Tom Lohner – der Kunstforscher

Kunstwerk "Electricity" von Tom Lohner. (Foto Tom Lohner)Zukunftsthemen faszinieren den erfolgreichen Künstler Tom Lohner. Er will entdecken und Neues probieren, was noch nicht da war – und das im Universum Kunst. Es ist immer eine Freude, Tom Lohner zu treffen, seine Energie und seinen Spaß an der Arbeit zu spüren. Arbeit, die für ihn nicht Arbeit ist, sondern pure Freude. „Ich bin nicht einfach nur ein Künstler, der Bilder malt – was ich natürlich schon tue -, ich sehe mich eher als Kunstforscher“, erklärt mir Tom bei meinem Besuch in der Bakerhouse Gallery.

Klaus Billinger und Tom Lohner mit einem Werk von Feromontana in ihrer Bakerhouse Gallery in Graz. (Foto Bakerhouse Gallery)
Klaus Billinger und Tom Lohner mit einem Werk von Feromontana in ihrer Bakerhouse Gallery in Graz. (Foto Bakerhouse Gallery)

„Wir sind wie Columbus“, lacht Tom, „Klaus und ich wollen auch gänzlich Neues entdecken und Sachen machen, die es noch nie gab im Universum Kunst. Wir haben so viele Ideen und können nur einen Bruchteil davon umsetzen. Deshalb werden wir unser Team jetzt ausbauen. Und kommen dann hoffentlich zu dem, was wir wirklich gut können: das ist bei mir das Malen und bei Klaus das Entwickeln von Ideen und das Führen der Galerie.“

EVIL - aus der neuen Serie von Tom Lohner I FU**ING LOVE YOU! (Foto Tom Lohner)
EVIL – aus der neuen Serie von Tom Lohner I FU**ING LOVE YOU! (Foto Tom Lohner)

Mitarbeiter zu finden, die absolut auf ihrer Linie sind und verstehen, was sie wollen, ist sicherlich nicht leicht. 
„Es ist ja super, dass wir so viel zu tun haben, aber ich muss selbst aufpassen, dass ich vor lauter Arbeit wie die Kommunikation mit Sammlern, die Beantwortung von Mails, dem Nachkommen von Einladungen etc., nicht von meinem Weg, abkomme: dem Malen. Denn wenn ich etwas mache, dann immer zu 100%. Da ich die letzten Wochen in der Galerie immer nur wenige Stunden zum Malen kam, tue ich das jetzt oft zu Hause, wenn meine Tochter Charlie zu Bett gegangen ist.“

Charlie ist übrigens 4 Jahre alt und Tom hat auch zweimal in der Woche „Papadienst“. „Da hole ich sie um 15 Uhr im Kindergarten ab“, erklärt der Familienvater liebevoll. Auf meine Frage, ob seine Tochter auch schon malt, erfahre ich: „Sie malt Gesichter mit ganz großen Augen. Mir taugt es, dass sie Augenbrauchen dazu macht, so haben die Figuren immer gleich eine Emotion.“ Woher sie diese Inspiration wohl hat, schmunzle ich, und Tom meint aber noch: „Sie muss nicht Künstlerin werden. Wie es jetzt aussieht, singt und tanzt sie noch viel lieber. Und wenn sie wie der Opa Chemikerin wird, ist es auch ok.“

Es macht immer Spaß, Tom Lohner in der Bakerhouse Gallery zu besuchen: Tom Lohner mit Hedi Grager. (Foto privat)
Es macht immer Spaß, Tom Lohner in der Bakerhouse Gallery zu besuchen: Tom Lohner mit Hedi Grager. (Foto privat)

Was Tom Lohner mittlerweile gelernt hat ist, nicht zu hohe Anforderungen an sich selbst zu stellen und auch zu akzeptieren, dass etwas mal nicht geht. „Ich habe jetzt viel mehr zu tun als früher und habe viel mehr Verantwortung, aber ich lebe nach der Regel, dass ich nur eines nach dem anderen machen kann. Ich setze meine Prioritäten und hake ein Thema nach dem anderen ab. Das Wichtigste für mich ist, dass ich viel Zeit für die Leinwand habe.“

Sehr begehrt ist auch sein „kleiner Panda“, handsigniert auf der Vorderseite. „Eigentlich habe ich ihn im Rahmen eines Workshops als Beispiel produziert und war noch gar nicht fertig, als ihn eine Sammlerin schon unbedingt haben wollte. Deshalb bieten wir ihn jetzt in kleiner Auflage an", so Tom Lohner. (Foto Tom Lohner)
Sehr begehrt ist auch sein „kleiner Panda“, handsigniert auf der Vorderseite. „Eigentlich habe ich ihn im Rahmen eines Workshops als Beispiel produziert und war noch gar nicht fertig, als ihn eine Sammlerin schon unbedingt haben wollte. Deshalb bieten wir ihn jetzt in kleiner Auflage an“, so Tom Lohner. (Foto Tom Lohner)

