Alessandro Painsi – Artist trying to change the world

Künstler Alessandro Painsi (Foto privat)Der vielseitig talentierte Steirer Alessandro Painsi war ein sehr erfolgreicher Turniertänzer – jetzt präsentiert er als leidenschaftlicher Maler seine Message. Alessandro Painsi lebt seit über 3 Jahren als Künstler in Aalborg in Dänemark. Hier leitet der sympathische Kreative gemeinsam mit einer Freundin ein Kunststudio – und seit kurzem ist er auch in der Simons Gallery in Miami vertreten. Und das alles mit unglaublichen 21 Jahren.

Beinahe 11 Jahre lang tanzte Alessandro Painsi - und das sehr erfolgreich. Jetzt lebt er als gefragter Künstler in Dänemark (Foto David Ocean)
Beinahe 11 Jahre lang tanzte Alessandro Painsi – und das sehr erfolgreich. Jetzt lebt er als gefragter Künstler in Dänemark (Foto David Ocean)

Bei seinem kürzlichen ‚Heimaturlaub‘ erzählt mir Alessandro, der in St. Margarethen a.d. Raab aufgewachsen ist, über sein Leben in Dänemark, seine Kunst und über seine ‚Muse‘.

Kürzlich war Alessandro Painsi wieder einmal zu Besuch bei seiner Familie in der Steiermark. Bei einem gemütlichen Kaffeeplausch erzählte er mir von seinem Leben als Künstler in Dänemark (Foto privat)
Kürzlich war Alessandro Painsi wieder einmal zu Besuch bei seiner Familie in der Steiermark. Bei einem gemütlichen Kaffeeplausch erzählte er mir von seinem Leben als Künstler in Dänemark (Foto privat)

Alessandro begann das Kunst- und Design-Studium an der Grazer Ortweinschule – und tanzte beinahe 11 Jahre lang mit großen Erfolgen. Mit seiner damaligen Partnerin war er vielfacher österreichischer Meister der lateinamerikanischen Tänze und nahm an einer Europa- und Weltmeisterschaft teil. Als er sich von ihr trennte und auf der Suche nach einer neuen Tanzpartnerin 2013 nach Dänemark reiste, blieb er. Denn in Dänemark gibt es seiner Meinung nach die besten Tanztrainer der Welt und eine sehr gute Tanzszene.

Alessandro Painsi war ein sehr erfolgreicher Turniertänzer, nahm  an der Europa- und Weltmeisterschaft teil. Hier mit seiner dänischen Tanzpartnerin Cecilie Engsig (Foto Regina Courtier)
Alessandro Painsi war ein sehr erfolgreicher Turniertänzer, nahm  an der Europa- und Weltmeisterschaft teil. Hier mit seiner dänischen Tanzpartnerin Cecilie Engsig (Foto Regina Courtier)

Als er nach 1 ½ Jahren mit der Tanzpartnerin nicht mehr harmonierte, beendete Alessandro seine Tanzkarriere. „Tanzen interessierte mich nicht mehr so sehr, da immer weniger die Kunst im Vordergrund stand, sondern es eher um sportliche Höchstleistungen ging. Ich wollte aber unbedingt etwas Künstlerisches machen und begann zu malen.“ Über seine Freundin Amalie – er hatte inzwischen seine große Liebe gefunden – lernte er dann die Street Art-Künstlerin Frida Still Vium kennen, die schon im Alter von 16 Jahren ein Kunststudio eröffnet hatte. „Ich bin jetzt seit 1 ½ Jahren dabei, wir sind eines der erfolgreichsten Jugend Kunststudios Europas und haben kürzlich ein neues Studio in der Stadtmitte bezogen. Wir haben auch eine eigene Galerie und mit unseren großen Glasfronten sind wir mittlerweile eine Touristenattraktion in Aalborg“, erzählt Alessandro stolz.

(Foto privat)

Kunststudio und Galerie ‚Street Station‘
Und wie funktioniert Euer Kunststudio? „Unser Studio wird von Stadt und Staat finanziert. Wir arbeiten dafür viel mit Schulen und Hilfseinrichtungen zusammen, bieten jungen Menschen die Möglichkeit, sich kreativ zu entfalten. Wir wollen mit Kunst helfen, Grenzen zu überwinden, weil es keinen Unterschied macht, wo du als Künstler herkommst.

