Modelabel Jones – Doris und Gabor Rose

Creativ-Director Doris Rose des erfolgreichen österreichischen Modelabels Jones (Foto Jones)Doris und Gabor Rose führen das erfolgreiche österreichische Modelabel Jones. Seit einiger Zeit arbeiten sie mit Designerin Bettina Assinger zusammen, und das sehr erfolgreich. Vor kurzem hatte ich die schöne Gelegenheit, beim Shooting ihrer aktuellen Abend-Kollektion im Hause Jones dabei zu sein.

Doris Rose ist Creative Director des erfolgreichen österreichischen Modelabels Jones (Foto privat)
Doris Rose ist Creative Director des erfolgreichen österreichischen Modelabels Jones (Foto privat)

Dabei konnte ich mit Doris Rose, Creative Director bei Jones, über das Familienunternehmen, über die Zusammenarbeit mit Bettina und die Kollektionen zu sprechen.

Beim Shooting der aktuellen Abend-Kollektion von Bettina Assinger für Jones hatte ich Gelegenheit, mit Doris Rose über Fashion und Familie zu sprechen (Foto privat)
Beim Shooting der aktuellen Abend-Kollektion von Bettina Assinger für Jones hatte ich Gelegenheit, mit Doris Rose über Fashion und Familie zu sprechen (Foto privat)

Familienbetrieb Jones
Auf ihren Familienbetrieb angesprochen erfahre ich: „Das waren wir wirklich, bis unsere Tochter Jennifer ihre Zwillinge bekam. Sie wollte zwar weiter arbeiten, musste aber erkennen, dass der Arbeitsaufwand doch sehr viel umfangreicher war, als er mit den Zwillingen vereinbar ist. Das ist halt der Mutterzwiespalt, den viele kennen. Unser Sohn Daniel macht gerade sein Masterstudium in London und wird danach vielleicht wieder bei uns einsteigen. So sind wir jetzt stolz ein ‚Ehepaar-Betrieb‘“, schmunzelt Doris und Gabor blickt kurz von seiner Arbeit am Laptop auf und lächelt.

"Unsere Tochter Jennifer bekam Zwillinge und unser Sohn Daniel macht gerade sein Masterstudium in London - so sind wir jetzt stolz ein ‚Ehepaar-Betrieb‘“, schmunzeln Doris und Gabor Rose (Foto Jones)
„Unsere Tochter Jennifer bekam Zwillinge und unser Sohn Daniel macht gerade sein Masterstudium in London – so sind wir jetzt stolz ein ‚Ehepaar-Betrieb‘“, schmunzeln Doris und Gabor Rose (Foto Jones)

Gabor ist als Geschäftsführer bei Jones für alle wirtschaftlichen Belange wie auch die produktionstechnische Seite verantwortlich. Er betreut auch die Franchise-Seite. Doris hat die kreative Leitung und ist für alle Kollektionen verantwortlich. Gemeinsam mit ihrem Design Team entwirft sie 22 Monats-Kollektionen, innerhalb der Saison komplettieren ‚Must Haves’ das Sortiment. „Das Marketing machen wir gemeinsam. Marketing hat ja auch viel mit den Ideen der Kollektion zu tun und deshalb liegt es bei mir ein bisschen im Blut. Die wirtschaftliche Seite des Marketings wie Verhandlungen überlasse ich aber meinem Mann“, schmunzelt sie.

Gabor ist als Geschäftsführer bei Jones für alle wirtschaftlichen Belange wie auch die produktionstechnische Seite verantwortlich (Foto privat)
Gabor ist als Geschäftsführer bei Jones für alle wirtschaftlichen Belange wie auch die produktionstechnische Seite verantwortlich (Foto privat)

