Neben ihrer erfolgreichen Schauspielkarriere hat sich Antonia Moretti unter dem Pseudonym TONI MOR eine weitere kreative Karriere als Sängerin erschaffen. Am 26. September gibt sie gemeinsam mit Eli Riccardi ein Konzert in Köln und verspricht „A night to remember“.
Sie spielt seit ihrem 4. Lebensjahr Violine, studierte Jazzgesang in Wien, absolvierte schauspielerische Weiterbildungen in New York und Köln und bekam 2022 ihre erste Romy. Antonia absolvierte außerdem ein Physiotherapie-Studium in Innsbruck, ohne dabei ihre künstlerischen Aktivitäten jemals ganz ruhen zu lassen. Zu ihren jüngsten Projekten zählen der Film „Der unsichtbare Zeuge“, die deutsch-österreichische Serie „Hundertdreizehn“, die RTL-Serie „Sisi“, bei der sie zusätzlich an der Filmmusik beteiligt war, und das ARD-Drama „Wer ohne Schuld ist“. Aktuell stand sie wieder für eine vierteilige Serie über die Flutnacht vom 14. Juli 2021 im Ahrtal vor der Kamera.

Mit ihren künstlerischen Erfahrungen und ihrer Leidenschaft für Musik möchte Antonia nun mit TONI MOR eine neue künstlerische Identität schaffen. Nach ihrem allerersten Song Rough erschien mittlerweile ihre EP Lucid Dreamin‘. „Die Release-Show war einfach unglaublich und ein wunderschöner Moment für mich“, erinnert sich Antonia. „Jetzt wird auch auf Hochtouren an Konzertauftritten gearbeitet.“ Ich persönlich freue mich schon sehr darauf, Antonia live zu erleben, denn ich habe sie schon gehört und bin ein riesiger Fan ihrer Stimme.

Ungefähr ein Jahr haben Antonia und ihr Team an der EP gearbeitet. „Das war sehr interessant, denn wie das Leben so spielt, ergeben sich oft Dinge, mit denen man überhaupt nicht gerechnet hat. Ich bin oft umgezogen und musste mir dadurch immer wieder neue Menschen suchen, mit denen ich Musik machen konnte. Und es ist tatsächlich gar nicht so leicht, Leute zu finden, mit denen man musikalisch auf derselben Wellenlänge ist und irgendwie sozusagen denselben Dialekt spricht. Anfang 2025 habe ich dann meinen Produzenten Jan Gandi kennengelernt, der auch zu einem Freund wurde, und ich hatte auch den Jahresvorsatz, wieder mehr Musik zu machen. Das war mir ganz, ganz wichtig. Wir begannen zu musizieren und es hat sich relativ schnell herausgestellt, dass wir gut und mit viel Spaß miteinander arbeiten können. Rasch stand mein Entschluss fest, dass ich ein Projekt mit einem sich durchziehenden roten Faden machen möchte, mit einem Anfang und einem Ende. Und da sich ein Filmprojekt zeitlich verschoben hatte, war auf einmal Zeit da, an der EP zu arbeiten.“ Alle Texte dafür hat Antonia selbst geschrieben und für das Arrangieren arbeitet sie mit jungen, tollen Musikern zusammen. Manches Mal kommt sie mit einem fertigen Song oder Textteilen oder mit vier Akkorden ins Studio und meint: „Hey, was können wir daraus machen. „Oder ich hole mir zum Beispiel einen ganz tollen Gitarristen wie Arthur Fritz an meine Seite, mit dem wir uns zum Beispiel für Lucid Dreamin‘ einfach eine Nacht lang im Studio eingeschlossen und den Song geschrieben haben.“
Musik im Blut
Musik hat Antonia ein Leben lang schon begleitet, denn in ihrer Familie wurde immer schon Musik gemacht. „Meine Mutter ist eine ganz tolle Oboistin und Musik hat einen extrem hohen Stellenwert in unserer Familie und dafür bin ich sehr dankbar. Wir haben alle ein Instrument lernen dürfen und das spielen wir zum Teil heute noch. und wir musizieren auch gemeinsam. Und ich habe schon als Kind gerne gesungen“, lächelt die sympathische Kreative. „Was mir jetzt bei Deiner Frage noch einfällt ist, dass ich immer auf Englisch gesungen habe, obwohl ich diese Sprache noch gar nicht sprechen konnte, aber es hat halt englisch geklungen“, lacht sie wieder.