Vom „RoboLove“ zum Musik-Jaguar
Erst Ende 2020 hat Tom Lohner unter dem Titel „RoboLove“ gemeinsam mit dem KI-Spezialisten Christian Weber ein Gemälde mit Hilfe künstlicher Intelligenz (KI) geschaffen. Halb von einem Menschen und halb von einer Maschine ‚gemacht‘, war das Gemälde das möglicherweise erste weltweit, das von Menschen in Zusammenarbeit mit künstlicher Intelligenz geschaffen wurde. „Das war toll“, schwärmt Tom, „und obwohl es noch nicht lange her ist, ist seither schon wieder so viel passiert.“ Großartig war auch die Kooperation mit dem Czeczelits Automegastore in Wiener Neustadt. Dort setzte er den Jaguar E-Pace mit seiner unverwechselbaren Handschrift und den Gesichtern von Alicia Keys und Bono von U2 abstrakt in Szene und machte daraus einen „Musik-Jaguar“.

Tom Lohner setzte einen Jaguar E-Pace mit seiner unverwechselbaren Handschrift und den Gesichtern von Alicia Keys und Bono von U2 abstrakt in Szene (Foto Martin Schönbauer)
Tom Lohner setzte einen Jaguar E-Pace mit seiner unverwechselbaren Handschrift und den Gesichtern von Alicia Keys und Bono von U2 abstrakt in Szene (Foto Martin Schönbauer)

Und aus diesem Projekt hat sich wieder ein weiteres cooles Projekt entwickelt, wie mir Tom verrät. „Jaguar Österreich wurde auf mich aufmerksam und wird einen Jaguar F-Type by Tom Lohner produzieren. Dieses Projekt, bei dem auch innen meine Handschrift zu erkennen sein wird, setzen wir gerade um“, freut sich Tom. Der Jaguar F-Type by Tom Lohner wird dann voraussichtlich im September im Rahmen einer Solo-Ausstellung in der Bakerhouse Gallery präsentiert werden. „Ich kann es oft selbst nicht ganz glauben, was da alles passiert.“

 Ausstellung im MQ Wien 
Etwas wie ein weiterer Ritterschlag für Tom ist die Einladung zur Einzelausstellung im MuseumsQuartier Wien vom 17.  bis 20. Juni. „Darauf freue ich mich schon riesig“, so Tom, der von der Bilderserie, die er dort ausstellen wird, auch schon eines verkauft hat. Es ist einfach nur schön zu sehen, wenn man etwas so gerne und mit Leidenschaft macht und das auch gut ankommt.“

Ausstellung im MuseumsQuartier Wien "I FU**ING LOVE YOU! (Foto Tom Lohner)
Ausstellung im MuseumsQuartier Wien „I FU**ING LOVE YOU! (Foto Tom Lohner)

„Eigentlich ist die Ausstellung im MQ sogar die Weiterführung der Übergabe meines digitalen NFT-Kunstwerkes an das Universalmuseum Joanneum.“ Bei NFTs handelt es sich um digitale Files (Kunstwerke, Musikstücke, Bilder, Videos), die aufgrund einer Blockchain-Codierung zu Unikaten werden – und zu einer Wertanlage. Man kann die Files zwar kopieren, aber es gibt immer nur ein Original. „Gemeinsam mit Feromontana übergaben wir zwei Werke und es war total spannend für mich, denn es war das erste Mal, dass mein Bild in ein Museum kam. Dass Bilder nicht nur in Galerien sondern auch in Museen zu sehen sind, ist für einen Künstler schon sehr wertvoll.“ Tom erzählt begeistert und auch stolz weiter, wie gut die Idee von NFT-Kunstwerken sofort bei Landesrat Drexler und dem Joanneum ankam und er dadurch (wieder einmal) zu den Vorreitern gehörte.

"Crazy" Künstler: Tom Lohner by Martin Schönbauer.
„Crazy“ Künstler: Tom Lohner by Martin Schönbauer.

Im Hintergrund sitzt sein Freund und Partner Klaus Billinger an seinem Schreibtisch und lächelt. Auch er ist sehr stolz darauf, dass „seine Künstler“ jetzt auch im Joanneum zu sehen sind. So unterschiedlich Klaus und Tom auch sind, ergänzen sie sich perfekt in der Zusammenarbeit. „Oft geht es bei uns wirklich schon telepathisch zu“, schmunzeln beide. 