Bettina Assinger for Jones
Doris Rose gerät richtig ins Schwärmen, wenn sie über die Zusammenarbeit mit Bettina Assinger spricht. „Wir sind wirklich ein tolles Team. Sie ist bei der Arbeit im Atelier sehr selbständig und ich gebe nur kleine Tipps. Bettina trägt die kreative Verantwortung für ihre Kollektionen, die sie mit viel Liebe zum Detail und Gespür für Looks und Trends umsetzt. Begonnen hat es mit Bettina als Testimonial für einige Kataloge. Ich habe sie bei einer Hochzeit kennengelernt und dachte mir ‚Wow, ist das eine schöne Frau. Die würde ich gerne in meiner Mode sehen‘. Das war 2008. Ich habe sie dann angesprochen – und es haben sich bis heute 8 gemeinsame Kataloge entwickelt.“

Zwei, die sich beruflich und privat sehr gut verstehen: "Bettina Assinger ist ein Mensch ‚learning bei doing‘ verrät Doris Rose. „Sie ist ein Talent und ich glaube, dass nicht viele Menschen so ein Talent haben.“ (Foto privat)
Zwei, die sich beruflich und privat sehr gut verstehen: „Bettina Assinger ist ein Mensch ‚learning bei doing‘ verrät Doris Rose. „Sie ist ein Talent und ich glaube, dass nicht viele Menschen so ein Talent haben.“ (Foto privat)

Doris erzählt weiter: „Nach einer Änderung des Werbekonzeptes verloren wir uns etwas aus den Augen. Aber Bettina hat immer signalisiert, dass es sie begeistern würde, Mode selbst zu entwerfen. Und für unsere ‚Special collections‘ war sie für mich dann die Nr. 1 als Ansprechpartnerin. Sie ist zwar keine gelernte Designerin und zeichnet keine Schnitte, doch kommt von ihr so wahnsinnig viel Kreatives Bereicherndes für unsere Zusammenarbeit. Ich weiß, dass ich ihr freie Hand lassen kann und sie ein Produkt macht, mit dem ich zu 100 % zufrieden bin. Bettina geht sehr intuitiv vor. Sie setzt sich mit unserem Chefdesigner Harald Vogelbauer zusammen und er zeichnet das, was sie vorschlägt. Da wird diskutiert und herumradiert, bis sie zufrieden ist. Dann sucht sie die Details dazu aus wie Borten, Bänder usw. Wenn man also ihr ‚Produkt kauft‘, ist es zu 100 % von Bettina Assinger.“

Doris Rose: „Wir produzieren u.a. in der Türkei, wo wir seit langem mit tollen Menschen arbeiten. Ich besuche die Produktionsstätten alle 4 Wochen (Foto Jones)
Doris Rose: „Wir produzieren u.a. in der Türkei, wo wir seit langem mit tollen Menschen arbeiten. Ich besuche die Produktionsstätten alle 4 Wochen (Foto Jones)

Vorrang für Qualität und Nachhaltigkeit
Das heimische Modelabel Jones legt großen Wert auf Qualität. „Es ist jetzt leider eine Zeit des Billigkonsums da, der weg von Qualität hin zu Menge führt“, ärgert sich Doris. Wer kann an einer Bluse um 4,90 Euro verdienen, wer wird dabei ausgebeutet? Billigprodukte am textilen Sektor, die eine Wegwerfideologie verstärken, haben sich in unserer Gesellschaft leider durchgesetzt, und das finde ich in Zeiten, wo man über Nachhaltigkeit spricht, sehr schade.“ Nachhaltigkeit ist im Unternehmen Jones ein großes Thema. „Wir erzeugen mehr als 80 % unserer Teile in Europa. Das ist ein ganz spezieller Asset, den wir da haben: kürzere Transportwege und Entlohnung für alle, die für uns arbeiten, laut Kollektivvertrag des jeweiligen Landes.“ Doris ist daher natürlich sehr viel auf Reisen.

