Julia Koch: „Wage Emotion zu zeigen“

Schauspielerin Julia Koch im Interview während ServusTVs "Zuagroast - Ein Gartenkrimi" im burgenländischen Pinkafeld. (Foto ServusTV / Erwin Scheriau)Die gut gebuchte Schauspielerin Julia Koch spielte die Architektengattin Eva in Martina Parkers Bestseller „Zuagroast – Ein Gartenkrimi“. Dieser ist der bisher erfolgreichste Film auf der Streaming-Plattform JOYN und wird Anfang 2026 als Free-TV-Premiere bei ServusTV verfügbar sein.

An ihrer Filmfigur in "Zuagroast" mochte Julia Koch, „dass sie viel Emotionalität zeigt, und das fand ich schon mal sehr reizvoll. (Foto Georg Bodenstein)
An ihrer Filmfigur in „Zuagroast“ mochte Julia Koch, „dass sie viel Emotionalität zeigt, und das fand ich schon mal sehr reizvoll. (Foto Georg Bodenstein)

An ihrer Filmfigur mochte Julia, „dass sie viel Emotionalität zeigt, und das fand ich schon mal sehr reizvoll. Als Schauspieler versucht man öfters, auf sehr natürlichem Wege ja nichts zu übertreiben. In dieser Rolle habe ich mir aber vorgenommen, mich zu trauen, da voll reinzugehen und wirklich emotional zu werden. Und die Regisseurin Claudia Jüptner-Jonstorff hat es auch zugelassen.“ Julia ist sich bewusst, dass es eine Herausforderung ist, „einen gemeinsamen Spielstil zu entwickeln, wenn so viele Figuren zu einer Geschichte beitragen und letztendlich Regie und Schnitt sich finden müssen, damit alles zusammenpasst. „Claudia hat mir als Schauspielerin sehr viel Raum gegeben, mich selbst auszuprobieren, und das dann zusammenzufassen ist eine Kunst, finde ich.“

Die Dreharbeiten brachten Julia das erste Mal ins Burgenland. „Ich bin mir nicht ganz sicher, aber ich glaube, in allen anderen Bundesländern habe ich schon gedreht. Natürlich auch in der Steiermark für die Steirer Krimis“, schmunzelt Julia. „Steirermord“ wurde damals u.a. im Schloss Pernegg gedreht, erinnert sich Julia. „Das war wirklich cool, denn im Schloss haben noch Menschen gewohnt, die es uns für den Dreh zur Verfügung gestellt und uns alles gezeigt haben. Also einige schöne Teile der Steiermark konnte ich während verschiedener Dreharbeiten schon kennen lernen“, schmunzelt Julia.

Schauspielerin Julia Koch spielte die Architektengattin Eva in Martina Parkers Bestseller „Zuagroast – Ein Gartenkrimi“. (Foto ProSiebenSat.1 PULS 4 / Stefanie Leo)
Schauspielerin Julia Koch spielte die Architektengattin Eva in Martina Parkers Bestseller „Zuagroast – Ein Gartenkrimi“. (Foto ProSiebenSat.1 PULS 4 / Stefanie Leo)

Vom Blog zum Buch
Die Schauspielerin hatte eine Zeitlang einen eigenen Blog. „Ich habe damit angefangen, weil ich schon immer eine Affinität zum Schreiben habe, auch in Richtung Tagebuch. Und weil ich das so gerne gemacht habe, kam das Bedürfnis, mich mal auszuprobieren und meine kleinen Kurzgeschichten mit der Welt in kleinem Rahmen zu teilen. Nach diesen ersten Versuchen hatte ich aber nach ein paar Jahren das Bedürfnis, etwas Größeres daraus zu machen und meine Geschichten sozusagen nicht mehr in ‚Bits and Pieces verquanten‘. Und da habe ich dann mit dem Blog aufgehört und beschlossen, ein Buch daraus zu machen. Und in dieser Arbeit stecke ich mittendrin.“ Julia erzählt weiter, dass sie auch über ein Drehbuch nachgedacht hatte, um die eigene Rolle selbst zu schreiben. „Da habe ich dann aber schnell gemerkt, dass ein Drehbuch zu schreiben nochmal was ganz anderes ist als einen Roman oder eine Geschichte. Dafür ist ein Handwerk von Nöten, das ich noch nicht habe.“ Wobei ihre Betonung auf ‚noch nicht‘ liegt. „Und daher schreibe ich zuerst den Roman und schaue dann weiter, ob sich etwas daraus ergibt.“

Auf meine Frage, ob sie Regie zu führen auch reizen würde, meint Julia: „Vielleicht später einmal, aber in diese Richtung habe ich noch gar nicht gedacht. Ich würde sagen, ich bin in meiner Schauspielkarriere nicht mehr am Anfang, aber auch noch nicht am Peak angelangt, und sehe da schon noch ein Stück Weg, bevor ich vielleicht das Department wechsle.“

