Nachwuchsstar Johanna Götting („Das Lehrerzimmer“) in zwei Prime-Time-Produktionen im Ersten: „Wer ohne Schuld ist“ war im Oktober zu sehen und im Tatort „Borowski und das ewige Meer“ ist sie am 10. November 2024 um 20:15 Uhr im Ersten zu sehen. Darin liefert sie sich als Umweltaktivistin Leonie Mewes ein interessantes Duell mit Axel Milberg.
Als die Kieler Polizei die Leiche der 19-jährigen Clara Weidenfeld am Strand findet, geht sie von einer Beziehungstat aus. Es gibt genügend Indizien gegen Claras eifersüchtigen Freund Benno, der im Verhör mit Borowski und Sahin die Streitigkeiten mit seiner Freundin zugibt, das Tötungsdelikt aber bestreitet. Stattdessen erzählt er von Claras Faszination durch eine andere Frau, mit der Clara ihn betrogen haben soll. Als noch zwei weitere junge Frauenleichen am Strand gefunden werden, richten sich die Spuren und die Ermittlungen in eine andere Richtung. Es gibt seltsame Verbindungen zwischen den getöteten Frauen – unter anderem durch den gemeinsamen Kampf gegen ein größenwahnsinniges Bauprojekt, groteske Rituale vor ihrem Ableben und eine aufgeladene Verbindung zu jener Frau, die Benno für Claras Geliebte hielt. Könnte es sein, dass die Suizide verabredet wurden?
(Quelle: ARD)
Zuvor war Johanna Götting in „Wer ohne Schuld ist“ zu sehen. Der Film ist noch in der ARD-Mediathek abrufbar.
Das Jahr 2024 begann für Johanna Götting mit einem filmreifen Paukenschlag: Nach dem „Deutschen Filmpreis“ in der Kategorie „Bester Film“ für „Das Lehrerzimmer“ von Regisseur Ilker Çatak wurde ihr Kinodebüt auch für den Oscar in der Kategorie „Bester ausländischer Film“ nominiert. Damit war bei den Dreharbeiten nicht zu rechnen, als sie für die Rolle „Krissi“ vorspielte und prompt gecastet wurde.

Lieber auf dem Boden zu bleiben ist Johanna Göttings Lebensmotto, was zu ihrer sympathischen Art passt, von Rolle zu Rolle zu denken und sich bei all den Erfolgen nicht zu wichtig zu nehmen. Für das Schauspiel begeisterte sich die in Hamburg geborene Johanna Götting – neben ihrem Faible für Gesang – schon als Jugendliche, nahm an privaten Aufführungen teil und kam über ein Casting zu einer Nebenrolle in dem norddeutschen Kult-TV-Jugendformat „Die Pfefferkörner“, was ihren Berufswunsch endgültig zementierte.
In unterschiedlichen Workshops und Coachings professionalisierte sich Johanna Götting nach dem Abitur – Schwerpunkte Politik, Theater und Philosophie – für das Schauspiel. Ihr Einstieg als Schauspielerin war „Das Lehrerzimmer“ 2021, der Boxoffice-Hit des vergangenen Jahres über eine junge Lehrerin, die eine Diebstahlserie an ihrer Schule zu beenden versucht. Die überraschende Entlarvung der vermutlichen Täterin und die folgende schulische Untersuchung unter der Prämisse einer „Null-Toleranz-Politik“ führen bald zu Denunziantentum, Streit und Ausgrenzung am Gymnasium.
Es folgte eine kleinere Rolle in der BBC – Serie „World on Fire“ (2023), einem Episodendrama über vier Hauptpersonen in Berlin, Warschau, Paris und Manchester und ihre persönlichen Erlebnisse während des Kriegsausbruchs 1939. Sie werden zum Kriegsdienst eingezogen, verlieren geliebte Mitmenschen oder müssen ums Überleben kämpfen. Schicksalhaft kreuzen sich dabei ihre Wege, wodurch sich Allianzen bilden und sich Liebesbeziehungen über die Grenzen hinweg entwickeln. Die Regisseure Lars Jessen und Jonas Grosch entdeckten Johanna Götting für ihr ganz persönliches Wacken Open Air Spektakel „The Legend of Wacken“ (2023), der von Publikum und Kritik gefeiert wurde. Danach kam die erste Episodenrolle in ARD-Krimi-Reihe „Nord bei Nordwest“ (2023) unter der Regie von Schauspielkollege und Hauptdarsteller Hinnerk Schönemann. Es folgte das ARD-Stück „Geschmolzene Scherben“ (2023), ein Film über den Wunsch, dem Dorf und damit einhergehenden Rollen und Verhaltensweisen zu entfliehen, wie unter anderem dem alltäglichen Alkoholmissbrauch und der Schwierigkeit, sich aus jenen eingeübten Verhaltensweisen zu lösen, Regie: Sabrina Sarabi.
Seit 2015 nimmt Johanna Götting, die in Berlin lebt, an einer privaten Schule Schauspielunterricht. Im April 2024 besuchte sie einen Theaterworkshop an der Royal Academy of Dramatic Art (RADA) in London, um ihre Technik immer weiter zu verfeinern.
Wenn Johanna Götting nicht dreht, engagiert sie sich für die Gesellschaft, wie zum Beispiel für die ehrenamtliche Organisation „Post mit Herz“ und hat Freude am Austausch mit Menschen.
Großes Beitragsfoto: Johanna Götting. (Foto Sasha Ilushina)
