Chemikerin Dr. Ulrike Kuttler

Aus der Reihe „Frauen und Technik“ in Kooperation mit der Industriellen-vereinigung Steiermark: Dr. Ulrike Kuttler, Global Application Development Manager Automotive bei der Allnex Austria GmbH. Ulrike Kuttler studierte Technische Chemie in Graz und forscht seit 25 Jahren erfolgreich bei der Allnex Austria GmbH. Genauso wichtig wie ihr Job ist ihr Sport – sie hat selbst eine Trainerausbildung in Body Art.

Dr. Ulrike Kuttler ist Global Application Development Manager Automotive bei der Allnex Austria GmbH in Graz (Foto Reinhard Sudy)
Dr. Ulrike Kuttler ist Global Application Development Manager Automotive bei der Allnex Austria GmbH in Graz (Foto Reinhard Sudy)

Die Chemikerin und ihre berufliche Matrixaufgabe
Geradlinig war der Berufsweg von Ulrike Kuttler nicht. Gerne hätte sie in Wien auf der Boku Wildwasser- und Lawinenverbau studiert, das ließ ihre Mutter aber nicht zu. Auch das Fremdenverkehrskolleg in Gleichenberg hätte ihr Spaß gemacht, das war finanziell aber nicht möglich. „Ich bin Halbwaise, meine Mutter hat uns drei Kinder alleine großgezogen, und für mich war klar, dass ich nach der Matura mein Studium größtenteils selbst finanzieren muss.“ So arbeitete sie nebenher – nachdem sie sich für das Studium der Technischen Chemie entschlossen hatte.

Ulrike Kuttler studierte Technische Chemie in Graz und forscht seit 25 Jahren erfolgreich bei der Allnex Austria GmbH. (Foto Reinhard Sudy)
Ulrike Kuttler studierte Technische Chemie in Graz und forscht seit 25 Jahren erfolgreich bei der Allnex Austria GmbH. (Foto Reinhard Sudy)

Gelandet ist sie bei der Allnex Austria GmbH in Graz, einem global tätigen Kunstharzhersteller und führenden Zulieferer von Kunstharzen für die Bereiche Automobil, Architektur und Industrie. Dort ist sie als Global Application Development Manager Automotive tätig. Die Chemikerin schmunzelt bei der Frage, welcher Beruf sich hinter dieser sperrigen Bezeichnung verberge. „Vom Job her ist es eine Matrixaufgabe mit klassischer Forschung und Innovation auf der einen Seite, die Kollegen aus der Syntheseabteilung entwickeln neue Bindemittel, die in meiner Abteilung zu Automobillacken weiterverarbeitet und detailliert geprüft werden. Auf der anderen Seite technische Kundenbetreuung, d. h. ich besuche gemeinsam mit meinen Vertriebskollegen unsere Kunden, um diesen unsere neuen Produkte marketing- und innovationsmäßig näher zu
bringen, wobei ich die technische Seite abdecke.“

Es war nicht immer einfach in dieser Männerbranche, aber Dr. Ulrike Kuttler setzte sich. Hier mit Journalistin Hedi Grager (Foto Reinhard Sudy)
Es war nicht immer einfach in dieser Männerbranche, aber Dr. Ulrike Kuttler setzte sich. Hier mit Journalistin Hedi Grager (Foto Reinhard Sudy)

Sehr offen erzählt sie, dass sie es in diesem männerdominierten Bereich nicht immer leicht hatte. „Nun bin ich 25 Jahre in diesem Metier unterwegs und anerkannt, aber anfangs hatte ich mit Ressentiments zu kämpfen.“ Ulrike Kuttler war die erste Frau bei allnex in der Forschung, früher als Vianova bzw. als Tochter der Hoechst AG bekannt. Für ihre fünf Mitarbeiter steht ihre Tür immer offen. „Ich bin der Chef und treffe als Verantwortliche letztendlich die Entscheidungen, doch das Team hat an der Entscheidungsfindung einen sehr großen Anteil. Bei uns wird Klartext gesprochen, wir gehen sehr offen miteinander um und jeder hilft jedem.

Dr. Ulrike Kuttler: „Wenn man die neuen Produkte Kunden präsentiert und diese aus unserem ,Baby‘ Lacke fertigen, wovon viele tausend Tonnen verkauft werden und ich letztendlich unsere Entwicklung als Lackierung auf Autos sehe, ist das ein sehr schönes Gefühl.“ (Foto Reinhard Sudy)
Dr. Ulrike Kuttler: „Wenn man die neuen Produkte Kunden präsentiert und diese aus unserem ,Baby‘ Lacke fertigen, wovon viele tausend Tonnen verkauft werden und ich letztendlich unsere Entwicklung als Lackierung auf Autos sehe, ist das ein sehr schönes Gefühl.“ (Foto Reinhard Sudy)

Ulrike Kuttler arbeitete nach dem Studium zwei Jahre als Universitätsassistentin und einige Monate als Sachverständige für Luftreinhaltung bei der oberösterreichischen Landesregierung in Linz, bevor sie bei der einstigen Vianova zu arbeiten begann. „Ich war mir sicher, dass weder eine Hochschulkarriere noch ein ‚Beamtenjob‘ für mich von Dauer gewesen wäre.“ Konzepte entwickeln und sehen, wie sich ihre Ideen im Labor nach ihrer Vorstellung entwickeln, das macht Ulrike Kuttler nach wie vor viel Freude. „Wenn man die neuen Produkte Kunden präsentiert und diese aus unserem ,Baby‘ Lacke fertigen, wovon viele tausend Tonnen verkauft werden und ich letztendlich unsere Entwicklung als Lackierung auf Autos sehe, ist das ein sehr schönes Gefühl.“

Dr. Ulrike Kuttler liebt Sport und hat eine Trainerausbildung für bodyart, einem exzellenten Ganzkörpertraining (Foto Reinhard Sudy)
Dr. Ulrike Kuttler liebt Sport und hat eine Trainerausbildung für bodyart, einem exzellenten Ganzkörpertraining (Foto Reinhard Sudy)

Ulrike Kuttler ist verheiratet, sie hat keine Kinder. Die Chemikerin, die sich selbst als lebenslustig und optimistisch, sehr analytisch, konsequent und zielorientiert bezeichnet, entspannt sich mit viel Sport und geht – wenn es der Job zulässt – jeden Abend zum Training ins Fitnessstudio. „Ich habe eine Trainerausbildung für bodyart, ein exzellentes Ganzkörpertraining.“ Auch ihr Mann, mit dem sie in der Nähe von Graz lebt, hat sich von diesem Training überzeugen lassen und trainiert fleißig mit. Gemeinsam fahren sie auch gerne Motorrad, „ich allerdings als Beifahrerin, denn er fährt wirklich sehr viel besser als ich“, lacht sie fröhlich. „Und ich arbeite sehr gerne in meinem Garten, liebe es, in der Erde zu wühlen und Gemüse und Blumen anzubauen. Das ist meines.“

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