Die Schauspielerin war schon in verschiedensten Rollen zu sehen. Ich möchte daher von ihr wissen, ob sie eine Wunsch-Rolle, ein Wunsch-Genre hat und erfahre: „Vom Genre her bin ich mir jetzt gar nicht ganz sicher, aber was ich auf jeden Fall machen möchte, ist Kino.  Wohlfühlen tue ich mich schon eher im Dramatischen. Ich freue mich aber auch über eine bunte Komödie, wo es dann wieder mehr Farben gibt. Was ich schon relativ viel gemacht habe, sind eben Krimi-Bereiche, weil da einfach sehr viel produziert wird. Besonders der hier (sie meint ‚Zuagroast‘) machte mir sehr viel Spaß.“

Im Rahmen eines Setbesuchs bei "Zuagroast - ein Gartenkrimi" konnte ich mit der sympathischen Julia Koch über Wünsche und weitere Projekte sprechen. Hedi Grager und Julia Koch. (Foto privat)
Im Rahmen eines Setbesuchs bei „Zuagroast – ein Gartenkrimi“ konnte ich mit der sympathischen Julia Koch über Wünsche und weitere Projekte sprechen. Hedi Grager und Julia Koch. (Foto privat)

Auch die Landkrimis mag Julia sehr, „weil sie eben nicht das klassische Krimi-Genre bedienen, sondern bunter sind, wie ich es gerne bezeichne. Sie wagen sich auch in andere Genres, wie z.B. ins Märchen beim „Das Schweigen der Esel“, wo sich die Geschichte der Bremer Stadtmusikanten wiederfindet. Dadurch wird das mehr als ein klassischer Krimi, was mir wie auch den Zusehern sehr gefällt, wie die Quoten zeigen. Aber was ich noch sagen wollte, es würde mich schon reizen, mal aus diesem Krimi-Genre auszubrechen und auch woanders ‚hinzugehen‘. Das habe ich noch nicht wirklich erlebt.“

Da ich gelesen hatte, dass sich Julia selbst als zurückhaltenden und eher zögerlichen Menschen beschrieben hat – allerdings wirkt sie so nicht auf mich – frage ich sie danach. „Ich gebe mir sehr viel Mühe“, lächelt Julia. „Das hat sich tatsächlich schon sehr gewandelt. Ich bin einfach als sehr schüchternes Kind aufgewachsen, war eine schüchterne Jugendliche und auch schüchterne junge Erwachsene. Ich glaube sogar in einer Form schüchtern, die extrem war, da ich mich auch in einer neuen Umgebung und vor anderen Menschen gefürchtet habe. Ich brauche einfach eine gewisse Zeit, bis ich mich halbwegs wohlfühle, und in diesem Rahmen kann ich dann auch aufblühen und meine ganze Kraft und Energie auspacken. Aber es kostet mich oft viel Mut, diesen Schritt tatsächlich zu machen. Das hat sich im Laufe meines Erwachsenwerdens ein bisschen gelegt und wurde immer besser, sagen wir es mal so.“ Als ich von ihr wissen möchte, ob ihr das Schauspiel dabei geholfen hat, meint Julia: „Definitiv ja. Im Nachhinein glaube ich, dass das vielleicht sogar ein Mitgrund war, warum mich die Schauspielerei so angezogen hat. Weil das Menschen sind, die sich eben nicht fürchten oder zumindest so wirken, als würden sie sich nicht fürchten. Sie stehen mitten im Scheinwerferlicht oder vor der Kamera – und da wollte ich halt auch hin.“

Am meisten freute sich Julia heuer auf den Dreh ‚Zuagroast“ und war wirklich traurig, als der letzte Drehtag kam. „Es war einfach eine geniale Zeit.“ Sie erzählt mir noch von einer kleinen Rolle in „Gnadenlos“, einer österreichischen Thriller-Miniserie von Regisseur Umut Dağ mit Martina Ebm als Polizistin. „Ich spiele im Gefängnis mit und das ist cool, weil es ein ganz anderes Setting für mich ist. Und für das kommende Jahr freue ich mich schon sehr auf „Geier 3“ und „Geier 4“ sowie den nächsten „Vorarlberger Landkrimi“ mit Karl Markovics und mir in den Hauptrollen. Was sonst noch alles kommt, kann ich noch nicht sagen, bin aber offen für alles. Vor allem möchte ich an meinem Buch weiterschreiben.“

Großes Beitragsfoto: Julia Koch: Erfolgreiche Schauspielerin. (Foto Johannes Siglär)

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