Bernd Pürcher – ‚Mister Opernredoute‘

Das Programm für die 20. Jubiläumsausgabe der Opernredoute am 27. Jänner  2018 steht. Für dieses Jubiläumsjahr hat Bernd Pürcher ein ganz besonderes Programm vorbereitet: So ist als Conferencier Gisela Hering, also der preisgekrönte Grazer Puppenspieler Nikolaus Habjan, mit dabei. 

Philipp Schulz – http://philo.graphics

Es ist die dritte Opernredoute, die Bernd in alleiniger Verantwortung organisiert. „Bis 2015 war im Vorfeld der Organisation noch Michael Tomec dabei, bevor er in Pension ging“, erinnert er sich gerne an seinen ehemaligen Kollegen. „Ich freue mich, dass die Planung meiner mittlerweile bereits 19. Opernredoute immer in sehr guter und angenehmer Atmosphäre und mit breiter Unterstützung meines gesamten Umfelds stattfindet – vor allem mit Opernintendantin Nora Schmid und art + event Geschäftsführer Wolfgang Hülbig.“ Auf meine Frage, ob es ihm nach all den Jahren noch Spaß mache, erfahre ich: „Das Wesentliche am Erfolg der Opernredoute ist eine laufende Veränderung und Erneuerung. Natürlich ist es ein Ball, aber trotzdem muss man immer wieder schauen, welche aktuellen Trends es z.B. in der Musik und der Kulinarik gibt oder sich über modische Designströmungen informieren. Dies versuchen wir dann bei der Opernredoute auch auf unser Parkett zu bringen und zu präsentieren und so die Opernredoute immer wieder neu zu erschaffen. Glücklicherweise haben wir großartige Künstler und kreative Köpfe bei uns vereint, die das schaffen. Mir macht das auch nach den 19 Jahren noch enorm viel Spaß und ich finde es faszinierend, die Fäden miteinander verknüpfen zu dürfen. Die Opernredoute zu organisieren ist für mich die schönste berufliche Herausforderung überhaupt“, kommt es zu Recht auch ein wenig stolz von Bernd.

Bernd Pürcher beim Casting für die Opernredoute 2018 (Foto Simon Moestl)
Bernd Pürcher beim Casting für die Opernredoute 2018 (Foto Simon Moestl)

20-jähriges Dienstjubiläum
Wie gehst Du damit um, dass Du Dich immer wieder auf neue Partner oder eben auch neue Intendanten einstellen musst, möchte ich von Bernd wissen. „Das hat bis jetzt immer ganz ausgezeichnet funktioniert, ich wurde immer von allen Seiten unterstützt und der Wechsel bringt auch immer wieder eine eigene neue Spannung hinein. Der Bühnen Graz Konzern hat in Summe immerhin 650 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und ich weiß, dass diese Veranstaltung intern wirklich in allen Abteilungen geliebt wird.“ Nachdem ich schon so lange im Hause bin, habe ich grad mein 20. Dienstjubiläum hinter mir,“ lacht Bernd und meint, nachdem ich ihm gratuliert habe: „Ich bin 1996 zu diesem großartigen Unternehmen gestoßen. Da lernt man natürlich viele Kolleginnen und Kollegen kennen, aber es gibt es auch immer wieder neue Gesichter, besonders hier am Theater ist das so.“

Andrea und Bürgermeister Siegfried Nagl, Minister Sebastian Kurz, Organisator Bernd Pürcher und Intendantin Nora Schmid (Foto Schulz)
Andrea und Bürgermeister Siegfried Nagl, Minister Sebastian Kurz, Organisator Bernd Pürcher und Intendantin Nora Schmid (Foto Schulz)

Dass aus den über Jahre gewachsenen vielen geschäftlichen Beziehungen auch Freundschaften entstanden sind, freut Bernd besonders. „Natürlich wird die Arbeit leichter, wenn einem Vertrauen entgegengebracht wird.“ Von mir auf den ‚Promi-Faktor‘ angesprochen meint er: „Es ist immer die Frage, wer sind die Promis. Das beurteilen ja andere, das überlasse ich gerne den Medien. Mitunter lese ich das dann mit einem Schmunzeln. Allerdings nicht beim Friseur, kommt es lachend von Bernd.

Er gesteht aber zu, dass er sich schon freut, wenn bekannte und prominente Menschen zur Opernredoute kommen. „Ich werde natürlich immer danach gefragt, und ich weiß ja im Vorfeld, wer bei uns Logen oder Tische kauft. Unsere Kunden selbst sind entsprechend prominent und oft auch deren Gäste, die sie mitbringen und damit unserer Opernredoute ein besonderes Flair einhauchen.“

Bernd Pürcher von art + event „Ich setze ein Zeichen“ (Foto Florian Lierzer)

