Sophia Bitter – Chief Marketing Officer bei Airfield

Sophia Bitter, CMO bei Airfield, mit ihrem kleinen Mops (Foto Style up your Life!)Sophia Bitter ist seit einigen Jahren Chief Marketing Officer bei Airfield – und das sehr erfolgreich. Walter Moser, Eigentümer und Geschäftsführer der österreichischen Marke Airfield, meinte beim Eintritt von Sophia Bitter in das Unternehmen: „Frau Bitter bringt ein fundiertes Marketing- und PR-Wissen für den internationalen Modemarkt mit. Sie wird eine entscheidende Rolle beim Ausbau unserer bereits sehr erfolgreichen Labels Airfield auf dem internationalen Markt übernehmen, was für unsere weitere Expansion sehr wichtig ist.“ Und er hatte recht damit.  

Sophia Bitter ist maßgeblich am Ausbau des erfolgreichen österreichischen Labels Airfield auf dem internationalen Markt beteiligt (Foto Kristian Schuller)
Sophia Bitter ist maßgeblich am Ausbau des erfolgreichen österreichischen Labels Airfield auf dem internationalen Markt beteiligt (Foto Kristian Schuller)

Ich treffe Sophia Bitter während der Festspielwochen in Salzburg zu einem gemütlichen Gespräch, in dem sie mir sehr offen aus ihrem wirklich interessanten Leben erzählt. Ihr Vater ist Steirer, ihre Mama aus Deutschland. „Ich bin sehr norddeutsch aufgewachsen“, meint sie lächelnd. Sie war 5 Jahre alt, als sie nach der Scheidung ihrer Eltern nach Deutschland kam und 15, als sie zurück nach Österreich ging.
Ihre Kreativität war schon früh zu merken. Schon mit 11 Jahren malte Sophia Akte im Atelier einer benachbarten Künstlerin. „Das Hauswirtschaftsgymnasium, das ich besuchen sollte, war aber nicht so mein Ding“, erzählt sie lächelnd, Kochunterricht und die perfekte Bratkartoffel sah sie nicht als ihre Lebensaufgabe. Als sie das ihrem Vater erklärte, erzählte er ihr von einem Schulversuch in der Modeschule Wien Hetzendorf. „So habe ich den Sommer über heimlich meine Bewerbungsmappe gemacht und wurde tatsächlich zur Aufnahmeprüfung eingeladen.“

Sophia Bitter besuchte die Modeschule Hetzendorf, Studienrichtung ‚Modedesign und Produktgestaltung‘ (Foto Chris Singer)
Sophia Bitter besuchte die Modeschule Hetzendorf, Studienrichtung ‚Modedesign und Produktgestaltung‘ (Foto Chris Singer)

Erst als sie erfuhr, dass sie beim Aufnahmetest erste oder zweite geworden war, gestand sie ihrer Mutter, dass sie nach Wien gehen wird. „Das war für sie sehr schwer. Ich bin dann nach Wien zur zweiten Frau meines Großvaters – der Generaldirektor von Elin Weiz war – gezogen, und machte die Modeschule Hetzendorf.“ Es war für Sophia nicht einfach, da sie gleichzeitig die Matura machen musste, aber sehr lehrreich, wie sie rückblickend meint. „Ich schloss das Studium ‚Modedesign und Produktgestaltung‘ ab, wusste aber schon, Modedesignerin werde ich nicht. Ich war zwar ganz kreativ, aber Schnitte zeichnen war nicht meines.“ Lebhaft erzählt Sophia weiter: „Ich hatte aber immer schon eine sehr starke Meinung zu dem, was andere machten, und mir Kampagnen dafür überlegt –  und so kam ich auf Modemarketing.“

Schauspielerin Katja Flint, CEO Airfield Fashion Walter Moser und CMO Airfield Fashion Sophia Bitter beim Airfield Fashioncocktail 2016 auf der Grace Kelly Yacht in Düsseldorf (Foto AIRFIELD / Agency People Image / Michael Tinnefeld)
Schauspielerin Katja Flint, CEO Airfield Fashion Walter Moser und CMO Airfield Fashion Sophia Bitter beim Airfield Fashioncocktail 2016 auf der Grace Kelly Yacht in Düsseldorf (Foto AIRFIELD / Agency People Image / Michael Tinnefeld)