Alessandro Painsi möchte in Kunststudios wie dem ‚Street Station‘ jungen Menschen die Möglichkeit geben, sich kreativ zu entfalten - und das weltweit (Foto privat)
Alessandro Painsi möchte in Kunststudios wie dem ‚Street Station‘ jungen Menschen die Möglichkeit geben, sich kreativ zu entfalten – und das weltweit (Foto privat)

Unterstützt werden von uns junge Menschen im Alter zwischen 15 und 25 Jahren, 10 arbeiten aktuell fix bei uns. Wir wollen die Jugend fördern, möchten jungen Leuten eine Chance geben, die im Schulsystem oft keine Chance hatten. Es gibt aber auch strikte Kriterien, um bei uns reinzukommen. Denn wir sind kein Freizeitklub, sondern ein professionelles Kunststudio“, betont Alessandro mit Nachdruck. „Ich habe jetzt auch eine Galerie in Miami, die Simons Gallery, und nächstes Jahr stelle ich das erste Mal bei einer der größten Kunstmessen der Welt aus, der ArtExpo New York. Eine Galerie in Texas und auch eine in Österreich ist ebenfalls an mir interessiert. Damit geht für mich natürlich der Traum jedes Künstlers in Erfüllung.“

Alessandro Painsi ist stolz darauf, dass sich Galerien in den USA und jetzt auch in seiner Heimat Österreich für ihn als Künstler interessieren (Foto David Ocean)
Alessandro Painsi ist stolz darauf, dass sich Galerien in den USA und jetzt auch in seiner Heimat Österreich für ihn als Künstler interessieren (Foto David Ocean)

Kunst und Kreativität
Alessandro arbeitet nur mit Leinwänden, je größer desto besser. Gerne würde er wie die Street Art Künstler riesige Wandflächen bemalen, überhaupt verschiedene Sachen ausprobieren. Seinen Stil bezeichnet er selbst als abstrakt figurativ. Einen großen Vorteil sieht er in seinem schnellen Pinselstrich, wie er sagt. „Ich könnte mir nicht vorstellen, mir vorher zu überlegen, was ich male, es passiert einfach.“

(Foto privat)

Alessandro ist überhaupt in vielfältiger Weise kreativ. Geht nicht, gibt es für ihn nicht. „Ich hatte die Idee einer eigenen TV-Serie. Ich hatte zwar keine Ahnung davon, aber innerhalb eines halben Jahres habe ich Partner und ein professionelles Team gefunden. Sämtliches Equipment usw. bekamen wir gesponsert, weil meine Idee vielen Menschen gefallen hat. Wir sind fast 30 Leute im TV-Team, wir verdienen zwar nichts daran, sehen es aber als unsere Chance. Zur Zeit arbeiten wir noch an der Pilotepisode und hoffen natürlich, dass ein TV-Sender sich dafür interessieren wird.“ Mit einem Schmunzeln erzählt er weiter, dass „wir anfangs alle Fehler machten, die man nur machen kann, aber wir lernten viel dabei. Als Künstler kannst Du in so vielen Bereichen arbeiten, so viele interessante Leute kennen lernen und es öffnen sich immer wieder neue Türen.“

Alessandro Painsi ist ein unglaublich vielseitiger Künstler: Malerei, TV-Projekte - und bald wird er auch auf YouTube zu sehen sein (Foto privat)
Alessandro Painsi ist ein unglaublich vielseitiger Künstler: Malerei, TV-Projekte – und bald wird er auch auf YouTube zu sehen sein (Foto privat)

Alessandro ist es sehr wichtig, seine Message als Künstler zu verbreiten. „Für mich als Künstler ist der Künstler wichtiger und interessanter als das Bild. Als Künstler musst du eine Message haben, musst du gewisse Werte haben und dafür stehen. Alles ist Kunst, aber nicht jeder ist Künstler. Wenn jemand daheim eine Blume malt, ist das Kunst, aber er ist kein Künstler. Ich möchte Menschen berühren und verändern. Wenn jemand ein Bild von mir ansieht und es ihm gefällt, hoffe ich, dass ich als Person die wirkliche Wirkung erziele.“

