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„Reise zwischen den Welten“

buch-cover-reise-zwischen-den-welten„Mein Buch Reise zwischen den Welten ist zugleich ein Bildband und ein Roman. Ein ‚Film zum Blättern‘, erzählt Autorin Aniko Balazs. „Es ist eine Erzählung, Reisebericht, Sozialstudie und Liebesgeschichte.“

Aniko traf bei einem Sturz vom Dromedar auf Said, einen Nomaden. Mittlerweile sind einige Jahren vergangen und Aniko und Said sind noch immer ein Paar. Sie sind noch immer auf der Reise zwischen den Welten – zwischen der Stille der Wüste und der modernen Kultur Mitteleuropas.

„Dieser Blick hat mich getroffen und ich wusste, die ist jetzt für mich", sagt Said, als Aniko vom Dromedar fiel und ihr Blick Said traf (Foto Aniko Balazs)
„Dieser Blick hat mich getroffen und ich wusste, die ist jetzt für mich“, sagt Said, als Aniko vom Dromedar fiel und ihr Blick Said traf (Foto Aniko Balazs)

Ausschnitt aus dem Bildband und Roman „Reise zwischen den Welten. Die wahre Geschichte einer Großen Liebe“

“Du hast völlig Recht. So könnte das gehen.”
Ich male mir die neue Lebensweise aus und finde sogleich gefallen daran. Das wäre eine tolle Lösung und auch organisierbar. Ein Leben mit und zwischen zwei Kulturen, zwei Kontinenten, zwei Lebensweisen, zwei Welten. Das Leben zwischen Glamour und elektrisierender Betriebsamkeit, Projekten, Shows und europäischem Leben. Auf der anderen Seite bodenständige, klingende Stille in dieser anderen Kultur. Welch eine Vision. Ich male mir die Bilder aus. Wir sitzen zusammengekuschelt, jeder in seinen Gedanken und Bildern versunken. Keine Skepsis diesmal. Nur Zuversicht. Wir freuen uns auf unsere gemeinsame Zukunft.
In die Stille meint Said weiter versonnen “In unserer Kultur geht die Familie des Mannes zur Familie der Frau, um um ihre Hand anzuhalten.”

Anfang Februar 2017 wird Said mit elf Dromedaren und einigen Familienmitgliedern von Marokko nach Wien ziehen, um um die Hand seiner Aniko anzuhalten (Foto Joe Haider)
Anfang Februar 2017 wird Said mit elf Dromedaren und einigen Familienmitgliedern von Marokko nach Wien ziehen, um um die Hand seiner Aniko anzuhalten (Foto Joe Haider)

“Ja, klar.” antworte ich. “Du wirst deine alten Eltern, die noch niemals Ihre Wüste verlassen haben, in den Flieger setzen und über den Madrider oder Pariser Flughafen nach Wien in den 19. Bezirk zu meiner Mutter schicken? Wo sie sich dann in welcher Sprache mit meiner Mutter verständigen wollen? Bist du dir da ganz sicher?”
Er sieht mich mit klarem Blick und völliger Überzeugung an.
“Nein. Wir kommen mit der Karawane nach Wien. Wir ziehen hier Anfang Februar mit elf Dromedaren und neun Leuten los. Dann sind wir etwa Mitte März an der Küste und nehmen die Fähre über Gibraltar nach Spanien.”

Ich sehe mit meinem inneren Auge das Bild, wie elf Dromedare und neun Marokkaner, alle ohne Papiere, die Fähre nach Spanien besteigen wollen. In die Festung Europa.
“Du möchtest mit elf Dromedaren und neun Marokkanern ohne Papiere nach Europa einreisen? Einfach so?” “Naja” er lächelt mich verschmitzt an unter seinen langen Wimpern “Du verkaufst die Geschichte an eine Fernsehstation und wir haben die Papiere… oder?”
Ich bin wiedermal sprachlos. Er hat so Recht. Da erklärt mir Said mit seiner Klarheit und seiner verwegenen, unverbrauchten Fantasie die Lösung zu einem unlösbar erscheinenden Problem. Und nun bin ich damit beschäftigt, diese Idee in die Realität umzusetzen.
So brechen wir auf zum nächsten Abenteuer und ich mache mir schon mal Gedanken über ein Drehbuch und an welchen Fernsehsender ich mich wenden könnte.
Lustig kann es werden, wenn die Karawane in Spanien landet und zunächst an der Autobahn entlang Richtung Norden zieht. Die Gesichter der erstaunten Menschen – eine Karawane in Europa?

www.reise-zwischen-den-welten.com

 

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