Sophias Kindheit 
In unserem Gespräch erwähnt sie, dass sie als Kind sehr gerne träumte und Mode ganz toll fand. „Ich war 10 Jahre alt und eine Vogue kostete damals 5 Mark. Meine Mama hat mir von Ana Wintour erzählt, der Chefredakteurin der amerikanischen Vogue, und dass diese sehr gefürchtet war. Das fand ich total spannend“, erinnert sie sich. Als Sophia dann während des Besuches des Gymnasiums einmal ihren Berufswunsch an die Tafel schreiben sollte, erklärte sie: „Ich weiß, was ich werden möchte. Ich möchte Chefredakteurin der Vogue werden. Ich weiß zwar nicht, wie man Chefredakteurin oder Vogue schreibt, aber das möchte ich werden.“ Wir lachen, als sie meint, dass sie alle wie einen Alien angeblickt haben.

Sophia Bitter, gezeichnet von Illustration Star Julia Pelzer.
Sophia Bitter, gezeichnet von Illustration Star Julia Pelzer.

Auf nach China 
Sehr schlimm war es für Sophia, dass sie nach Abschluss der Modeschule Hetzendorf durch die Matura flog – und das deshalb, „weil die Prüfungsbögen in Geschichte verwechselt wurden. So musste ich den Sommer über für die Nachmatura lernen. Das hat mich sehr genervt und ich dachte wieder an meinen Plan, Redakteurin zu werden.“ Sie telefonierte mit ihrem Freund, dem Designer Marcel Ostertag, und erzählte ihm, dass sie ‚die Schnauze voll habe‘. Dieser meinte dann eigentlich nur zum Spaß, ‚dann geh doch zur chinesischen Vogue‘. Da entschloss sie sich, Chinesisch zu studieren. „Ich rief wieder einmal meinen Vater an und dieser meinte nur: „Wenn es einen Verrückten gibt, der das schafft, dann du.“ So begann sie Chinesisch mit dem Wahlfach Wirtschaft zu studieren und ist heute staatlich geprüfte Chinawissenschaftlerin. „Ich lebte ein Jahr in Hangzhou in der Provinz Zhejiang und hatte ein Stipendium für die Zhejiang University, welche dort als das ‚chinesische Oxford‘ gilt.“ Sophia lernte damals viele interessante Menschen kennen, schrieb für ein Magazin, arbeitete als deutsch-englisch-Lehrerin – und kam zurück.

Sophia Bitter lebte ein Jahr in Hangzhou in der Provinz Zhejiang, wo sie für die berühmte Zhejiang University ein Stipendium hatte. Sie ist staatlich geprüfte Chinawissenschaftlerin (Foto Kristian Schuller)
Sophia Bitter lebte ein Jahr in Hangzhou in der Provinz Zhejiang, wo sie für die berühmte Zhejiang University ein Stipendium hatte. Sie ist staatlich geprüfte Chinawissenschaftlerin (Foto Kristian Schuller)

Ungewöhnlich interessanter Berufsweg 
Nach ihrem Studium in China arbeitete sie, wie schon zuvor, bei Red Bull, wechselte später zu Carpe diem, wo sie schlussendlich einen Job in der Marketingabteilung angeboten bekam. Ihr Herz schlug aber nach wie vor für die Mode, und als sie erfuhr, dass bei Frauenschuh in Kitzbühel eine Stelle frei war, schrieb sie ihre Bewerbung. „Eines Tages rief mich Herr Frauenschuh an und wollte mich sehen. Nachdem ich sieben Mal zu einem Gespräch bei ihm war sagte ich ihm allerdings, dass ich kein achtes Mal mehr kommen werde.“ Sie bekam den Job, wurde nach einem halben Jahr in der Trendforschung interimsmäßig Marketingleiterin und machte das zwei Jahre lang. „Ich hatte sehr nette und hilfreiche Kollegen und konnte mir viel Wissen aneignen. Den Social media Auftritt von Frauenschuh habe ich damals eingeführt.“ Doch es kam die Zeit, wo Sophia diese Tätigkeit nicht mehr genügte. „Ich hatte alles erreicht, was ich dort erreichen konnte.“

Sophia Bitter konnte auch die US-amerikanische Schauspielerin Kelly Rutherford bei einem Airfield-Event begrüßen (Foto privat)
Sophia Bitter konnte auch die US-amerikanische Schauspielerin Kelly Rutherford bei einem Airfield-Event begrüßen (Foto privat)

