Designerin Anastasija Lesjak gibt unbelebten Objekten eine Seele

Die Designerin Anastasija Lesjak baute gemeinsam mit Architekt Martin Lesjak das Produktdesignstudio 13&9 Design auf. (Foto Jason Lowrie)Anastasija Lesjak kam 2003 nach Graz und schloss 2012 ihr Studium an der Medizinischen Universität Graz ab. Neben ihrem Studium hat sie erste Mode- und Produktdesigns entwickelt und das  Produktdesignstudio 13&9 Design aufgebaut. Heute ist sie eine international gefeierte Designerin, Vortragende und Unternehmerin und kreiert sowie leitet die Firma gemeinsam mit ihrem Ehemann Martin Lesjak, Architekt, Gründer und Geschäftsführer von INNOCAD Architektur.

Anastasija Lesjak ist eine international gefeierte Designerin, Vortragende und Unternehmerin. (Foto Furgler)
Anastasija Lesjak ist eine international gefeierte Designerin, Vortragende und Unternehmerin. (Foto Furgler)

Ihr Wissen gibt sie als Lehrende auf der FH Joanneum im Lehrgang Ausstellungsdesign gerne an Jungdesigner weiter. Ihre Philosophie: Unbelebten Objekten eine Seele zu geben. Mit ihren Entwürfen schlägt sie eine Brücke zwischen Wissenschaft und praktischer Anwendung, um Produkte und Projekte zu entwickeln, die das Wohlbefinden des Menschen in den Mittelpunkt rücken.

Zu ihren bisher wichtigsten Projekten gehört die Zusammenarbeit mit einem der führenden Wissenschaftler und Physiker, Prof. Richard Taylor von der Universität Oregon (USA), der sich auf stress-reduzierende Muster spezialisiert hat. Weiteres entwickelte sie gemeinsam mit ihrem Team ein Licht-Akustik-System für XAL: Hexagonale und trigonale Beleuchtungskörper und akustische Elemente werden so kombiniert, dass sie in Großraumbüros für einen hellen und gleichzeitig ruhigen Arbeitsplatz sorgen. Zu ihrem Produktportfolio zählen auch eine modulare Büromöbelkollektion für Lande sowie eine Sitzmöbel-Serie für BuzziSpace, die dem Sitzenden einiges an Balance abringt. Oder eben ständige geistige wie körperliche Präsenz. Genau das, was die Designerin selbst vorlebt.

Mittlerweile wurde sie international vielfach ausgezeichnet, u.a. mit dem „Product Designer of the Year“ bei den „2019 HiP Awards“ des Interior Design Magazine im Rahmen der NeoCon in Chicago (USA) und dem “Born Global Champion Award” der Aussenwirtschaft Austria sowie zahlreichen internationalen Preisen für die verschie-denen Produktkollektionen und Projekte wie z.B. beim den „Annual Interiors Awards“ des Contract Magazine in New York City.

Anastasija Lesjak schloss 2012 ihr Studium an der Medizinischen Universität Graz ab. (Foto Privat)
Anastasija Lesjak schloss 2012 ihr Studium an der Medizinischen Universität Graz ab. (Foto Privat)

Kreativität und Wohlbefinden 
Einen Teil ihrer Kindheit verbrachte Anastasija am Hof ihrer Groß-mutter im Dorf Markovac in Nordbosnien. Diese Zeit war vom Bürgerkrieg geprägt, aber auch von großer Kreativität: ihr Vater ist Musikproduzent und leidenschaftlicher Rockmusiker, ihre Mutter Modedesignerin und Inhaberin mehrerer Stores in Anastasija‘s Geburtsort Banja Luka. Sie malte und zeichnete genauso gerne, wie sie auch mit ihrem Spielzeug-Arztkoffer unterwegs war. Mit erst 13 Jahren entwarf sie ihr erstes Kleid mit Unterstützung ihrer Mutter. Es war ein Kleid für eine Erwachsene, das sie heute noch in ihrem Fashion-Archiv aufbewahrt. Ihr 4 Jahre jüngerer Bruder Severin ist Produzent und Musiker und seine Welt ist die elektronische Musik. Bei der Berufs- und Berufungswahl ihrer Kinder ließen die Eltern ihnen absolut freie Hand. Nach dem Abschluss der Medizinischen Schule in Banja Luka kam sie im Jahr der Kulturhauptstadt nach Graz.

