Veith Moser – Arzt aus Leidenschaft

Veith Moser ist Facharzt für plastische, ästhetische und rekonstruktive Chirurgie, Nervenchirurgie und Handchirurgie. Gemeinsam mit Dr. Shirin Milani-Helletzgruber betreibt er eine elegante Ordination in der Wiener Innenstadt.

Veith Moser wurde auf 'leichten Umwegen' ein leidenschaftlicher Arzt (Foto privat)
Veith Moser wurde auf ‚leichten Umwegen‘ ein leidenschaftlicher Arzt (Foto privat)

Bei meinem Besuch erzählt er mir humorvoll und sehr offen, wie er mit ‚leichten‘ Umwegen ein leidenschaftlicher Arzt wurde, dass er nicht jede Operation durchführt und dass er seine Urlaube mit Fortbildung verbindet.

Auf der Suche nach einem Beruf
Beim Beginn seiner ‚Studien‘ deutete noch nichts darauf hin, dass Veith einmal ein überaus leidenschaftlicher und engagierter Arzt werden würde – denn diese begannen mit einem Schiffsbau-, dem Jus- und BWL-Studium. „Während meiner Schulzeit habe ich öfters die Schule gewechselt und studieren wollte ich sowieso nie. Ich war wirklich ein Riesen-Rebell und meine Eltern haben einiges mit mir mitgemacht“, beginnt er schmunzelnd zu erzählen. „Mein Vater war Lehrer und sagte mir, dass ich so lange in die Schule müsse, bis ich die Matura hätte – und ich wusste, dass er das auch so meinte.“ Nach einigen blauen Briefen und mit Lernen verbrachten Sommern am Traunsee – Veith kommt aus Gmunden – kam er auf eine glorreiche Idee: „Nachdem ich am See aufgewachsen bin, ziemlich alle Wassersportarten machte, Motorboot fuhr und auch Kapitän bei der Schifffahrt war, dachte ich, studiere ich halt Schiffsbau.“ Er ging nach Wien, wo er sehr rasch merkte, dass dieses Studium nichts für ihn sei. „Da bekam ich eine Anfrage vom Chef der Gmundner Schiffswerft, ob ich nicht seine Werft leiten wolle, da sein Werksleiter ausgefallen sei. Passt dachte ich und bin noch im November nach Oberösterreich zurück. Den Dezember verbrachte ich dann nach einem schweren Unfall im Spital, wurde mehrmals operiert und erkannte, dass das Reparieren von Schiffen im saukalten Winter auch nichts für mich ist.“

Veith war 18 Jahre alt, als er wieder in der Schiffswerft am Traunsee arbeitete. „Da waren bis zu 100 Menschen an Bord, für die ich die Verantwortung trug - und diese Verantwortung zu übernehmen, war sehr wichtig für mich." (Foto privat)
Veith war 18 Jahre alt, als er wieder in der Schiffswerft am Traunsee arbeitete. „Da waren bis zu 100 Menschen an Bord, für die ich die Verantwortung trug – und diese Verantwortung zu übernehmen, war sehr wichtig für mich.“ (Foto privat)

Ich muss lachen, als Veith weiter erzählt: „Zu dieser Zeit ging mein bester Freund nach Salzburg, um Jus zu studieren. Wir zogen also in die Wohnung seiner Freundin, die allerdings schon nach 3 Tagen auszog. Meine Schwester lebte damals ebenfalls in Salzburg und hatte eine Computerfirma und ein technisches Zeichenbüro. Dort habe ich eine Zeitlang mitgearbeitet – aber auch das war wieder einmal nichts für mich.“

Veith war 18 Jahre alt, es wurde gerade Frühling, als der nächste Anruf seines ehemaligen Chefs von Schiffswerft kam – und Veith schipperte wieder einmal den ganzen Sommer über den Traunsee. „Da waren bis zu 100 Menschen an Bord, für die ich die Verantwortung trug – im weißen Hemd mit drei goldenen Streifen.“ Leicht nachdenklich meint er, wie wichtig es für ihn gewesen war, Verantwortung zu übernehmen. Außerdem verdiente er damit damals, in den Jahren 1992/93, gutes Geld. „Und ich bin solide geworden, hatte eine Freundin, die in Wien Wirtschaft studierte und so versuchte ich dieses Studium. Nach ungefähr 10 Prüfungen wusste ich aber, auch das war nichts für mich.“

