Foto Büro für Auslandssteirer

Büro für Auslandssteirer

(Foto Büro für Auslandssteirer)“Connecting Styrian People and Winning Friends” ist die Mission des Büros für Auslandssteirer und deshalb lud Dr. Renate Metlar wieder zu ihrer Veranstaltungsreihe „Österreichs Ressource: Unsere besten Köpfe im Ausland“. In bewährter Kooperation mit der Fachhochschule Joanneum konnte sie diesmal MMag. Stefan Pretterhofer, Erster Botschaftssekretär der Ständigen Vertretung Österreichs bei den Vereinten Nationen in New York, und Mag. Barbara Gasser, Hollywood Foreign Press Association, begrüßen.

Journalistin Hedi Grager, Dr. Heinz Fischer, Mag. Barbara Gasser, Dr. Renate Metlar, Zweite Landtagspräs. Ursula Lackner und MMag. Stefan Pretterhofer beim Vortrag an der FH (Foto Büro für Auslandssteirer)
Journalistin Hedi Grager, Dr. Heinz Fischer, Mag. Barbara Gasser, Dr. Renate Metlar, Zweite Landtagspräs. Ursula Lackner und MMag. Stefan Pretterhofer beim Vortrag an der FH (Foto Büro für Auslandssteirer)
Dr. Renate Metlar, Leiterin des Büros für Auslandssteirer: Das Büro wurde beim Amt der Steiermärkischen Landesregierung eingerichtet und feiert heuer 10-jähriges Jubiläum. (Foto privat)
Dr. Renate Metlar, Leiterin des Büros für Auslandssteirer: Das Büro wurde beim Amt der Steiermärkischen Landesregierung eingerichtet und feiert heuer 10-jähriges Jubiläum. (Foto privat)

Dr. Renate Metlar, Leiterin des Büros für Auslandssteirer, hat ein Motto: „Wer immer wieder bereit ist, neue Wege zu gehen, seine Ziele konsequent vor Augen hat und den Mut, sich der Veränderung auszusetzen, ist auch erfolgreich. Aufgrund der Leistungen vieler Auslandssteirer und Auslandssteirerinnen, die international reüssieren, nehmen diese eine Vorbildrolle für viele Studierende ein. Das Büro für Auslandssteirer wird recht stark frequentiert, viele haben großes Interesse an Veranstaltungen, andere brauchen Auskünfte zu Staatsbürgerschaftsfragen oder Wahlen etc. – besonders freut mich aber immer wieder die große Verbundenheit zur „alten“ Heimat“.

Aufmerksam lauschten die Studenten, als Mag. Barbara Gasser über ihre Erfahrungen als Journalistin in Hollywood berichtete. Sie ist als erste Österreicherin im Vorstand vom „Los Angeles Press Club“ und als erste Steirerin Mitglied der „Hollywood Foreign Press Association“, die auch die Golden Globes verleiht. Wiederholt wies sie auf die Wichtigkeit des Büros für AuslandssteirerInnen/ AuslandsösterreicherInnen hin und welche Chancen es bietet.

Interessante Vorträge unserer Auslandssteirer Mag. Barbara Gasser (2.v.l) und MMag. Stefan Pretterhofer (r.) an der FH Joanneum. GF der FH JOANNEUM Günter Riegler, Zweite Landtagspräs. Ursula Lackner, Lehrgangsleiterin für Internationales Management Doris Kiendl-Wendner und Dr. Renate Metlar (Foto Büro für Auslandssteirer)
Interessante Vorträge unserer Auslandssteirer Mag. Barbara Gasser (2.v.l) und MMag. Stefan Pretterhofer (r.) an der FH Joanneum. GF der FH JOANNEUM Günter Riegler, Zweite Landtagspräs. Ursula Lackner, Lehrgangsleiterin für Internationales Management Doris Kiendl-Wendner und Dr. Renate Metlar (Foto Büro für Auslandssteirer)

Barbara Gasser begann ihre Karriere im Außenministerium, spezialisierte sich bei ihrem Studium auf internationalen Journalismus und internationale Politik. „Ein Studium motiviert, bitte brechen Sie kein Studium ab, halten Sie durch“, ist ihre eindringliche Botschaft an die Studenten. Sie hatte ein Stipendium an der Columbia University in New York und lernte während eines Besuches bei ihrer Schwester in Los Angeles ihren Lebensgefährten kennen und zog 2003 nach Los Angeles.

