfe, wo ich mit 18 meinen Zivildienst gemacht habe und besuche sie regelmäßig. Gloria Hole ist heuer auch Testimonial für das Odilien Blindeninstitut. Das Fotoshooting dafür war ein tolles Erlebnis und es gibt eine liebe Geschichte dazu. Mir wurde erzählt, dass die Klientin, mit der ich das Shooting hatte, sehr introvertiert und schüchtern ist und auch Berührungsängste hat. Aber anscheinend hat unsere Begegnung etwas in ihr ausgelöst, denn sie ist nun aufgeblüht und geht seither auch auf andere zu. Das gibt mir schon sehr viel zurück.“ 

Gloria Hole ist heuer auch Testimonial für das Grazer Odilien Blindeninstitut.
Gloria Hole ist heuer auch Testimonial für das Grazer Odilien Blindeninstitut.

Auszeit, Erholung und Wünsche 
Kürzlich hat sich Christoph nach längerem wieder eine kurze Auszeit gegönnt. „Einsamkeit ist für mich eine gute Möglichkeit, runter zu kommen. Obwohl, alleine zu sein, musste ich auch erst lernen. Aber jetzt kann ich gut mit mir selbst umgehen. Ich war in den Bergen und habe die Stille genossen. Kein Facebook, Instragram oder Internet, nur Natur pur.“ So oft es geht versucht Christoph, in seine Heimat in die Südsteiermark zu fahren. „Baden im See, lange Spaziergänge und seit neuestem mache ich auch wieder Sport“, erzählt er mit einem Lachen. „Ich laufe. Es macht mir absolut keinen Spaß, aber ich merke, dass es mir gut tut.“ 

Christoph Skoff wurde auch schon von der erfolgreichen steirischen Designerin Lena Hoschek für ihre Fashion Show in Berlin gebucht (Foto privat)
Christoph Skoff wurde auch schon von der erfolgreichen steirischen Designerin Lena Hoschek für ihre Fashion Show in Berlin gebucht (Foto privat)

Auf meine Frage, was er sich von der Zukunft wünsche, überlegt er kurz und meint: „Eine schwierige Frage. Ich wünsche mir, dass mein Leben noch etwas geordneter vonstatten geht, ansonsten bin ich sehr zufrieden.“ Und was wünscht sich Gloria, frage ich nach. „Die lässt auch alles auf sich zukommen. Sie will im nächsten Jahr nur etwas kürzer treten. Ansonsten lassen wir uns überraschen, was das Leben so bringt.“

Einen Wunsch hätte Gloria aber doch: „Ich würde sehr gerne einmal über einen supercoolen roten Teppich schreiten, einmal diese 30 Sekunden Blitzlichtgewitter erleben.“ 

Großes Beitragsfoto: Seit einem Jahr hat der HairStylist Christoph Skoff seine eigene  „Haarmanufaktur‘ am Glockenspielplatz inmitten der schönen Grazer Altstadt (Foto Tasty – Peter Oswald)

www.haar-manufaktur.at 
www.facebook.com/GloriaHole

Share Button

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*