Anastasija und Martin Lesjak bei der Preisverleihung der 40th Annual Interiors Awards des Contract Magazine im Cipriani in New York. (Foto Contract Magazine)
Anastasija und Martin Lesjak bei der Preisverleihung der 40th Annual Interiors Awards des Contract Magazine im Cipriani in New York. (Foto Contract Magazine)

Was hat Dich bewogen, ausgerechnet nach Graz zu ziehen?
Einer der Gründe, wie Ihnen schon aufgefallen ist, war das Kultur-geschehen im Jahr 2003 und die Vielfalt, die in diesem Rahmen geboten war. Ich war fasziniert zum Beispiel vom Kunsthaus, ein Entwurf von Sir Peter Cook, den ich später bei einer Preisverleihung in Berlin kennen lernen durfte. Neben seiner architektonischen Relevanz hat er auch eine poetische Tiefe, die auch durch den Namen „Friendly Alien“ transportiert wird.

Neben all Deiner Kreativität, die sich schon als Kind bei Dir zeigte, warum dann das Medizin-Studium?
Schon in der Kindheit wurde meine Neugierde mit einem Ärztespiel-koffer und Zeichenblock gestillt und bald waren alle näheren Ver-wandten meinen Ordinationen und Entwürfen ausgesetzt. Ich habe nie meine Interessen hinterfragt oder getrennt, was sich durch-gängig in meiner Tätigkeit widerspiegelt, nämlich die Umsetzung von innovativen Konzepten in Bezug auf Mensch und Raum. Bestes Beispiel dafür sind transdisziplinäre Projekte, vor allem im Bereich Arbeiten, bei denen Wissenschaft und Kreativdisziplinen zusam-menarbeiten, um das Wohlbefinden fördernde und nachhaltige Umgebungen zu schaffen.

Anastasija und Martin Lesjak arbeiten im ‚Golden Nugget‘, dem metallischen Haus in der Grazbachgasse. „Wir tauschen uns ständig kreativ aus.“ (Foto Paul Ott)
Anastasija und Martin Lesjak arbeiten im ‚Golden Nugget‘, dem metallischen Haus in der Grazbachgasse. „Wir tauschen uns ständig kreativ aus.“ (Foto Paul Ott)

Ich habe gelesen, Deinen Turnus oder eine Facharztausbildung hast Du nicht begonnen. Wenn doch, hättest Du Dir die Dermatologie vorstellen können. Warum Dermatologie?
Während des Studiums habe ich mich für wissenschaftliches Arbei-ten sehr interessiert und hatte in der Dermatologie-Abteilung die Möglichkeit diesen Prozess von guten Professoren zu erlernen. Dort konnte ich auch die komplexen Vorgänge des Körpers an der Haut visuell wahrnehmen, verstehen und Rückschlüsse ziehen. Da begann mein transdisziplinärer Zugang, der sich später um das Interesse für kognitive Wissenschaften in Bezug auf den Raum erweitert hat. Bei meiner letzten Zusammenarbeit mit Prof. Richard Taylor (University of Oregon) handelt es sich um genau so einen vielschichtigen Ansatz, bei dem ein internationales Team an Mustern arbeitet, die in der gebauten Umgebung relaxierende Effekte hervorrufen. Dies ist in unserer digital dominierten und dynamischen Welt von großer Relevanz.

Dein medizinisches Wissen lässt Du auch in Produktdesign einfließen. Steht für Dich der Mensch bei deinen Projekten im Mittelpunkt bzw. worauf legst Du großen Wert bei Deinen Arbeiten?
Ich lege ich großen Wert auf einen ganzheitlichen Ansatz und Relevanz meiner Projekte. Ich stelle mir bei der Konzeption immer die Frage „Was ist die Relevanz und für wen?“ und versuche diese in den verschiedenen Stufen der Umsetzung beizubehalten. Da der Mensch den Großteil seiner Zeit in der gebauten Umgebung ver-bringt und mit ihr interagiert, suche ich nach Lösungen, die auf seine Bedürfnisse eingehen und im besten Fall kognitive, psychische, physische und soziale Aspekte miteinbeziehen. Ich finde es gut, dass es auch an den Hochschulen und Universitäten wie z.B. im Master-studiengang „Neuroscience Applied to Architectural Design“ an der NAAD in Venedig Brücken zwischen den verschiedenen Disziplinen gebaut werden.