Mintastic.io
Schon während der Produktion der NFTs entstand bei Tom und Klaus eine neue Idee. „Es gibt noch keine Plattform auf der Welt, die gute und qualitativ hochwertige NFTs verkauft, und deshalb haben wir eine Plattform kreiert. Mintastic.io ist ein Marktplatz, wo nur gute NFTs von tollen Künstlern zu finden sind. Noch dazu ist es eine Plattform, die nachhaltig und umweltfreundlich produziert“, erklären mir die beiden stolz. Denn für die Erstellung des Echtheitszertifikates ist ein extrem hoher Rechenaufwand am Computer notwendig. „Mit der Energie dieser rechnerischen Leistung könnte eine vierköpfige Familie einen Monat lang einen Haushalt betreiben,“ so Tom. Das kam für sie nicht in Frage und deshalb gründeten sie Mintastic.io.

Die beiden Mintastic Gründer Gottfried Eisenberger und Klaus Billinger mit Künstler Tom Lohner. (Foto Mintastic)
Die beiden Mintastic Gründer Gottfried Eisenberger und Klaus Billinger mit Künstler Tom Lohner. (Foto Mintastic)

„Aber zurück zur Kunst“, schmunzelt Tom, „denn in Wirklichkeit male ich Bilder und bin kein Programmierer.“ Er deutet dabei auf ein Bild mit einem Totenkopf, ein weiteres neues Projekt. „Es ist ein Projekt mit Crystal Head Vodka. Das ist ein kanadischer Wodka, der vom berühmten Hollywoodschauspieler Dan Aykroyd und dem Künstler John Alexander kreiert wurde. Crystal Head Vodka wird vor der Abfüllung sogar durch Herkimer Diamantenkristalle gefiltert und wahrhaftig in Flaschen in Form von Totenköpfen gefüllt,“ erzählt Tom begeistert. „Es macht mir unheimlich viel Spaß, gemeinsam mit kreativen Firmen etwas zu machen, ihre Geschichte aufzunehmen und meine eigenen Ideen reinzupacken. Es ist so cool, dass sie nicht nur ihren Vodka, sondern auch die Geschichte, diesen Mythos der Kristallschädel dazu mitverkaufen. Es gibt auf der Welt verstreut 13 davon, 8 wurden gefunden und ich mache den 9.“ Tom’s Totenkopf hat die linke Augenbraue etwas hochgezogen, was ihm eine gewisse Emotion gibt und er verrät weiter: „Im Kopf werden extrem viele Rätsel sein, die man lösen muss – eine richtige kleine Schatzsuche. Dieses Werk wird weltweit promotet werden, es wird eine Fotostrecke dazu erstellt und Dan Aykroyd will sich damit fotografieren lassen – und das ist natürlich schon super.“

Tom Lohner: "Ein neues Projekt mache ich mit Crystal Head Vodka. Das ist ein kanadischer Wodka, der vom berühmten Hollywoodschauspieler Dan Aykroyd und dem Künstler John Alexander kreiert wurde." (Foto Tom Lohner)
Tom Lohner: „Ein neues Projekt mache ich mit Crystal Head Vodka. Das ist ein kanadischer Wodka, der vom berühmten Hollywoodschauspieler Dan Aykroyd und dem Künstler John Alexander kreiert wurde.“ (Foto Tom Lohner)

 Von Dubai bis New York
Ganz besonders freut sich Tom auf die Weltausstellung am 1. Oktober in Dubai. Dort wird er im Österreich Pavillon die junge österreichische Künstlerszene vertreten. „Das wird sicher sehr cool, außerdem war ich noch nie in Dubai. Dann geht es gleich weiter zur Kunstmesse nach New York .“ Zwischendurch wird er einen Award für den erstmals vergebenen „Steirischen Preis gegen Gewalt“ kreieren, gestiftet von den Frauenhäusern Steiermark und der Kronen Zeitung. Beim Projekt „Rap! Not Rape.“ wird der beste gewaltfreie Rapsong ausgezeichnet. „Das ist wieder eine neue Herausforderung, da es eine dreidimensionale Geschichte ist, und ich hoffe natürlich, dass der Award gut aussehen wird.“

Tom sprüht nur so von Ideen und wir können gespannt sein, was wir von diesem unglaublich kreativen Künstler und neuerdings auch Kunstforscher noch alles zu sehen bekommen werden.

Großes Beitragsfoto: Tom Lohner’s NFT-Werk „Electricity“ im  Universalmuseum Joanneum. (Foto Tom Lohner)

www.bakerhousegallery.com 
www.mintastic.io

 

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