Jungstar Benedikt Haager ist zwar erst 12 Jahre alt, kann aber schon auf eine längere „Filmkarriere“ zurückblicken. Seit dem Kindergartenalter spielt er voller Begeisterung in zahlreichen Filmen und Spots, war 2024 sogar Kandidat bei „Klein gegen Groß“.
Im vergangenen Herbst traf ich Benedikt, einen talentierten, sympathischen und sehr höflichen Jungen, der bereits mit vier Jahren für einen Werbeclip und mit fünf für den preisgekrönten Film „Fischstäbchen“ vor der Kamera stand. Die Regisseurin Adriana Mrnjavac sagte damals über Benedikt: ‚Er ist ein Ausnahmetalent mit einem für sein Alter sehr ausgeprägten Empathievermögen und die Arbeit mit ihm war sehr bereichernd und unproblematisch.‘ Und sie erwähnte dabei auch seine Mama Helena Haager, die stets mit am Set war.

Benedikt erinnert sich noch gerne an sein erstes Casting: „Damals machte ich das Casting nicht online, sondern bin wirklich hingefahren. Meine Aufgabe war, eine Oma zu küssen. Und weil ich der Einzige war, der die Oma geküsst hat, wurde ich natürlich gleich genommen“, schmunzelt er.

„Drei Jung-Stars“
Zum Film kam er über seinen großen Bruder Sebastian, der damals schon im Filmgeschäft war. Dieser hatte schon mit fünf Jahren eine Rolle mit sehr viel Text. „Und der Benedikt war bei den Dreharbeiten schon als Baby immer mit dabei“, erklärt die Mutter. „Meine Kinder waren nie schüchtern, hatten nie Scheu vor der Kamera, vor allem aber machte es ihnen allen immer sehr viel Spaß.“ So ist auch Benedikts kleine Schwester Charlotte mittlerweile im ‚Filmgeschäft‘. Staunend lese ich über die Sechsjährige unter der Rubrik ‚Sport‘: Skifahren, Fußball, Handball, Tennis, Schwimmen, Radfahren, Ballett. „Charlotte liebt das Spiel, sie liebt alles, was die Jungs machen“, schmunzelt Helena. „Seit sie zwei Jahre alt ist, spielt sie Fußball und fährt Ski. Sie will alles machen, was ihre großen Brüder machen.“

Gemeinsam mit seiner Schwester stand Benedikt für eine kleine Rolle im DokuFilm „Spy Capital 2“ vor der Kamera, der im Vorjahr Premiere in Cannes feierte. „Mit ihr zu drehen ist dann noch eine Spur lustiger. Es ist ein sehr schönes Gefühl, wenn man gemeinsam sowas Schönes machen kann. Erst kürzlich haben wir für eine Krebsorganisation gedreht und ich spielte einen krebskranken Jungen, der stirbt.“ So eine Rolle sei für ihn schon etwas schwieriger gewesen, erzählt er mir, aber es sei machbar. Seine Mutter verrät noch, dass sie sich als Eltern nach dieser Anfrage schon Gedanken machten, ob sie überhaupt für dieses von Studenten produzierte Filmprojekt zusagen sollten. Es war dann aber eine sehr gute Begleitung vor Ort.

Auf meine Frage, was ihm am meisten Spaß beim Drehen mache, meint Benedikt: „Ich glaube neue Leute kennenzulernen und einfach Szenen zu spielen, in denen ich mich quasi in jemand komplett anderen verwandeln kann.“ Seine Drehpausen zu füllen, hilft ihm seine Mutter, „sie nimmt immer irgendwelche Kartenspiele mit und dann spielen wir beide oder wenn ich mit Kollegen drehe auch gemeinsam.“ Benedikt vermittelt mir bei unserer Unterhaltung das Gefühl, mit einem Schauspieler zu sprechen, der schon Jahrzehnte im Geschäft ist.
Und nach Pausen wieder in eine Szene einzusteigen, macht ihm kein Problem. „Das macht mir nichts aus und auch Texte lernen fällt mir nicht schwer.“ Nur ein bisschen Aufregung beim Filmen ist für Benedikt schon immer dabei.