Wie schon Andy Warhol meint auch Alessandro Painsi: "Für mich als Künstler ist der Künstler wichtiger und interessanter als das Bild." (Foto David Ocean)
Wie schon Andy Warhol meint auch Alessandro Painsi: „Für mich als Künstler ist der Künstler wichtiger und interessanter als das Bild.“ (Foto David Ocean)

Der junge und sehr zielstrebige Künstler ist überzeugt, dass man als ‚Vollzeitkünstler‘ sehr wohl Geld verdienen kann. „Aber natürlich kannst Du nicht nur im Studio sitzen und warten, dass jemand kommt“, meint er. „Wenn du eine Karriere aufbauen willst, fängst du klein an und arbeitest dich hoch, wie z.B. ein Tischler. Du musst jeden Tag daran arbeiten. Wenn Du niemandem sagst, dass es Dich gibt, wer soll es dann wissen? Ich habe Hunderte Galerien kontaktiert und jetzt die eine in Miami gefunden, der meine Arbeiten gefallen.“

"Als Künstler kannst Du in so vielen Bereichen arbeiten, so viele interessante Leute kennen lernen und es öffnen sich immer wieder neue Türen", erklärt der junge Künstler Alessandro Painsi begeistert (Foto privat)
„Als Künstler kannst Du in so vielen Bereichen arbeiten, so viele interessante Leute kennen lernen und es öffnen sich immer wieder neue Türen“, erklärt der junge Künstler Alessandro Painsi begeistert (Foto privat)

Profi-Sport und Künstler-Leben
Alessandro kennt das Leben als Profi-Sportler und das als Künstler. „Der Profi-Sport hat mich gelehrt, meine Ziele festzulegen, wie ich dorthin komme und wieviel Arbeit es braucht. Ich habe als Tänzer täglich 4 Stunden trainiert, Tanztraining und Fitness. Im Endeffekt ist es so, wenn du ein Ziel erreichst, denkst Du schon weiter an größere Ziele. Ich sehe den Prozess des ganzen Künstlerseins als ein Puzzle. Die Phase, wenn alle Teile zusammenkommen und das Bild entsteht ist viel interessanter als das Bild selbst. Ich glaube, Du musst den Prozess lieben.“

Alessandro glaubt an das, was Andy Warhol sagte, nämlich, dass der Künstler ein größeres Kunstwerk ist als die Kunst. „Und ich glaube an mich.“

Der junge Künstler Alessandro Painsi weiß ganz genau, dass er für eine erfolgreiche Karriere hart arbeiten muss (Foto privat)
Der junge Künstler Alessandro Painsi weiß ganz genau, dass er für eine erfolgreiche Karriere hart arbeiten muss (Foto privat)

Familie und Heimat
„Heimat? Schwierig. Ich sprach gerade mit meiner Freundin darüber. Mir gefällt die Offenheit der Dänen. Jeder spricht englisch, ich selbst spreche auch schon dänisch. Ich fühle mich in Dänemark wohler, weil es dort mehr Chancen gibt für mich, auch meine Freundin ist dort. Trotzdem ist Österreich Heimat, wo meine Familie ist und auch meine Freunde leben. Aber auch wenn ich jetzt hier auf ‚Heimaturlaub‘ bin, arbeite ich, gebe Interviews und male.“ Schmunzelnd erzählt er, dass sein Papa ihn einmal nach seiner Pension fragte. „Ich antwortete, ich will malen bis ich tot bin.“

In Dänemark hat er aber– ganz wie er es seiner Mama versprochen hatte – seine Schulbildung auf einem internationalen Gymnasium beendet.