Lebensentscheidung für die Medizin
Sein nächster Weg führte ihn zum Militär. „Da ich durch meinen Unfall gehandicapt war, wurde ich zur Garde in Wien eingezogen, die mich ins Heeresspital nach Stammersdorf versetzten. Hier wurde ich als Wache eingesetzt. In dieser Zeit erkrankte meine Mutter an Brustkrebs und da wollte ich Medizin studieren. Das war anfangs wirklich sehr schwer für mich. Für den ersten Studienabschnitt brauchte ich statt 4 noch 7 Semester. Dann begann ich im zweiten Abschnitt gemeinsam mit meiner neuen Freundin zu lernen, die gleich weit war wie ich – und mit ihrer Hilfe habe ich das Lernen erlernt.“ Plötzlich hatte Veith nur mehr gute Noten, beendete den zweiten Abschnitt statt in 3 in 2 Semestern und den dritten in 3 statt in 5 Semestern. So schaffte Veith sein Medizinstudium sogar unter der Mindestzeit – und ist nebenher Ferngefahren. „Ich habe mich samstags in den LKW gesetzt und war dienstags wieder da.“ So war er damals 60 mal in England und hat während der Fahrten mit Tonbändern gelernt, die er besprochen hatte. Und endlich wusste er mit absoluter Sicherheit, dass das Medizinstudium genau seins war und auch, dass er Plastischer Chirurg werden wollte. „Das hing vielleicht damit zusammen, dass meine Mutter ihre Brustkrebserkrankung hatte. Es ist aber auch ein extrem positives medizinisches Fachgebiet, egal ob Du nach einem Unfall jemanden wieder ‚zusammenflickst‘ oder jemandem die Brust vergrößerst, mit wenigsten Ausnahmen geht es den Patienten danach wirklich besser.“

Veith Moser: "Anders als bei Chirurgen, bei denen es um lebensrettende Maßnahmen geht, definiert sich in der Ästhetischen Chirurgie alles über Narben und Proportionen." (Foto privat)
Veith Moser: „Anders als bei Chirurgen, bei denen es um lebensrettende Maßnahmen geht, definiert sich in der Ästhetischen Chirurgie alles über Narben und Proportionen.“ (Foto privat)

Hautnarbe als Unterschrift des Plastischen Chirurgen
Anders als bei Chirurgen, bei denen es um lebensrettende Maßnahmen geht, definiert sich für Veith in der Ästhetischen Chirurgie alles über Narben und Proportionen. Deshalb ist es so wichtig, sich über das Ziel einer Operation im Klaren zu sein. „Als Arzt muss ich den Patienten verstehen, muss spüren, was er möchte und aus welchen Gründen – und das geht nicht in 10 Minuten. Ich muss sein und auch mein Schönheitsideal treffen, aber wenn es über meine Toleranz hinausgeht, mache ich es nicht. Ich sage vielen Patienten ab und operiere nur Menschen, bei denen ich sicher bin, dass sie danach zufrieden sein werden. Das ist vertrauensbildend und alles andere macht mir meine Laune, meinen Tag und meinen Ruf kaputt.“
Bei vielen seiner Patientinnen gehe es z.B. um Brustrekonstruktionen. „Das sind oft Frauen um die 40 und mit Kindern – und da kann es nach den Eingriffen schon passieren, dass sie mir sagen, dass ich ihnen sehr viel zurückgegeben habe oder sogar ihre Ehe gerettet habe.“ Es ist spürbar, wie wichtig ihm das als Arzt ist.