Besuch von Mag. Barbara Gasser und MMag. Stefan Pretterhofer im Landesparlament (Foto Landtag Steiermark/Hackl)
Besuch von Mag. Barbara Gasser und MMag. Stefan Pretterhofer im Landesparlament (Foto Landtag Steiermark/Hackl)

Ihren Erfolg führt sie darauf zurück, dass sie zur richtigen Zeit am richtigen Ort war und die richtigen Leute kennen lernte. „Los Angeles ist ein sehr hartes Pflaster, wo nur Höchst- und Bestleistungen zählen. Hilfreich war sicher mein erstes Interview mit Arnold Schwarzenegger und langsam habe ich mir im Filmjournalismus einen Namen erworben“, erzählt Barbara Gasser. Sehr offen erklärt sie weiter: „Dieser Job bedeutet aber auch, dass man 8 Stunden am roten Teppich steht und hofft, dass Stars bei dir stehen bleiben und zwei, drei Fragen beantworten. Man braucht einen langen Atem und hohe Flexibilität, man hat keinen Sonntag. Als Frau ist es doppelt so hart“, sagt sie eindringlich, aber auch, dass alles zu schaffen ist.
Sie weist auf die Wichtigkeit direkter Kontakte und eines guten Netzwerkes hin und dabei wieder auf die Bedeutung des Büros für Auslandssteirer.

Empfang durch die Zweite Landtagspräs. Ursula Lackner in Vertretung von LH Franz Voves im Graz Landhaus (Foto Landtag Steiermark/Hackl)
Empfang durch die Zweite Landtagspräs. Ursula Lackner in Vertretung von LH Franz Voves im Graz Landhaus (Foto Landtag Steiermark/Hackl)

Zuletzt verrät sie den aufmerksamen Zuhörern noch, dass sie Jonny Depp sehr gerne mag. „Er ist menschlich in Ordnung und nimmt sich Zeit für Interwies und Gespräche. Dafür lässt er auch mal seinen Privatjet warten“, erzählt Barbara Gasser, und dass Arnold Schwarzenegger übrigens der erste Anrufer war, als ihr Lebensgefährte überraschend verstarb.

MMag. Stefan Pretterhofer (Foto privat)
MMag. Stefan Pretterhofer (Foto privat)

MMag. Stefan Pretterhofer
Der 33-jährige Grazer Stefan Pretterhofer sammelte nach seinen Studien „Management and International Business“ und „Rechtswissenschaften mit Spezialisierung auf Internationale Beziehungen“ in Graz erste Berufserfahrungen im Bundesministerium für Europäische und internationale Angelegenheiten. Seit 2008 ist er im BM für Europa, Integration und Äußeres, aktuell in New York.

Herr Mag. Pretterhofer, welches Praktikum, welche Arbeit hat Ihnen bisher das größte Wissen und Erfahrung gebracht?
Jede bisherige Station in meinem Leben hat mich persönlich geprägt und weiter gebracht: Sei es meine Jugend-, Schul- und Studienzeit in Graz, mein Auslandsstudienjahr in Paris, die Auslandspraktika in Casablanca und Brüssel, meine Tätigkeit im Außenministerium in Wien und schließlich meine Erfahrungen in Budapest und nun in New York. Den Entschluss, eine internationale Karriere einschlagen zu wollen, habe ich während meines Studienaufenthaltes in Frankreich getroffen.

Welches sind die wichtigsten Ihrer Tätigkeiten?
Ich bin derzeit an der Ständigen Vertretung Österreichs bei der UNO in New York für den Bereich Menschenrechte zuständig. D.h. meine Aufgabe besteht darin, österreichische Positionen im Rahmen der Vereinten Nationen zu vertreten.
Für die österreichische Außenpolitik sind im Hinblick auf die Menschenrechte viele Themen von besonderer Bedeutung wie zB Rechte der Frau: Kampagnen wie „He for she“ gegen Diskriminierung und für Gleichberechtigung, Rechte des Kindes, Sicherheit von Journalistinnen, VerteidigerInnen der Menschenrechte, Kampf gegen Rassismus und den Menschenhandel, Minderheitenrechte, Glaubens- und Gewissensfreiheit und Menschenrechtsbildung.

Was liegt Ihnen persönlich am meisten am Herzen?
Der persönliche Kontakt zu Menschen ist mir besonders wichtig – sowohl im beruflichen als auch im privaten Umfeld. Die neuen Medien ermöglichen es mir, auch von New York aus mit meiner Familie und Freunden in Europa in Kontakt zu bleiben. Im Rahmen meines aktuellen Aufenthaltes in Graz und Wien konnte ich viele Bekannte wiedersehen.

Wie stellen Sie sich Ihre weitere Karriere vor, haben Sie einen besonderen Wunsch?
Der österreichische auswärtige Dienst wird bestimmt durch das Mobilitätsprinzip und das Rotationsprinzip. Es können Wünsche hinsichtlich der Auswahl des Dienstortes geäußert werden, auf die seitens des Ministeriums im Rahmen der Möglichkeiten Rücksicht genommen wird. Österreichische Diplomatinnen und Diplomaten verbringen für gewöhnlich mehr als 50% ihrer Dienstzeit im Ausland. Nach meiner etwas mehr als vierjährigen Tätigkeit an der Österreichischen Botschaft in Budapest bin ich seit November 2014 an der Ständigen Vertretung Österreichs bei den Vereinten Nationen in New York tätig und werde voraussichtlich bis Sommer 2018 hier bleiben. Danach werde ich für einige Jahre zurück nach Wien ins Ministerium gehen, bevor ich mich für meinen nächsten Auslandsposten bewerben werde.

