Mathilde Graf war immer klar: Ich werde Schauspielerin

Mathilde Graf und Filmpartner Murathan Muslu in CopStories (Foto Foto privat)Für die Wienerin Mathilde Graf war immer klar: „Ich werde Schauspielerin – ohne Plan B.“ Nachdem sie in einigen Theaterproduktionen und Fernsehfilmen in Deutschland und der Schweiz zu sehen war, verstärkt sie jetzt das Team der österreichischen Fernsehserie CopStories.

Mathilde Graf: Für die Wienerin war immer klar: „Ich werde Schauspielerin – ohne Plan B.“ (Foto Jan Frankl)
Mathilde Graf: Für die Wienerin war immer klar: „Ich werde Schauspielerin – ohne Plan B.“ (Foto Jan Frankl)

Mit einem sympathischen Lächeln kommt Mathilde Graf auf mich zu, als wir uns zu einem Gespräch im Wiener Hotel Sans Souci  treffen. Schon meine erste Frage, wie sie sich plötzlich als Shootingstar fühle, lässt sie schmunzeln. „Irgendwie merkwürdig, aber natürlich auch positiv und sehr cool,“ meint sie. „Ich habe in den letzten Jahren einiges gemacht, aber so eine Serie wie CopStories macht einen schon auf einen Schlag bekannter.“

Ich traf die Sschauspielerin Mathilde Graf im Wiener Hotel Sans Souci zu einem interessanten Gespräch über ihre Rolle in CopStories und auch Privates (Foto privat)
Ich traf die Sschauspielerin Mathilde Graf im Wiener Hotel Sans Souci zu einem interessanten Gespräch über ihre Rolle in CopStories und auch Privates (Foto privat)

Mathilde, die 2013 die Schauspielschule Krauss in Wien abschloss, musste für die Rolle der Iveta, einer Journalistin mit rumänischem Akzent, zum Casting. „Ich habe mich total gefreut, zum Casting gehen zu können“, erzählt die attraktive Schauspielerin. „Ich saß dann gerade in einem Kaffeehaus, als die Casterin anrief, und ich habe wirklich gebrüllt vor Freude, denn es ist eine großartige Rolle.“

Auf ihre Rolle in CopStories hat sie sich sehr gut vorbereitet. „Ich habe viel recherchiert. Iveta, die Rolle die ich spiele, kommt aus Moldavien, ist mit Schleppern nach Österreich gekommen und hat viel Schlimmes erlebt. In meinem Bekanntenkreis sprach ich mit einer Frau darüber, die mir zu diesem Thema sehr viel erzählen konnte.“

Für ihre Rolle in CopStories hat sich Mathilde Graf gut vorbereitet. „Ich habe viel recherchiert. Iveta, die Rolle die ich spiele, kommt aus Moldavien, ist mit Schleppern nach Österreich gekommen und hat viel Schlimmes erlebt. (Foto ORF Hubert Mican)
Für ihre Rolle in CopStories hat sich Mathilde Graf gut vorbereitet. „Ich habe viel recherchiert. Iveta, die Rolle die ich spiele, kommt aus Moldavien, ist mit Schleppern nach Österreich gekommen und hat viel Schlimmes erlebt. (Foto ORF Hubert Mican)

Erste Bühnen-Auftritte hatte Mathilde bereits im Schultheater, später wurde sie von ihrem Vater oft ins Theater mitgenommen. „Manche Stücke haben mich vielleicht ein bisschen überfordert, aber ,My Fair Lady‘ habe ich mir in der Volksoper gleich mehrmals angesehen.“

In den letzten Jahren stand sie oft auf Theaterbühnen. „Jetzt habe ich aber das Gefühl, dass ich mehr Film machen möchte. Aber grundsätzlich ist es immer abhängig von einem guten Angebot, denn dazu sagt man eh nicht nein, wenn es sich zeitlich ausgeht.“

Für die Schauspielerin Mathilde Graf sind "gerade so tiefgehende Rollen, an denen man wirklich hart arbeitet, am interessantesten." (Foto privat)
Für die Schauspielerin Mathilde Graf sind „gerade so tiefgehende Rollen, an denen man wirklich hart arbeitet, am interessantesten.“ (Foto privat)

Eine Wunschrolle hat Mathilde nicht, aber „gerade so tiefgehende Rollen, an denen man wirklich hart arbeitet, sind für mich die interessantesten. Was ich gerne mal spielen möchte, ist eine totale Psychopathin“, erklärt sie mir. „In diese Welt einzutauchen empfinde ich als eine große Herausforderung.“

Entspannung mit Lilly
Interessiert frage ich sie, wie es ihr derzeit nach einem Drehtag geht und erfahre: „Also Tür zu und alles auf normal funktioniert nicht immer, wenn ich ehrlich bin. Daran arbeite ich noch. Es gab schon Drehtage, nach denen ich nicht schlafen konnte, so aufgeregt war ich.“ Sehr offen verrät sie: „Bei CopStories gab es Szenen, die mich ganz schön gefordert haben. Man muss sich ja in eine Rolle ganz reinversetzen, muss sich ihr voll hingeben und sie wirklich leben – sonst funktioniert es nicht.“ Vom CopStories Team wurde ich aber sehr unterstützt, erwähnt sie noch und manchmal hilft ein Glas Bier nach Feierabend zum Runterkommen.