Als Arzt ist Veith Moser eines sehr wichtig: "Ich operiere nur Menschen, bei denen ich sicher bin, dass sie danach zufrieden sein werden." (Foto privat)
Als Arzt ist Veith Moser eines sehr wichtig: „Ich operiere nur Menschen, bei denen ich sicher bin, dass sie danach zufrieden sein werden.“ (Foto privat)

Ich spreche ihn auf ein anscheinend oftmals verzerrtes Selbstbild von Frauen an und muss schmunzeln als er meint: „Ich sag immer, du kriegst den plastischen Chirurgen, den du verdienst. Du musst einfach schauen, wie der Arzt und seine Frau aussehen.“ Auf erst 18-Jährige und ihre OP-Wünsche angesprochen meint Veith, „dass sehr junge oder instabile Menschen mit wenig Lebenserfahrung oft gar nicht wissen, was sie ihrem Körper antun.“ Zu ihm kommen nur wenig junge Menschen mit Hirngespinsten – bedingt sicherlich auch durch ihre gehobenen Preise.

Veith hat bei vielen großen Meistern, wie er sie nennt, gelernt wie z.B. bei den Ärzten Freilinger, Frey, Worseg und Knabl. Er war 3,5 Jahre leitender Oberarzt an der Züricher Universitätsklinik für Plastische Chirurgie und machte zusammen mit den Nerven-OPs im Jahr an die 1000 Eingriffe.

Das Arbeitspensum von Veith verteilt sich auf ca. 30 % schönheitschirurgische und 70 % nervenchirurgische und handchirurgische Eingriffe. Interessant ist, dass 70 % seiner Patienten über Empfehlungen kommen und dass Menschen vor allem seit dem Crash 2008 ihr Geld lieber in sich selbst investieren.

Die Bezeichnung „Beauty doc“ mag Veith Moser gar nicht. Er sagt, er ist kein Beauty Doc sondern Plastischer Chirurg (Foto privat)
Die Bezeichnung „Beauty doc“ mag Veith Moser gar nicht. Er sagt, er ist kein Beauty Doc sondern Plastischer Chirurg (Foto privat)

Beauty-Doc
Die Bezeichnung „Beauty Doc“ mag er gar nicht. Er sagt, er ist kein Beauty Doc, er ist Plastischer Chirurg. Ich bin neugierig, wie er als Beauty-Doc Menschen ansieht. „Ich denke beim Anblick null an Schönheit, das ist mir völlig egal. Wenn ich sehe, dass jemand ein gesundheitliches Problem hat, das man beheben sollte, gehe ich sogar hin und sage ihm das. Manche glauben, sie seien völlig entstellt und dabei kann man soviel machen, dass man fast nichts mehr sieht. Aber in schönheitsmedizinischen Belangen würde ich nie jemanden aktiv ansprechen.“

Fortbildung und Kongresse
Um immer am neuesten Stand zu sein, ist Veith weltweit auf Kongressen unterwegs. „Ich glaube, das muss man. Man optimiert zwar seine Verfahren, aber man muss immer wieder über den Tellerrand blicken.“ Er erklärt mir, dass die ästhetische Chirurgie in Ländern wie z.B. Florida oder Brasilien, wo man fast das gesamte Jahr über mindestens 15 Grad oder mehr und mehr hat, eine andere Akzeptanz habe. „Dort laufen Frauen das ganze Jahr über in Hotpants und bauchfrei und haben dadurch eine andere Körperbetonung und Lebenseinstellung, andere Ideale.“