Heute ist Opernredoute
Den Tag der Opernredoute schildert Bernd so: „Er ist natürlich extrem arbeitsintensiv und das beginnt schon Wochen vorher. Ich bin am Vortag noch bei diversen Proben im Haus, die mitunter bis 23 Uhr dauern. Am Tag der Opernredoute treffe ich um 9 Uhr vormittags in der Oper ein und begleite dann den gesamten Prozess der Proben und Soundchecks. Dies ungefähr bis ca. 14.30 Uhr. Dazwischen prüfe ich mit meinem Team nochmal alle Tische, Logen, Beschriftungen, die gesamten technischen und dekorativen Einrichtungen sämtlicher Räume, usw. Dann gibt es ein Meeting mit dem Conférencier und die Texte werden ein letztes Mal durchgegangen. Um ca. 15 Uhr esse ich eine Kleinigkeit, gehe in die Garderobe und ziehe mich um. Um 17 Uhr kommt meist jemand vom ORF zum Vorbereiten des Life-Einstieges. Um 18 Uhr gibt es noch ein Mitarbeitergespräch und ein Briefing mit unserem gesamten Organisationsteam, auch mit dem Servicepersonal. Um 18.30 Uhr sperren wir unsere Türen auf und die Sause geht los.“

Bernd Pürcher gesteht, dass er am Tag der Opernredoute noch immer leichtes Lampenfieber verspürt (Foto privat)
Bernd Pürcher gesteht, dass er am Tag der Opernredoute noch immer leichtes Lampenfieber verspürt (Foto privat)

Er gesteht lächelnd, dass er immer ein leichtes Lampenfieber verspürt. „Ich versuche, Routine zu vermeiden. Es gibt natürlich gewohnte Abläufe, trotzdem ist immer wieder alles neu. Es treten immer wieder neue technische Herausforderungen auf und man stolpert im Laufe dieses Tages über die eine oder andere Sache – schon deshalb, weil ich an mich selber und an alle anderen sehr hohe Ansprüche stelle. Heikle Situationen sind aber nie ganz zu vermeiden, wir bieten schließlich einen künstlerisch und technisch sehr aufwendigen Abend. Ich bin schon irgendwann gespannt und denke mir: „Toi toi toi, hoffentlich haut alles hin.“

Ist Dir schon einmal fast das Herz stehen geblieben, frage ich Bernd. „Ja, es gab gelegentlich schon einige Kleinigkeiten, mittlere ‚Großigkeiten‘ teilweise auch“, schmunzelt er. „Die Gäste haben es aber überhaupt nicht oder nur viel weniger wahrgenommen, als ich selbst.“

BM-Stv. Mario Eustacchio, LH Hermann Schützenhöfer, Juwelier Klaus Weikhard, Intendantin Nora Schmid, Bernd Pürcher und Bürgermeister Siegfried Nagl bei der Präsentation des Programmes für die Opernredoute 2018 (Foto Philipp Schulz)
BM-Stv. Mario Eustacchio, LH Hermann Schützenhöfer, Juwelier Klaus Weikhard, Intendantin Nora Schmid, Bernd Pürcher und Bürgermeister Siegfried Nagl bei der Präsentation des Programmes für die Opernredoute 2018 (Foto Philipp Schulz)

art + event Theaterservice
Aber Bernd ist natürlich nicht nur ‚Mister Opernredoute‘, er hat noch einige andere Aufgaben zu meistern. „Ich leite zwei Bereiche bei art + event: das Marketing und das Eventservice.“

art + event | Theaterservice Graz hat rund 100 Mitarbeiter und besteht aus der Deko-Werkstatt am Sternäckerweg (Bildhauerei, Malerei, Schlosserei, Tapeziererei und Tischlerei) und der Kostümwerkstatt in der Bürgergasse (Damenschneiderei, Herrenschneiderei, Kunsthandwerk, Modisterei und Schuhmacherei). “Bei beiden Werkstätten haben wir einen umfangreichen Deko- und Film-Fundus und ungefähr 150 000 Kostüme. In beiden Fundi und in den jeweiligen Abteilungen gibt es dazu entsprechende Planungseinheiten: Kollegen in der Dekorationswerkstatt z.B. sind mitunter richtige Architekten und technische Zeichner.“ Hinzu kommt das Ticketzentrum am Kaiser-Josef-Platz und Online, sowie zahlreiche konzerninterne Supportservices.

Die Kostümwerkstatt in der Grazer Bürgergasse besteht aus: Damenschneiderei, Herrenschneiderei, Kunsthandwerk, Modisterei und Schuhmacherei (Foto art+event)
Die Kostümwerkstatt in der Grazer Bürgergasse besteht aus: Damenschneiderei, Herrenschneiderei, Kunsthandwerk, Modisterei und Schuhmacherei (Foto art+event)

Große Projekte 2017
Die vielen Highlights und großartigen Produktionen der Oper Graz, des Schauspielhauses Graz und von Next Liberty werden fast schon als selbstverständlich empfunden. Dazu gehören etwa aktuell „Il Trovatore“, eine wunderschöne Operninszenierung von Regisseur und Bühnenbildner Ben Bauer, oder „Faust :: Mein Brustkorb : Mein Helm“ im Schauspielhaus. „Besonders eindrucksvoll und vor allem auch international für Aufsehen sorgend war der Auftrag für das Neujahrskonzert der Wiener Philharmoniker die Kostüme für die Ballettszenen zu produzieren. Diese Bilder gingen um die ganze Welt. Ein weiterer Riesen-Kostümauftrag sind die Seefestspiele Mörbisch, oder die Oper im Steinbruch St. Margarethen. Neben diesen Highlights der Theaterwelt sind wir auch regelmäßig für TV-Produktionen oder die Herstellung von ganz besonderen Messeständen im Einsatz.“