Mathilde Graf verrät, dass es bei CopStories einige Szenen gab, die sie als Schauspielerin schon sehr forderten (Foto Jan Frankl)
Mathilde Graf verrät, dass es bei CopStories einige Szenen gab, die sie als Schauspielerin schon sehr forderten (Foto Jan Frankl)

Eine große Hilfe ist der charismatischen Schauspielerin ihre kleine Tochter Lillien, liebevoll Lilly genannt. „Sie ist jetzt 9 Jahre alt und wenn ich nach einem anstrengenden Tag oder schwierigen Dreh nach Hause komme und meine Ruhe brauche, kann ich mit ihr schon ganz gut darüber sprechen. Das versteht sie und sie ist überhaupt ein so unkompliziertes Kind, das war sie immer schon“, gerät sie ins Schwärmen.  

Im September wurde Mathilde 29 Jahre alt. „Ich habe sehr schön gefeiert, aber ich muss ehrlich sagen dass ich daran dachte, dass es das letzte Jahr mit einem Zweier davor ist“, schmunzelt sie. 

Erste Bühnen-Auftritte hatte Mathilde Graf bereits im Schultheater, später wurde sie von ihrem Vater oft ins Theater mitgenommen (Foto Jan Frankl)
Erste Bühnen-Auftritte hatte Mathilde Graf bereits im Schultheater, später wurde sie von ihrem Vater oft ins Theater mitgenommen (Foto Jan Frankl)

Berufliche Herausforderungen 
Auf meine Frage, ob sie den Beruf als Schauspielerin schwierig finde, meint Mathilde: „Natürlich muss man kämpfen, aber andererseits kann ich es schon nicht mehr hören, wie schwierig es sei. Wenn man sich das permament selbst vorsagt, wird es auch nicht besser. Diese Branche ist sehr herausfordernd, die viele Ablehnung, die man erfährt, belastet.“ Die man nie persönlich nehmen soll, werfe ich ein. Mathilde lacht und meint: „Natürlich nimmt man es persönlich, was soll man daran nicht persönlich nehmen? Aber das ist der Beruf, das Risiko – und man hat es sich selbst ausgesucht. In anderen Berufen ist es sicher auch nicht immer leicht.“

Während ihrer Ausbildung hatte Mathilde natürlich auch Gesang- und Tanzunterricht, musste bei Theaterproduktionen immer wieder singen. „Ich kann singen, aber ich tue es nicht besonders gerne“, erzählt sie sehr offen und auch, dass sie nie im Auto oder unter der Dusche singt. Aber klar, für eine Traumrolle würde sie singen und tanzen. Auf meine Frage, ob sie es sich einmal vorstellen könnte, hinter der Kamera zu agieren, kommt sofort ein klares Nein. „Ich will vor der Kamera stehen ,dahinter würde ich unruhig werden, weil ich nach vorne wollen würde“, schmunzelt sie.

Hinter der Kamera zu agieren ist für die Schauspielerin Mathilde Graf keine Option. "Ich will vor der Kamera stehen, dahinter würde ich unruhig werden, weil ich nach vorne wollen würde“, erzählt sie mit einem Schmunzeln (Foto Angelika Preitschopf-Wohlmuth)
Hinter der Kamera zu agieren ist für die Schauspielerin Mathilde Graf keine Option. „Ich will vor der Kamera stehen, dahinter würde ich unruhig werden, weil ich nach vorne wollen würde“, erzählt sie mit einem Schmunzeln (Foto Angelika Preitschopf-Wohlmuth)

Jungen Menschen, die diesen Beruf ergreifen wollen, kann sie folgendes mitgeben: „Geduld, einen langen Atem und man sollte sich eine dicke Haut zulegen. Was ich jungen Menschen aber wirklich auch rate ist, nicht aufzugeben, an seinem Traum festzuhalten und an sich zu glauben – und wenn es jahrelang dauert.“ Auch sie selbst hatte viele Nebenjobs während und nach der Ausbildung.