Der Beruf ist sehr abwechslungsreich: Die Aufgabenbereiche umfassen ein weites Spektrum, das von politischer Berichterstattung, EU-Politik, Wirtschaft, Finanzen und Soziales über Entwicklungs- und technische Zusammenarbeit, Kultur, Wissenschaft, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit bis hin zu Rechts- und Konsularangelegenheiten (Betreuung von AuslandsösterreicherInnen, Pässe, Visa) reicht.

Was empfehlen Sie jungen Menschen, die ins Ausland gehen wollen. Was ist eine der wichtigsten Voraussetzungen, derer man sich bewusst sein muss?
Seien Sie offen für neue Erfahrungen und Bekanntschaften – das erleichtert den Start im Ausland. Lassen Sie sich auf die Kultur ein und versuchen Sie, zumindest Grundkenntnisse der Fremdsprache zu erwerben.
Sollten sie an einer internationalen Karriere interessiert sein, sehen Sie sich die Informationen auf der Website des Bundesministeriums für Europa, Integration und Äußeres an: www.bmeia.gv.at/das-ministerium/karrieremoeglichkeiten/.

www.auslandssteirer.at

Brief von Mag. Leo Borchardt, LL.M. (NYU)
(Wirtschaftsanwalt London) an Dr. Renate Metlar nach der Podiumsdiskussion „Karriere in Europa und der Welt – Österreichs Ressource: Unsere besten Köpfe im Ausland“
Nochmals aufrichtigen Dank für Ihre gute und wichtige Arbeit. Die Veranstaltungen waren nicht nur sinnvoll und gut besucht, sie ragen auch wie ein Leuchtturm heraus aus dem Meer an anderen Dingen, die in Graz und der Steiermark Tag ein, Tag aus angeboten werden.

Gerne fasse ich hier zwei, drei Gedanken zusammen, die mir in der Gesamtschau in den Sinn kommen:
Beginnen möchte ich mit einer Beichte. Ich komme viel zu selten in die Steiermark zurück. Und es wird immer schwieriger, in die Steiermark zurückzukommen, einfach weil man im Ausland eine Familie gründet, beruflich rasch aufsteigt, usw.  Ohne das Büro für Auslandssteirer wäre ich wieder ein Jahr lang nicht in Graz gewesen, hätte wieder ein Jahr lang keinen persönlichen Kontakt mit den Spitzenrepräsentanten des Landes und der Universität gepflogen, und es wäre mir nicht möglich gewesen, Erfahrungen und Eindrücke an die nächste Generation Hochbegabter weiterzugeben. Das war guat für’s G’miat.
Von Berufs wegen habe ich ein tiefes Verständnis für Wissens- und Technologietransfer, und ein ausgeprägtes Sensorium dafür, ob solche Transfers in einem Land, einer Gesellschaft gut funktionieren oder weniger gut. Mit fallen kaum Investitionen ein, die eine höhere Rendite für ein Land abwerfen als Investitionen in die Institutionalisierung des Austauschs und Transfers von Humankapital (und dem „cultural and intellectual property“, das in den Hirnen (und Herzen) der Menschen abgespeichert ist). Mit anderen Worten:  Die Auslandssteirer sind nicht nur ein Fundus interessanter Biographien, sie sind ein wertvolle Ressource, die es pflanzen, zu kultivieren, zu hegen und zu pflegen gilt, damit man sie irgendwann man einmal ernten kann. Ohne die „Scharnierfunktion“ Büro für Auslandssteirer wäre es ungleich schwieriger, diesen Re-Import von Humankapital in die Steiermark nachhaltig zu sichern.
Es darf nicht bei Besuchen bleiben. Auch wenn die meisten Auslandssteirer Appetit darauf haben, in die Steiermark zurückzukehren, braucht es ein gerüttelt Maß an Überzeugungsarbeit, bis der Umzugskarton gen Graz gepackt ist. Darin sehe ich die zukünfige zweite Hauptaufgabe des Büros für Auslandssteirer: Lobbying für die Rückkehr von erfolgreichen Auslandssteirerinnen und -steirern zu machen. Eine Plattform und Andockstation sein für Heimkehrwillige und -freudige, von Bad Aussee bis St. Anna am Aigen.  Jemanden, der die besten Arbeitgeber der Steiermark mit den hellsten Köpfen im Ausland wirksam verknüpft, auf dass die Neuronen funken. Das ist ein aktiver Beitrag zur Stärkung des Wirtschaftsstandorts grüne Mark. Damit sich die Zuneigung des Landes zu seinen „Kindern im Ausland“ nicht auf Sonntagsreden beschränkt.
Alle Podiumsteilnehmerinnen und -teilnehmer, mit denen ich sprach, äußerten mir gegenüber gleiche oder ähnliche Sentimente.

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