Als ich von dem jungen Schauspieler noch wissen möchte, wie sich seine ‚Arbeit‘ mit der Schule vereinbaren lässt, lacht er: „In der Volksschule war es noch ein bisschen leichter, da habe ich relativ leicht frei bekommen, weil ich sehr gut war. Ich bin jetzt immer noch sehr gut, aber im Gymnasium ist es schon noch ein bisschen was anderes.“ Über seine Teilnahme bei der Premiere von „Spy Capital 2“ in Cannes musste er für die Schule über sein Erlebtes schreiben, erzählt Benedikt: „Meine Schulkollegen sind aber sehr nett und nicht neidisch, sondern eher neugierig.“
Im Jahr 2024 war Benedikt bei „Klein gegen Groß“ und sein Gegenspieler war niemand Geringerer als Moritz Bleibtreu, der schon in den unterschiedlichsten Rollen zu sehen war. In ihrem Duell mussten sie dann bekannte Schauspiel-Stars allein anhand von jeweils sechs ihrer Rollennamen identifizieren – und zwar schneller als der andere. „Seit ich sechs Jahre alt war, habe ich mir vorgestellt, einmal bei dieser Sendung dabei zu sein“, verrät Benedikt begeistert. „Ich stellte mir vor, wie cool das sein würde – und dann wurde ich wirklich genommen. Für mich war das bisher eines der coolsten Erlebnisse, es war auch sehr spannend, Menschen wie Moritz Bleibreu, Guido Maria Kretschmer und den Kai Pflaume zu treffen.“

Einen Unterschied zwischen Österreich oder Deutschland verspürte er nicht. „In Deutschland sind sie nur ein bisschen strenger darin, wie lange ich drehen darf, glaube ich.“ Seine bisher längsten Drehtage hatte er in „Fischstäbchen“. „Da haben wir für zwei Wochen ganztags gedreht, erinnere ich mich. Aber es war nicht so schlimm, natürlich hatten wir Pausen und einen Kinderbetreuer. Und meine Mama ist ja auch immer dabei.“
Helena wirft ein, dass sie im vorigen Sommer das erste Mal eine Produktion hatten, bei der es nicht erlaubt war, dass Eltern dabei sind. Gedreht wurde für den Filmakademie Wien-Film „1. FC Ahnungslos“. „Das war meine erste Produktion mit fast ausschließlich Kindern und ich war einer aus der Fußballmannschaft. Ich glaube, es waren keine Eltern erlaubt, damit sich die Kinder mehr mit den Kindern unterhalten. Aber es gab drei Kindercoaches.“ Seine Mutter fügt noch hinzu, dass der Film auch von Missbrauch handelte und unter den Coaches natürlich eine Intimitätskoordinatorin war.

Benedikt kann sich gut vorstellen, Krimis und Actionfilme zu drehen, aber auch einen Liebesfilm. „Sehr gerne würde ich bei einem so berühmten Kinderfilm wie „Geschichten von Franz“ mitspielen, oder in „Bibi Blocksberg“, verrät er mir. Mit Erwachsenen zu drehen macht ihm gleichermaßen Freude, wie mit Kindern zu drehen, und überhaupt kann er sich vorstellen, in Zukunft Richtung Schauspiel zu gehen. „Aber ich habe ja noch ein bisschen Zeit.“
Benedikt ist sicher ein Naturtalent. „Ich finde, dass ich gut bin, aber wenn ich mir selber zusehe glaube ich, dass ich viele Sachen besser machen könnte. Aber ich lerne ja noch.“
Im Vorjahr machte er gemeinsam mit seinem großen Bruder einen Schauspielkurs bei Casterin Eva Roth. „Das war, damit ich besser werde, aber auch dafür, dass mich die Menschen dort kennen lernen.“ Schon jetzt weiß Benedikt, wie wichtig Kontakte sind. „Deswegen waren wir beispielsweise auch in Cannes bei der Filmpremiere. Ich hätte mir nie gedacht, dass ich bei diesem Filmfestival einmal dabei sein kann, das war wirklich ur-cool.“ Er bedauert nur, dass er nie die großen Stars sehen konnte, da er noch nicht so lange unterwegs sein durfte.
Dass sich alles überhaupt vereinbaren lässt, ist nur mit der Hilfe und dem großen Zusammenhalt der ganzen Familie möglich. Spielte Benedikt früher Fußball, macht er jetzt vor allem Leichtathletik, und in seiner Freizeit trifft er sich gerne mit Freunden. „Heute gehe ich noch mit einem Freund ins Kino und danach mit meinem Bruder Topgolf spielen.“ Auf meinen etwas fragenden Blick erklärt mit Benedikt: „Topgolf ist eine Mischung aus Sport, Spiel und Unterhaltung, die eine moderne Driving Range mit Videospielen verbindet. Wir schlagen Bälle mit Mikrochips auf beleuchtete Ziele und sammeln so Punkte.“
Urlaub verbringt die Familie gerne auch in der Steiermark. Mit seinem Papa fährt Benedikt in Schladming im Sommer Downhill und Ski im Winter.
„Filmprojekte kommen meist überraschend, aber ich freue mich auf alles, was kommt“, verrät mir Benedikt noch, bevor er zu seinem nächsten Termin fährt.
Großes Beitragsfoto: Benedikt Haager in einem VideoClip für STEIRER MIT HERZ. Der Verein wurde 2016 gegründet unter dem Leitmotiv: “Gutes tun aus gutem Grund“. (Foto Sebastian Sammer)