Anastasija Lesjak und Designerin Sabrina Stadlober bei der gemeinsamen Konzeption und Produktentwicklung. (Foto 13&9 Design)
Anastasija Lesjak und Designerin Sabrina Stadlober bei der gemeinsamen Konzeption und Produktentwicklung. (Foto 13&9 Design)

Könnte man sagen, Medizin hast Du studiert, Design liegt Dir im Blut?
Was mir im Blut liegt oder ob es eventuell mit Interesse zu tun hat, kann ich nicht so einfach kategorisieren. Da es durchgehend ineinanderfließt und das eine Wissen das andere ergänzt. 😊

Seid Ihr also in gewisser Weise auch ‚Forscher‘?
Wir haben ein großes Netzwerk aus Kollaborateuren geschaffen und erweitern die Grenzen unserer Designpraktik. Seit einigen Jahren haben wir auch eine Research-Abteilung, die sich in verschiedene Themengebieten vertieft, die als Grundlage für unsere Konzepte dienen.

Du hast während des Studiums aber auch schon als selbstständige Designerin gearbeitet, richtig? Und es war auch in der Zeit Deines Studienabschlusses, als Dich Martin Lesjak, Architekt und Gründer des Büros INNOCAD, 2012 eingeladen hat, Teil seines Teams für den Wettbewerb zur Neugestaltung der Kanonenhalle im Grazer Zeughaus zu werden. Titel war Titel „Rolling Stones“. Hat Dich das sofort gereizt?
Da bei mir Beruf und Berufung ineinander fließen war auch meine Studienzeit durch verschiedenes Tun geprägt. Ein Projekt führte zum anderen und so wurde ich kurz vor meiner Promotion zu einem Wettbewerb eingeladen, um mit INNOCAD die Kanonenhalle im Landeszeughaus neuzugestalten. Gemeinsam wurden wir als Sieger gekürt und dies führte in nächster Folge zur Firmengründung. Den Namen „Rolling Stones“ haben Martin und ich dem Projekt gegeben, da es die Beständigkeit und die Form der „Murnockerln“ im Gestaltungskonzept widerspiegelt. Dieses Projekt hat zahlreiche Auszeichnungen erhalten und unsere Firmen unterstützt, dementsprechend finde ich den Namen aus heutiger Sicht umso passender.

Für ihre Projekte arbeitet Anastasija Lesjak mit einem transdisziplinären Team - hier bei einem Workshop mit Prof. Richard Taylor und Mohawk Group an der Universität Oregon. (Foto Sandra Mulder)
Für ihre Projekte arbeitet Anastasija Lesjak mit einem transdisziplinären Team – hier bei einem Workshop mit Prof. Richard Taylor und Mohawk Group an der Universität Oregon. (Foto Sandra Mulder)

Euer Projekt hat gewonnen und war der Beginn einer gemein-samen Arbeit und der Gründung von 13&9 Design. Die Zahl 13 ist für Dich wichtig, weil Du an einem Dreizehnten geboren wurdest, mit 13 Dein erstes Kleid kreiertest und 2013 die Firmengründung war. 9 steht für die einstige Nummer des Fußballdresses von Martin. Und es war im Jahr 2013, als ihr auf einer New York-Reise auch privat zusammengefunden habt. Bist Du abergläubisch? Glaubst Du an Zufälle?
Ich finde Zahlen grundsätzlich sehr ästhetisch und universell, das war auch der Hauptgrund, warum wir diese statt Buchstaben für unseren Firmennamen gewählt haben. Ich bin am 13ten geboren und Martin liegt anscheinend seine Fußball-Rückennummer mehr am Herzen als sein Geburtsdatum. (lacht) Dass ich meinen ersten Entwurf bereits mit 13 umsetzen konnte ist meiner Mama zu verdanken, da sie mir einen edlen Stoff in diesem Alter zum Experimentieren anvertraut hat. Martin und ich lieben New York City und fassten den Mut gleich dort unsere Firma zu launchen, wo uns auch diese Stadt in Umkehr über die Jahre mit Liebe empfängt. Es ist unser zweites Zuhause und Ort der ständigen Inspiration. Ob dies alles Zufälle sind kann ich leider nicht sagen, weil wir beide sehr bewusst im beruflichen und privaten Alltag leben.

Welcher „Ideen-Wunsch“ war für Dich bisher am schwierigsten umzusetzen?
Eine Firma zu leiten erfordert Ausdauer, vor allem wenn man seine Arbeitsphilosophie konsequent umsetzen möchte. Es hat nicht nur mit einer Produktidee zu tun, sondern vielmehr muss man in allen Aspekten eine gute Arbeit machen – das ist oft die Herausforderung eines Unternehmens.