Das heimische Modelabel Jones und seine Creative Directorin Doris Rose legen großen Wert auf Qualität (Foto Jones)
Das heimische Modelabel Jones und seine Creative Directorin Doris Rose legen großen Wert auf Qualität (Foto Jones)

„Wir produzieren auch in Türkei, wo wir seit langem mit tollen Menschen arbeiten. Sie sind dort selbst sehr geflasht vom politischen Regime und ich finde, man muss die Leute weiter unterstützen, damit sie den Anschluss nicht verlieren. Für uns arbeiten in diesem Land tolle Produktionsbetriebe, die ich alle 4 Wochen besuche. Es ist für mich eine Beruhigung, wenn ich sehe, wie dort gearbeitet wird. In Italien sind wir in Carpi, einer Stadt in der Provinz Modena und einer sehr traditionellen Textilgegend. Auch dort sehe ich mir alle 4 Wochen die Produktionen an. Es sind so fleißige Menschen, von denen man viel lernen kann. Dort packen die Chefs noch selbst mit an und es gilt eine hands-on Politik. Mein Mann und ich machen das auch selbst, als Chef muss man immer da und bereit sein, mitzuarbeiten.“

Jones macht Mode, in der man sich wohl fühlt, Mode zum Leben (Foto Jones)
Jones macht Mode, in der man sich wohl fühlt, Mode zum Leben (Foto Jones)

Trends in der Fashionwelt
Jones macht Mode, in der man sich wohl fühlt, Mode zum Leben. „Trends waren früher, ohne Internet und social media, langlebiger. Man muss heute in seiner Kollektion eine klare Linie verfolgen, gewisse Trends miteinbeziehen und diese dann so adaptieren, dass Frauen sie auch tragen können. Man muss ein gutes Gespür haben, seine Kunden kennen und sich für diese Zeit nehmen“, erklärt Doris. „Ich gehe immer wieder in unsere Filialen, versuche über social media Kontakt mit unseren Kunden zu halten und ich schule unsere Mitarbeiter zweimal jährlich auf die Kollektionen ein. Ich erkläre ihnen dabei die neuen Trends, wie man sie interpretiert, kombinieren kann und an Kundin vermittelt. Und dadurch schwingt auch mein Spirit immer mit. Ich bin für meine Mitarbeiter jederzeit erreichbar, auf jede Anfrage antworte ich persönlich. Wir sind kein anonymes Unternehmen, wir wollen greifbar sein und das funktioniert nur, wenn man es persönlich macht.“

Um mögliche Trends zu erkennen, sieht Doris sich Vieles an, Fashion Shows, vor allem aber Streetstyle (Foto privat)
Um mögliche Trends zu erkennen, sieht Doris sich Vieles an, Fashion Shows, vor allem aber Streetstyle (Foto privat)

Um mögliche Trends zu erkennen, sieht Doris sich Vieles an, Fashion Shows, vor allem aber Streetstyle. „Die Streetstyle Bilder z.B. auf vogue.com sind cool und meine Favoriten. In New York und den europäischen Metropolen spielt sich wirklicher Zeitgeist ab und da finde ich für meine Kollektion sehr gute Inputs. Oder ich sitze einfach nur in einem Cafe und schaue mir Menschen an – die Straße ist immer eine Inspirationsquelle.“

Doris und Gabor Rose: "Wir sind kein anonymes Unternehmen, wir wollen greifbar sein und das funktioniert nur, wenn man alles persönlich macht (Foto privat)
Doris und Gabor Rose: „Wir sind kein anonymes Unternehmen, wir wollen greifbar sein und das funktioniert nur, wenn man alles persönlich macht (Foto privat)

Gemeinsame Arbeit und Privatsphäre
Doris verrät mir, dass es früher, als die Kinder kleiner waren, einfacher war. „Wenn Du kleine Kinder hast und nach Hause kommst, bist Du sofort privat, kannst abschalten und kommst raus aus dem Geschäftsmodus. Jetzt, wo wir alleine sind, und auch ohne Hund, haben wir ‚open end‘ im Büro. Zu Hause sitzt Gabor dann am Schreibtisch, ich seh‘ mir parallel zum Fernsehen Modezeitschriften an oder arbeite auf instagram. Mein Bett ist sozusagen mein ‚Zuhause-Büro’“, verrät sie mit einem Schmunzeln. Aber wir nehmen uns schon bewusst Zeit füreinander, denn das ist uns sehr wichtig.“ Gabor sieht wieder zu uns herüber und meint nickend: „Anders geht es nicht.“ Doris verrät mir noch: „Manchmal tricksen wir uns selbst aus, indem wir kurzfristig eine Wochenendreise buchen, um uns abzulenken.“