Und spannend ging es im Leben von Sophia weiter. Während eines Termins beim Magazin Madame blätterte sie eine Ausgabe durch und sah darin eine Werbeeinschaltung von Airfield. „Das Label sah sehr speziell aus, echt cool.“ Sie googelte die österreichische Marke und schickte eine kleine, lustige und sehr kreative Bewerbung, ähnlich einem Pixie Buch. So einer Bewerbung konnte Airfield nicht widerstehen und lud Sophia zu einem Gespräch. „Herr Moser kam, schaute sich meine Bewerbung an und meinte, er habe nichts für mich. Er fragte aber, ob ich russisch spreche, und ich antwortete: „Nein, aber chinesisch.“ Er wurde hellhörig und erklärte, dass er einen neuen Exportmanager suche, das war aber nichts für mich.“ Eine Woche später wurde sie wieder angerufen, dass Herr Moser sie noch einmal sehen wolle – da war sie gerade auf dem Weg zu Red Bull, um einen Vertrag zu unterschreiben. Bei Airfield hatte man es sich überlegt, das externe Marketing ins eigene Haus zu holen, und mit Handschlag meinte Herr Moser: „Sie sind noch bei Frauenschuh angestellt. Kündigen Sie und ich stelle sie ein.“ Sophia lacht herzlich auf meine Anmerkung, dass ihr wohl nie fade würde.

Mittlerweile sind 5 Jahre vergangen – mit einer Reihe von wirklich tollen Airfield-Kampagnen.

Die Airfield 2016/17 Kollektion wurde mit der Mode-Ikone Carmen Dell´Orefice sowie den Models Ilva Heitmann und Iris Strubegger geshootet (Foto Kristian Schuller)
Die Airfield 2016/17 Kollektion wurde mit der Mode-Ikone Carmen Dell´Orefice sowie den Models Ilva Heitmann und Iris Strubegger geshootet (Foto Kristian Schuller)

Sophias private Seite 
Sophia wusste wirklich immer schon, was sie wollte und was nicht. „Ich hab‘ so ein Bauchgefühl für Dinge und wenn es sich richtig anfühlt, mache ich es.“ Angesprochen auf ihre unglaublich vielseitige Kreativität meint Sophia offenherzig: „Es ist nicht immer leicht und ich muss immer wieder das Chaos in meinem Kopf sortieren. Da verdanke ich meiner Mama sehr viel, die in meinem Leben immer die Ruhe bewahrt hat, und haben heute ein unglaublich gutes Verhältnis. Sie meint, ich bin die Fröhlichkeit in ihrem Leben, der Pfeffer in ihrem Essen.“

Airfield-Kampagne mit Supermodel Helena Christensen (Foto Airfield)
Airfield-Kampagne mit Supermodel Helena Christensen (Foto Airfield)

Auf meine Frage, woher sie in ihrem ereignisreichen Leben soviel Kraft hole, erfahre ich: „Ich habe zwei Extreme in mir. Da ist meine verrückt kreative Seite, in der ich sehr gerne mit Menschen zusammen und viel unterwegs bin. Ich brauche aber auch ganz viel Zeit für mich. Ich liebe es, alleine zu sein. Da bin dann in meiner eigenen Welt, gehe mit meinem Hund Lila spazieren.“ Lila? sehe ich sie fragend an. „Ja, Lila heißt meine schwarze Mopsdame. Lila bedeutet die Freude, aber auch die Unveränderlichkeit. Ich habe sie im November geschenkt bekommen, als es mir nicht gut ging, und jetzt ist sie immer mit mir.“ Sophia verrät mir noch, dass sie schon immer einen kleinen schwarzen Mops wollte.

Lila, die kleine schwarze Mopsdame, ist (fast) immer an der Seite von Sophia Bitter (Foto Style up your life!)
Lila, die kleine schwarze Mopsdame, ist (fast) immer an der Seite von Sophia Bitter (Foto Style up your life!)

Viel Zeit verbringt sie mit ihren drei Schwestern und ihrem neuen Partner, über den sie aber noch nichts sagen möchte. Ansonsten geht sie morgens oft laufen, ist gerne in Bibliotheken und Kirchen, sieht sich gerne Ausstellungen und alte Filme an. “Ich kann wunderbar bei einem alten Sissy Film mit Lila an meiner Seite abschalten“, schmunzelt sie.