Der modulare Bodenbelag RELAXING FLOORS wurde in Zusammenarbeit mit Prof. Taylor von der Universität Oregon / Fractals Research für Mohawk Group entwickelt. (Foto Mohawk Group)
Der modulare Bodenbelag RELAXING FLOORS wurde in Zusammenarbeit mit Prof. Taylor von der Universität Oregon / Fractals Research für Mohawk Group entwickelt. (Foto Mohawk Group)

Du hast schon an so vielen interessanten und auch einzigartigen Projekten gearbeitet. Auf welche Deiner Arbeiten, Deiner Ideen, bist Du besonders stolz und warum?
Besonders dankbar bin ich für unser Team und unsere Kollabora-teure – bei 13&9 sowie auch bei INNOCAD. Ich sehe uns als eine Art Plattform, die viele Möglichkeiten gibt unterschiedliche Wege aus-zuprobieren und dabei nicht den Faden des qualitativen Arbeitens zu verlieren.

Bei Eurem Beitrag „Architectural Fashion“ für die Ausstellung in der Architekturgalerie Berlin und bei der Architekturbiennale in Venedig habt ihr mit Deinem jüngeren Bruder zusammengear-beitet. Severins Musik war Teil der Installation. Wie ist es, mit seiner Familie zusammen zu arbeiten?
Sehr schön, Sevi ist ein super Kollaborateur – pragmatisch und intuitiv zugleich! Sein Hauptpartner ist aber eigentlich Martin, der selbst auch seine Wurzeln in der elektronischen Musik hat. Die beiden haben ein Sounddesignstudio und setzen für unterschied-liche Projekte, Ausstellungen, Audio-Video-Installationen ihre Kompositionen um. Severin und Martin haben eine Soundinstalla-tion in Kollaboration mit 13&9 kreiert, die in der von INNOCAD geplanten Teilausstellung „was war. Historische Räume und Landschaften“ im Rahmen der Steiermark Schau 2021 , die am 9. April im Museum für Geschichte eröffnet, erlebbar sein wird.

Als Leiterin der Konzept- und Produktentwicklung bei 13&9 arbeitest Du mit Deinem Team an Designstrategien, die auf wissenschaftlich fundierten Analysen von Konzepten zur Stress-reduzierung in einem Raum, insbesondere am Arbeitsplatz, basieren. Wie darf ich mir das vorstellen?
Das beste Beispiel ist das von unserem INNOCAD-Team fertiggestellte SAP-Büro in Wien.
Wir haben dort für die Mitarbeiter, die hauptsächlich im Sitzen und am Bildschirm tätig sind, eine Arbeitswelt geschaffen, die die physikalische Interaktion, Bewegung, Begegnung und informelle Kommunikation anregt. In der zentralen Erschießungszone, normalerweise lange, leere Flure, haben wir eine Art „Central Park“ mit einer Vielzahl an Pflanzen, mäandernden Wegen, strategisch platzierten Outdoor-Möbeln und Wasserbecken angelegt. Alle diese Elemente wurden in Hinblick auf „Biophilic Design“ strategisch durchdacht, sind wissenschaftlich fundiert und gehen weit über dekorative Gestaltung hinaus.

Anastasija Lesjak entwickelte eine modulare Büromöbelkollektion für Lande sowie eine Sitzmöbel-Serie und Akustik-Licht-Elemente für BuzziSpace. (Foto Paul Ott)
Anastasija Lesjak entwickelte eine modulare Büromöbelkollektion für Lande sowie eine Sitzmöbel-Serie und Akustik-Licht-Elemente für BuzziSpace. (Foto Paul Ott)

Zu diesem Thema arbeitest Du sehr viel mit Professor Richard Taylor von der Universität von Oregon (USA) zusammen, der in den achtziger Jahren für Organisationen wie die NASA Stress-Reduk-tionsmuster zu erforschen begann. Wie wichtig ist diese Zusam-menarbeit für Dich und Deine Projekte?
Der Austausch mit Fractals Research und Prof. Taylor (University of Oregon) im Rahmen unseres gemeinsamen Science Design Lab erfüllt mich sehr. Die Arbeit hat eine eigene Dynamik, da diese an so vielen Paramenten hängt und wenig mit Beliebigkeit zu tun hat. Daraus sind einige Anwendungen für Räume entstanden, deren kognitive Effekte weiter erforscht werden. Das ist ein sehr profunder und nachhaltiger Weg für meine Zukunftsprojekte und hoffentlich auch für unsere zunehmend gebaute Umwelt.