Erstes Konzert
Auf einer Bühne zu stehen, ist für Antonia zwar nichts Neues, aber ich möchte von ihr wissen, wie sie sich bei ihrem ersten Konzert gefühlt hatte: „Ich hatte bisher erst ein großes Konzert, mein Release-Konzert im April. Das war alles selbst organisiert. Und ja, das war wirklich der Wahnsinn.“ Zu Beginn und ohne Label so etwas auf die Beine zu stellen, ist wirklich sehr viel Arbeit, aber mit einem tollen Team und großartigen Musikern war es zu schaffen, erzählt mir Antonia. „Ich kann es kaum in Worte fassen, es war wie ein luzider Traum würde ich sagen. Irgendwie absurd und unfassbar schön. Ich habe nie damit gerechnet, dass ich jemals so aufgeregt sein würde. Aber in der EP ist ja auch so viel von mir, es ist keine Figur, die ich sonst spiele, kein anderer Mensch, sondern ICH selbst. Und dann auch noch diese Texte zu singen, die aus einem selbst entspringen, wodurch man sich natürlich öffnen muss, das war neu, ein bisschen komisch, aber auch schön“, ergänzt Antonia leicht nachdenklich.
Interessant wäre es für Antonia, einmal einen Film zu drehen, wo sie ihre beiden Leidenschaften einbringen könnte. „Ich bin leider kein Musicalmensch. Aber in einem Film eine Sängerin zu verkörpern, könnte ich mir gut vorstellen.“

Familie
Mit ihrem Vater Tobias Moretti hat Antonia schon gemeinsam in Im Netz der Camorra gespielt und an ihrem EP-Projekt war ihre Mutter involviert, die bekannte Oboistin Julia Moretti. „Ich habe sie ins Studio geholt, als die EP fast fertig war, wollte aber für einen Song unbedingt noch eine Oboe haben. Es war dann für mich so ein Moment, der dieses Projekt rund gemacht hat, und auch so schön ihr zu zeigen, woran ich die letzten Monate gearbeitet hatte. Ich habe wirklich großes Glück mit meiner Familie.“
Mit Musik geht es für Antonia auf alle Fälle weiter. Sie ist aber auch froh und dankbar, dass sie ihren geliebten Beruf als Schauspielerin ausüben darf. „Ich muss auch ehrlich sagen, ich könnte jetzt als Independent Artist und ohne Label gar nicht nur Musik machen. Ich möchte die tollen MusikerInnen, mit denen ich arbeiten darf, ja auch entsprechend bezahlen. Gerade am Anfang kostet die Musik aber einfach deutlich mehr, als sie einbringt.“ Es ist also nicht immer einfach für Antonia, ihre beiden Leidenschaften zu vereinbaren, „denn egal ob ich Musik mache oder drehe, ich will mich immer richtig darauf einlassen, denn das ist mein Anspruch an beide Kunstformen.“
Beim Filmfest München war Antonia heuer bei der Weltpremiere des Films Der unsichtbare Zeuge, in dem sie eine Hauptrolle spielte. „Ich bin wirklich sehr froh, Teil dieses Projekts zu sein, weil es um wahnsinnig wichtige Themen wie Rassismus und Polizeigewalt geht. Ich durfte eine Frau spielen, die einem vermeintlichen Mörder glaubt, und ihm dann auch hilft. Natürlich war es eine Herausforderung, sich mit diesem Thema auseinanderzusetzen. Gleichzeitig ist es eine Realität, mit der wir uns beschäftigen müssen. Die Zusammenarbeit mit Regisseur Alexander Dierbach und den vielen großartigen KollegInnen, darunter Bless Amada und Robert Stadlober, hat mir dabei unglaublich viel Freude gemacht.“

An freien Drehtagen beschäftigt sich Antonia mit der Musik, für sie eine gut genutzte Pause, die ihr Freiheit gibt. Man sagt zwar immer, was man mit großer Freude macht, empfindet man nicht als Arbeit. Letztendlich ist es aber doch Arbeit und ich möchte von Antonia wissen, wie sie sich am besten schnell erholt. „Indem ich die Kontakte zu meiner Familie und meinen Freunden pflege, was das Allerwichtigste für mich ist. Und Bewegung in meinem Alltag finden. Extrem gut finde ich auch, dass viele meiner Freunde nicht den gleichen Beruf wie ich haben. Denn so beschäftige ich mich mit den unterschiedlichsten Themen und kann mich aus meinem Kosmos komplett rausziehen.“
Nach den Dreharbeiten zur vierteiligen Serie über die Flutnacht im Ahrtal geht Antonia wieder ins Studio. „Wir arbeiten auf Hochtouren an weiteren Konzerten und an einem Projekt, über das ich noch nicht sprechen darf“, lächelt sie. Ich sage ihr abschließend noch, wie sehr ich mich darauf freue, sie live auf der Bühne zu erleben, worauf sie meint: „Und dann freue ich mich, dich tanzend in der Menge zu sehen.“
Großes Beitragsfoto: Antonia Moretti hat zwei große Leidenschaften: Musik und Film. (Foto Dani Mayrhofer)