Ausstattung Seefestspiele Mörbisch (Foto art+event)
Ausstattung Seefestspiele Mörbisch (Foto art+event)

Geschäftsfelder im Unternehmen Vereinigte Bühnen
„Unser Unternehmen fußt auf 5 Säulen: Dekorationswerkstatt, Kostümwerkstatt, Ticketzentrum, Eventservice und Supportservice.“
Ebenso erfolgreich ist das Ticketzentrum. „In diesem spannenden Bereich versuche ich mit meiner Kollegin stets am Puls der Zeit zu bleiben und neue Konzepte zu entwickeln.

Ein Meilenstein der jüngsten Vergangenheit etwa ist ‚Bühnen Graz Gourmet‘. Ein tolles ergänzendes Produkt für unsere Theaterbesucher, das wir gemeinsam mit Waltraud Hutter und der Genusshauptstadt Graz entwickelt hatten. Zum Supportservice wiederum gehören alle Dienstleistungen, die wir konzernintern anbieten, wie IT-Service, Lohnverrechnung, Buchhaltung und Einkauf.“

Bernd Pürcher, Intendantin Nora Schmid, GenussHauptstadt-Projektleiterin Waltraud Hutter und Tourismus-Obmann Hubert Pferzinger (Foto art+event)
Bernd Pürcher, Intendantin Nora Schmid, GenussHauptstadt-Projektleiterin Waltraud Hutter und Tourismus-Obmann Hubert Pferzinger (Foto art+event)

Bernd erzählt mir von einem weiteren Großprojekt – diesmal aus seinem Bereich „Eventservice“: „Einer meiner großen Aufträge ist die 14-tägige Sommervermietung der Oper im Anschluss an das reguläre Ende der Spielzeit. Heuer war dies “Disney Die Schöne und das Biest‘. Wir bekamen großartige Feedbacks, und ich freue mich schon  irrsinnig auf das nächste Jahr und die Originalproduktion von „Richard O´Brien´s Rocky Horror Show.“

Große Aufträge waren z.B. die Produktion der Kostüme der Wiener Philharmoniker für das Neujahrskonzert, für die Seefestspiele Mörbisch oder die Oper im Steinbruch St. Margarethen (Foto art+Event)
Große Aufträge waren z.B. die Produktion der Kostüme der Wiener Philharmoniker für das Neujahrskonzert, für die Seefestspiele Mörbisch oder die Oper im Steinbruch St. Margarethen (Foto art+Event)

Ein anderes zauberhaftes Projekt ist KLANGLICHT, das von der Theaterholding veranstaltet wird. „Dahinter steckt die Idee, unsere Häuser von internationalen Künstlern auf einzigartige Weise mittels Licht und Klang nach außen zu inszenieren. Wir hatten heuer 50.000 Besucher und KLANGLICHT war und ist eine absolute Erfolgsgeschichte. Unser Part von art+event war dabei unter anderen die gesamte kulinarische Konzeption, und natürlich sind wir schon jetzt dabei an Klanglicht 2018 zu arbeiten .“ Ich schmunzle und Bernd meint lächelnd und doch ernst: „Ja, das klingt alles sehr umfangreich und das ist es auch – aber es macht enorm viel Spaß und Freude!“

Mister ‚Opernredoute‘ privat
Erholen kann sich Bernd am besten ohne Handy und ohne E-Mail-Zugang am Strand, am Schilift, im Spa, im Kino, in der Oper und im Theater, in der Küche oder zuhause. Überhaupt gehören das Reisen und Kochen zu seinen Hobbys – und natürlich der Besuch von Aufführungen. Eine Lieblingsaufführung kann er nicht benennen, denn: „Es gibt zu viele gute und ist natürlich auch stimmungsabhängig.“

Seit 2012 ist art + event | Theaterservice Graz Inhaber des Gütesiegels "Erlebniswelt Wirtschaft - made in Styria" und bietet Erlebnistouren durch die beiden Werkstätten an (Foto art+event)
Seit 2012 ist art + event | Theaterservice Graz Inhaber des Gütesiegels „Erlebniswelt Wirtschaft – made in Styria“ und bietet Erlebnistouren durch die beiden Werkstätten an (Foto art+event)

Als ich meine, dass er ob der vielen Arbeit eigentlich sehr ausgelastet sei, schmunzelt Bernd. „Und dennoch gibt es immer wieder Wünsche und Ideen, die bei uns entstehen, und aus dem heraus freue ich mich schon jetzt auf den 1. Grazer Schlossbergball.“

Großes Beitragsfoto: Opernredoute-Organisator Bernd Pürcher (Foto Philipp Schulz)

www.art-event.com 
www.operndredoute.com

 

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