Ihr habt ein eigenes Label zur Herstellung und Vertrieb Eurer Produkte. Ist Euer hoher Qualitätsanspruch der Grund dafür?
Genau, es war uns sehr wichtig, den Prozess in allen Einzelheiten kennen zu lernen, vor allem wenn es um Serienprodukte geht und dieses Wissen kommt uns bei allen unseren Entwicklungen als auch in der Zusammenarbeit mit anderen Lizenzpartnern zugute. Um auch lokale Produktionsmöglichkeiten zu thematisieren und zu unterstützen, fertigen wir fast alle Prototypen in der Region, darüber hinaus ist unsere Schmuck-Kollektion aus dem architek-tonischen Material Corian sowie unsere limitierte Eyewear-Kollektion in der Steiermark produziert.

Du arbeitest mit internationalen Kollaborationen. Wie wichtig ist Internationalität?
Genauso wie wir mit lokalen Partnern gute Projekte verwirklichen, sind auch unsere internationalen Partnerschaften von gleicher Relevanz. Man entwickelt sich und lernt einiges dazu, man schätzt dementsprechend das Netzwerk und die draus resultierende Vielfalt.

Die Designerin Anastasija Lesjak baute gemeinsam mit Architekt Martin Lesjak das Produktdesignstudio 13&9 Design auf. (Foto Jason Lowrie)
Die Designerin Anastasija Lesjak baute gemeinsam mit Architekt Martin Lesjak das Produktdesignstudio 13&9 Design auf. (Foto Jason Lowrie)

Wie war und ist für Dich/für Euch die Situation mit COVID-19 ?
Lokale und internationale Partnerschaften, die bereits schon sehr lange bestehen, ermöglichen weiterhin unsere langfristigen Pro-jekte. Es kommt uns zugute, dass wir diese Beziehungen sehr konsequent und nachhaltig gepflegt haben. Ich unterstütze Unter-nehmen, mit denen wir zusammenarbeiten, wie mein eigenes und dies beruht auch oft auf Gegenseitigkeit.

An welchen Plänen, Projekten arbeitest Du aktuell?
Wir entwickeln gerade weitere Applikationen im Bereich Licht und Akustik sowie ein ergonomisches, flexibles Büromöbel-System. Vor kurzem habe ich gemeinsam mit meinem Research-Team ein Working Paper für neue Wohnformen fertiggestellt, das jetzt bei diversen INNOCAD-Partnern in die konkrete Planung einfließt. Es sind viele Vorträge und Keynotes in Planung, welche die Ergebnisse der Zusammenarbeit mit Prof. Taylor thematisieren.

Wie würdest Du Dich selbst bezeichnen?
Ich kann mich beruflich sehr gut einschätzen und finde, dass mir diese Eigenschaft bei meinen langfristigen Projekten zugute kommt.

Wie kannst Du am besten entspannen?
Beim Segeln mit meinem Martin.

Kannst Du privat und beruflich überhaupt trennen? Oder findet Inspiration immer und überall statt?
Ich bemühe mich so wenig wie möglich zu trennen – außer natürlich den Müll (lacht). Die Inspiration ist wie erneuerbare Energie und man braucht dafür natürlich gute Quellen, die ich in meiner Wahrnehmung finde.

Designbüro 13&9
Dr. Anastasija Lesjak und Architekt Martin Lesjak gründeten 2013 in Graz (Österreich) die Produktdesignfirma 13&9. Ihr Ziel: Individuum und Produkt stärker zu verbinden. Durch die Zusammenarbeit des Teams mit spezialisierten Partnern entstanden Produktkollektionen vom Konzept bis zur Produktion in den Bereichen Beleuchtung, Akustik, Möbel, Bodenbeläge, Mode, Accessoires, Ausstellungen und Sounddesign. Das kreative Unternehmen arbeitet als Designstudio für globale Unternehmen und verfügt über ein eigenes Label, das seine Produkte selbst herstellt und vertreibt.

Individuum und Produkt stärker zu verbinden – das setzt sich Anastasija zum Ziel.

Großes Beitragsfoto: Die Designerin Anastasija Lesjak baute gemeinsam mit Architekt Martin Lesjak das Produktdesignstudio 13&9 Design auf. (Foto Jason Lowrie)

www.13and9design.com 
www.innocad.at   

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