Doris Rose: "Kreative Menschen sind oft impulsiv, mein Mann ist für mich mein Ruhepol (Foto Jones)
Doris Rose: „Kreative Menschen sind oft impulsiv, mein Mann ist für mich mein Ruhepol (Foto Jones)

Sich selbst beschreibt Doris als kreativ und doch geordnet. „Und ich glaube, dass ich Menschen sehr gut von mir und meiner Arbeit überzeugen kann, bin also auch überzeugend. Was sagst Du?“ meint sie in Richtung Gabor, worauf dieser lächelnd antwortet: „Das kann ich jetzt hier nicht sagen.“ Wir lachen. An ihm schätzt sie, dass er sie zu 100 % immer unterstützt. „Kreative Menschen sind oft impulsiv, mein Mann ist der Ruhepol. Den Ausgleich brauche ich oft. Egal, wie ich bin, und manchmal Menschen durch meine Impulsivität verstören kann, er steht immer hinter mir. Ich finde auch die Zusammenarbeit in einer Partnerschaft sehr schön und empfinde das als Luxus. Wir sind wirklich 24 Stunden zusammen und jeder Tag ist zu kurz. Zusammen älter werden ist das Schönste, was man erleben kann.

Doris Rose mit ihrem Team unterwegs auf Stoff-Messen (Foto privat)
Doris Rose mit ihrem Team unterwegs auf Stoff-Messen (Foto privat)

Gerne treiben sie auch Sport. „Manchmal laufen wir gemeinsam und im Winter fahren wir Ski. Wir mögen beide Kunst und Kultur und gehen gerne in Ausstellungen, ins Theater, die Oper oder zu Veranstaltungen, wo wir vom täglichen Modegeschäft abgelenkt sind.“ Nach extrem arbeitsintensiven Zeiten entspannen sie sicher gerne an ‚Nicht Schicki Micki Plätzen‘ in ruhiger Umgebung. „Und wir sind sehr gerne Großeltern, wann immer die Eltern die Kleinen hergeben.“

Grundsätzlich ist den Beiden das Wochenende heilig. Und wer kocht bei ihnen, frage ich neugierig und erfahre: „Gemeinsam. Mein Mann macht die Süßspeisen, er ist der beste Kuchen-, Torten- und Palatschinken-Koch. Ich bin mehr für Salate und die klassischere Küche zuständig.“ Dass Gabor ein Süßspeisen-Experte ist, kann ich wirklich nur bestätigen.

Großes Beitragsfoto: Doris und Gabor Rose – ein Winning Team (Fotos Jones)

Für Doris Rose ist es das Schönste, gemeinsam mit ihrem Mann älter zu werden. "Das ist das Schönste, was man erleben kann". (Foto privat)
Für Doris Rose ist es das Schönste, gemeinsam mit ihrem Mann älter zu werden. „Das ist das Schönste, was man erleben kann“. (Foto privat)

Jones – Eine österreichische Erfolgsgeschichte
1960 legt Karl Rose den Grundstein mit der Übernahme des österreichischen Textilunternehmens Hermann Krause & CO KG
1972 Eintritt von Gabor Rose in die Firma. Produktion trendiger Damenblusen unter dem Label „J.P. Jones“. Erweiterung der Kollektion durch Strickwaren
1997 eröffnet Gabor Rose seinen ersten JONES Store in Wien, weitere folgen
1999 eröffnen die ersten Franchise Stores in Dornbirn und Salzburg
2012 Eröffnung des JONES Online Store
Aktuell führt JONES 39 Stores in Eigenregie, ist Franchisegeber von 27 JONES Stores in Österreich und Europa und ist an über 100 Standorten im gehobenen Fachhandel präsent

www.jones.at

 

 

Share Button

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*