Er führt weiter aus, dass das große Gebiet der peripheren Nerven bei uns völlig unterversorgt ist. „Ich mache jeden zweiten Sonntag Nerven-OP’s, denn ich bringe alle Operationen unter der Woche gar nicht unter.“ Der Chirurg erklärt weiter: „In Europa gibt es keine wirkliche Gesellschaft für periphere Nervenchirurgie, anders als in Amerika, wo  beispielsweise die American Society for peripheral Nerve surgery einmal im Jahr Fachleute aus der ganzen Welt zusammen bringt. Ich habe das Glück, dass ich dabei und anerkannt bin und auch Vorträge halte. Das ist toll.“ Er schwärmt vom freundschaftlichen kollegialen und vor allem neidlosen Verhältnis dort. „Meine Kollegen lieben Vienna und vor allem die Nervenchirurgen kennen den legendären österreichischen Prof. Hanno Millesi.“ Und mit einem Lachen: „Schön ist dabei auch, dass diese Kongresse an wirklich schönen Orten auf Hawaii, in Brasilien oder in Florida stattfinden, wo ich gerade wieder war. Ich fahre nie in den Urlaub, suche mir gute Meetings aus und baue mir ein paar Tage vorher und nachher dazu ein.“ Ehrlicherweise muss ich gestehen, dass ich schon etwas neidisch bin zu hören, dass er im kommenden Frühjahr nach Brasilien und Kapstadt reisen wird.

Kein Tag ohne Salat
Veith ernährt sich sehr gesund, ohne Salat vergeht kein Tag. „Ein Salat am Tag muss sein, sonst bin ich ungenießbar“, schmunzelt er wieder. „Tagsüber ernähre ich mich nur von Äpfel und Birnen, Wasser und viel Kaffee – sonst nichts. Am Abend gehe ich dann gut essen, da fährt die Eisenbahn drüber. Und da genieße ich zu einem guten Fleisch auch ein Glas Wein.“ Er verrät weiter, dass er kein Freund von Süßspeisen ist. „Meine Mutter hat immer Süßspeisen gemacht, ich glaube, ich wurde als Kind überfuttert. Süß mag ich gar nicht. Dazu sind in unserer Familie viele Zahnärzte“, ergänzt er noch. „Wenn ich mit meinem besten Freund beim Italiener zu Abend esse, kann es passieren, dass ich nach drei Salaten und einem Stück Fleisch statt einer Nachspeise noch einen vierten Salat esse. Salat brauche ich einfach, am besten mit recht viel Essig und extra Zitrone als stärksten Basenbilder, salzig nicht aber sauer.“

Einmal in der Woche geht er ins Fitness Studio. „Sonst mache ich ein bisschen Physiotherapie für meine Wirbelsäule. Und verusche mich mit Liegestütz und Klimzügen fit zu halten. Was ich auch mache, ich gehe sehr viel zu Fuß, nehme nach Möglichkeit keinen Lift und keine Rolltreppe. Ich mach am Tag nie weniger als 6000 – 7000 Schritte. So mache ich sehr viel Bewegung, aber halt nicht auf hohem sportlichen Niveau.“

Erholen und ‚runterkommen‘ kann er beim Arbeiten, bekomme ich zu hören. „Ich gehe auch noch um 9 oder 10 Uhr abends operieren, das ist für mich nicht anstrengend. Natürlich bin am Abend müde, aber mein Beruf ist Berufung. Ich würde alles wieder so machen, ganz genau so.“ Als einziges bereut er, dass er nicht mehr Sprachen erlernte. „Ansonsten wünsche ich mir nur, dass meine Familie und ich gesund bleiben. Es geht mir so gut, mehr will ich nicht.“

Auf meine Bemerkung, dass ich ihn als sehr bodenständig empfinde, lächelt er: „Ich glaube schon.“ Beschreiben würde er sich mit ehrlich und direkt, oft zu direkt, er mag keine Streitereien, ist lösungsorientiert und sozial. Dazu spreche ich ihn auf sein Charity-Engagement an und er meint: „Ich engagiere mich gerne für Kinder, habe schon öfters welche aus dem Ausland geholt und sie operiert. Und wenn sich jemand eine Operation nicht leisten konnte, operierte ich ihn auch pro bono.“ Mit seinem offenen und sympathischen Lachend ergänzt er noch: „Ich muss am Abend in den Spiegel schauen können und das, was ich mache, als befriedigend empfinden. Das Leben meint es gut mit mir“, kommt es noch dankbar von ihm.

Große Beitragsfotos: Veith Moser ist Facharzt für plastische, ästhetische und rekonstruktive Chirurgie, Nervenchirurgie und Handchirurgie (Fotos privat)

www.veithmoser.at  

 

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