Ich komme darauf zurück, dass sie schon als kleines Mädchen gerne gemalt hat, und frage sie, ob sie auch jetzt noch male. „Nein, aber ich überlege, das wieder zu machen. Ich habe vor einem Jahr versucht zu zeichnen, Aktzeichnungen wieder, aber ich bin aus der Übung und das hat mich sehr verärgert“, kommt es sehr ehrlich. „Deshalb ist Malen momentan nicht mehr entspannend. Ich brauche einen guten Lehrer, denn so lange ich das Gefühl habe, dass ich nicht mehr auf einem hohen Level bin, bin ich nicht zufrieden.“

Supermodel Helena Christensen, Walter Moser, CEO AIRFIELD Fashion/Walter Moser GmbH, und Sophia Bitter, CMO AIRFIELD beim exklusiven Yachtausflug mit AIRFIELD (Foto AIRFIELD / Agency People Image / Michael Tinnefeld)
Supermodel Helena Christensen, Walter Moser, CEO AIRFIELD Fashion/Walter Moser GmbH, und Sophia Bitter, CMO AIRFIELD beim exklusiven Yachtausflug mit AIRFIELD (Foto AIRFIELD / Agency People Image / Michael Tinnefeld)

Sophia hat nicht nur hohe Ansprüche an ihre Umgebung, sondern auch an sich selbst. Sie weiß, was sie will und geht zielstrebig auf ihre Ziele zu. Sie kann ungeduldig sein. „Ja, ganz schlimm“, gibt sie zu. „Vor allem mit mir selbst bin ich ungeduldig.“

Sehr verärgern kann man sie mit Unehrlichkeit. Oder wenn man ihre Ideen ‚stiehlt‘. „Es ist unglaublich, aber ich hätte nie gedacht, dass es Menschen notwendig haben, meine Kampagnenideen zu klauen – ist aber passiert. Und wenn ich etwas wirklich hasse, ist es Mittelmäßigkeit. Wenn ich bei Menschen das Gefühl habe, dass sie faul sind oder sich nicht bemühen, das halte ich nicht aus. Da bin ich als Chef und als Kollegin nicht immer einfach.“

Das österreichische Modellabel AIRFIELD holte sich zum 20-jährigen Jubiläum Weltstar Sharon Stone (Foto Kristian Schuller)
Das österreichische Modellabel AIRFIELD holte sich zum 20-jährigen Jubiläum Weltstar Sharon Stone (Foto Kristian Schuller)

Zukunft 
Sophia wird es auch in Zukunft bei Airfield nicht langweilig werden. „Ja, wir haben viel vor. Airfield wird komplett umstrukturiert und wir planen auch ein neues Projekt, eine Idee, die ich schon vor vielen Jahren hatte. Bald kann ich mehr darüber verraten.“

Großes Beitragsfoto: Sophia Bitter mit ihrer Hundedame Lila (Foto Style up your Life!)

www.airfield.at

Über Airfield  
Derzeit betreibt das österreichische Label Airfield elf Flagship Stores in Deutschland und Österreich, fünf Outlets in Deutschland, Österreich und den Niederlanden sowie zehn Monolabel Shops in Deutschland, Tschechien, Russland, Armenien, der Ukraine sowie in Spanien. Einige Shop-in-Shops von Airfield gibt es in zahlreichen europäischen Ländern. Die Walter Moser GmbH, zu der auch Airfield gehört, ist weltweit in etwa 40 Ländern aktiv.

Women support Women - Brustkrebsinitiative: In Kooperation mit der Illustration Jasmin Khezri von IRMASWORLD hat AIRFIELD ein Shirt mit dem Motto „Women support Women“ entworfen. Pro verkauftem Shirt werden € 10,- an die Organisation „Brustkrebs Deutschland e.V.“ gespendet!
Women support Women – Brustkrebsinitiative: In Kooperation mit der Illustration Jasmin Khezri von IRMASWORLD hat AIRFIELD ein Shirt mit dem Motto „Women support Women“ entworfen. Pro verkauftem Shirt werden € 10,- an die Organisation „Brustkrebs Deutschland e.V.“ gespendet!

 

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