Mode, Reisen und Melancholie 
Seit ihrer Rolle in CopStories ist ihr Bekanntheitsgrad natürlich gestiegen. Das spürt sie an Berichten in den Medien und auf Events. „Aber es ist nicht so, dass ich auf der Straße erkannt werde“, lacht sie wieder. Noch nicht, werfe ich ein, und auf meine Frage, ob sie ungeschminkt auf die Straße geht, lacht Mathilde wieder und erklärt mir: „Natürlich, auch im Jogging Anzug. Früher hätte ich das nie gemacht, da hätte ich niemals des Badezimmer verlassen, ohne mich zu schminken.“

Mathilde Graf: "Jungen Menschen rate ich nicht aufzugeben, an seinem Traum festzuhalten und an sich zu glauben – und wenn es jahrelang dauert.“ Hier mit Filmpartner Murathan Muslu (Foto ORF/Hubert Mican)
Mathilde Graf: „Jungen Menschen rate ich nicht aufzugeben, an seinem Traum festzuhalten und an sich zu glauben – und wenn es jahrelang dauert.“ Hier mit Filmpartner Murathan Muslu (Foto ORF/Hubert Mican)

Auf Mode angesprochen erklärt mir der ‚Shooting Star‘, dass sie nicht die klassische ‚Shopping Queen‘ sei. „Ich habe das Glück, dass mein Mann einen irrsinnig guten Geschmack hat, auch was Frauenmode betrifft. Ich verlasse mich da auf ihn und freue mich, wenn er mir immer wieder ein paar hübsche Teile mitbringt. Und es ist wirklich noch nie passiert, dass mir etwas nicht gepasst hätte“, verrät sie mir.

Wenn Mathilde etwas Zeit für sich selbst bleibt, treibt sie Sport. „Ich bin sehr gerne in der Natur. Sportliche Aktivitäten in der Natur wie laufen, wandern oder bergsteigen sind für mich wichtig.“ Im Winter kommt snowboarden dazu, „das mache ich, seit ich 8 Jahre alt bin.“ Und sie reist sehr gerne. „Ich mag Spanien sehr gerne, aber auch Südafrika. Dieses Land finde ich wunderschön und es ist sehr inspirierend für mich.“

Die 1989 in Wien geborene Schauspielerin Mathilde Graf hatte Theaterengagements u.a. am Off Theater Wien, am Theater zum Mitnehmen oder beim Faust Festival 2018 in München. Sie war in Fernseh- und Filmproduktionen in Deutschland, Schweiz und Österreich zu sehen, u.a. in der Hauptrolle für den Improfilm „Ja, nein, vielleicht“ in Zürich. (Foto privat)
Die 1989 in Wien geborene Schauspielerin Mathilde Graf hatte Theaterengagements u.a. am Off Theater Wien, am Theater zum Mitnehmen oder beim Faust Festival 2018 in München. Sie war in Fernseh- und Filmproduktionen in Deutschland, Schweiz und Österreich zu sehen, u.a. in der Hauptrolle für den Improfilm „Ja, nein, vielleicht“ in Zürich. (Foto privat)

Für Mathilde gab es auch nie einen Plan B – Schauspielerin war das einzige, was sie immer werden wollte. Und dabei haben sie ihre Eltern immer unterstützt – obwohl es in der Familie niemanden gibt, der künstlerisch tätig ist. „Meine Eltern waren Ärzte, aber weder bei mir noch bei meinen zwei älteren Schwestern gab es je die Hoffnung, dass wir Medizin studieren werden.“

Die Schauspielerin findet an sich zwei sehr ausgeprägte Seiten: „Zum einen sehr melancholisch und zum anderen total leidenschaftlich und cholerisch. Und das ist gar nicht so leicht“, lacht sie. „Ich habe Phasen, wo ich wirklich melancholisch und sehr zurückgezogen bin, und in anderen Momenten bricht es wieder raus aus mir und dann bin ich laut und überschäumend.“ Mathilde hält sich für sehr zielstrebig. „Als ich mein kleines Baby zu Hause hatte, bin ich jeden Tag zur Ausbildung gegangen. Ich hatte aber das Glück, dass ich von meinem Mann und meiner Familie immer Unterstützung hatte.“

Die nächsten Dreharbeiten beginnen für Mathilde Graf im Winter: "Ich darf leider noch nicht viel sagen, aber es wird ein Psychothriller. (Foto Elisa Unger)
Die nächsten Dreharbeiten beginnen für Mathilde Graf im Winter: „Ich darf leider noch nicht viel sagen, aber es wird ein Psychothriller. (Foto Elisa Unger)

Neuer Film in Vorbereitung 
Die Dreharbeiten für CopStories sind abgeschlossen, die Geschichte der ‚Iveta‘ endet mit der 3. Staffel. Für ihr nächstes Film-Projekt starten die Dreharbeiten im Winter. „Ich darf leider noch nicht viel sagen.“ Sie schmunzelt als ich erkläre: „Das kenn ich schon.“ Was sie aber verraten darf ist, dass es ein Psychothriller wird. „Das ist was ganz Neues, sehr herausfordernd und spannend. Und ich werde mit meiner lieben Freundin Sigrid Spörk spielen“, freut sie sich schon darauf.

Großes Beitragsfoto: Mathilde Graf by Jan Frankl. 

 

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