Alessandro Painsi arbeitet am liebsten an großen Werken - "je größer, desto besser" (Foto privat)
Alessandro Painsi arbeitet am liebsten an großen Werken – „je größer, desto besser“ (Foto privat)

Alessandro privat
Alessandro ist ein kreativer, gefühlvoller, freiheitsliebender Mensch voller Energie. Seine Schwachstelle ist die Ungeduld. „Ich bin auch ein sehr impulsiver Typ – im Gegensatz zu meiner Freundin. Amalie ist 19 Jahre alt und das perfekte Gegenteil, sie ist meine größte Muse. Sie hat mir durch ihre guten Kontakte viele Türen geöffnet. Sie selbst ist auch kreativ, will aber in Richtung Fashion gehen.“ Er verbringt mit ihr viel Zeit in der Natur, reist gerne, macht es sich mit ihr auch gerne gemütlich. „Das hat Amalie mich aber erst gelehrt – ich wäre sonst ein kompletter Workaholic. Sie tut mir sehr gut und bringt mich auf den Boden.“ Durch sie wurde der Frühaufsteher zum Langschläfer, wie er mit einem Lachen verrät.

Alessandro Painsi: Freundin Amalie ist seine große Muse (Foto privat)
Alessandro Painsi: Freundin Amalie ist seine große Muse (Foto privat)

Geld ist schon wichtig für ihn. „Wie meine Eltern mir die Zeit mit dem Tanzen geebnet haben, möchte ich auch meinen Kindern einmal etwas bieten können, egal was sie machen wollen. Sie verdienen mindestens die gleichen Chancen, die ich hatte. Und ohne Geld könnte ich auch keine Leinwände kaufen. Wenn ein Künstler sagt, dass es nicht wichtig ist zu verkaufen, dann hat er noch nie etwas verkauft“, lächelt er.

Die typischen kindlichen Berufswünsche hatte er aber nie. Lachend erzählt er: „Mein erster Traumberuf war Ziegenpeter zu werden, wie bei Heidi, dann Delphinschützer.“

Das Kunststudio 'Street Station', das Street Art-Künstlerin Frida Still Vium und er gemeinsam führen, ist eines der erfolgreichsten Jugend Kunststudios Europas (Foto privat)
Das Kunststudio ‚Street Station‘, das Street Art-Künstlerin Frida Still Vium und er gemeinsam führen, ist eines der erfolgreichsten Jugend Kunststudios Europas (Foto privat) 

Fit hält er sich im Fitness Center, das ist ihm sehr wichtig. Als ich wissen möchte, ob er Wert auf gesunde Ernährung legt, erfahre ich mit einem Lachen: „Überhaupt nicht. Ich gebe das meiste Geld in Restaurants aus. Essen ist mein Hobby. Ich liebe auch Fashion, habe Kooperationen mit verschiedenen Labels in Dänemark, aber ansonsten gebe ich mein Geld lieber für neue Materialien aus – und eben für Essen.“

(Foto privat)

Zukunft
„Ich möchte weltweit Kunststudios aufbauen, um junge Künstler zu unterstützen. Unser Modell ist ein funktionierendes Beispiel, das ich direkt nach Graz und in die Welt bringen möchte. Es wird sicher dauern, aber es wird passieren. Und es gibt ja weltweit schon Programme, vielleicht können wir auch mit denen Kooperationen eingehen.

(Foto privat)

Eines meiner nächsten Großprojekte wird das YouTube sein, zu Beginn vielleicht mal nur als Blog, mal sehen. Im heurigen Jahr steht allerdings mein Zivildienst an und ich freue mich sehr darüber, dass ich diesen in Dänemark ableiten darf. 

Und dann muss ich natürlich meine Bilder nach Miami schicken, denn gerade wird meine erste Show mit der Simons Gallery geplant. Diese findet genau zur Art Week Miami im Dezember statt, wenn beinahe Hunderttausend Menschen nach Miami reisen, um Galerien und Kunstmessen zu besuchen. Dort gemeinsam mit den teuersten Künstlern der Welt vertreten zu sein, das ist wie ein echter Jackpot für mein Rennomee.“

Großes Beitragsfoto: Der erfolgreiche steirische Maler Alessandro Painsi lebt und arbeitet in Dänemark (Foto privat)

www.instagram.com/picassandro

 

 

 

 

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