Schauspieler und Autor Mario Canedo

Schauspieler Mario Canedo (Foto Zaucke Photography)Für den Schauspieler und Autor Mario Canedo war auch dieses Jahr wieder ein sehr interessantes. Gerne erzählt er über seine beruflichen und privaten Höhepunkte 2018, über Pläne und Projekte für 2019 und wie er Weihnachten und Silvester verbringen wird.

Schauspieler Mario Canedo: "Ich liebe es, auf verschiedenen Feldern zu arbeiten und mich bunt auszuleben- und das konnte ich 2018 voll und ganz tun." (Foto Zaucke Photography)
Schauspieler Mario Canedo: „Ich liebe es, auf verschiedenen Feldern zu arbeiten und mich bunt auszuleben- und das konnte ich 2018 voll und ganz tun.“ (Foto Zaucke Photography)

Lieber Mario, wie war das heurige Jahr für Dich? Was hat sich 2018 beruflich alles bei Dir getan?
Ich war in diesem Jahr viel auf Achse wegen Castings, viel mit dem Aufnehmen von E-Castings beschäftigt und mit meiner ersten Drehbucharbeit in Osteuropa auf Tour. Es ist immer wieder erstaunlich, wie phasenabhängig es in diesem Beruf ist. Mal Flaute, mal mega viel los, mal tröpfelt es. Immer anders und nicht vorhersehbar…

Ich liebe es, auf verschiedenen Feldern zu arbeiten und mich bunt auszuleben- und das konnte ich 2018 voll und ganz tun. Film ist für mich ja ein Gesamtmedium, da gehören viele Departements, Bereiche und Prozesse dazu. In viele davon durfte ich schon hineinschnuppern und bei einigen bin ich hängen geblieben und habe eine große Leidenschaft entwickelt. Ich glaube, das ist meine Art mich auszudrücken. Für diesen Ausdruck habe ich die für mich passende Form gefunden. Ich möchte mich da auch nicht festlegen oder einschränken. Ich bin zu alledem auch noch nach wie vor politisch im Vorstand des VÖFS zu Gange und bringe mich hier weiter aktiv ein. Gerade in politischen Zeiten wie diesen, gilt es nicht nur für Weiteres einzustehen, sondern bereits Erkämpftes auch zu erhalten. Wir leben ebenso in Zeiten der stetigen Veränderung und da möchte ich schon auch mitgestalten. Die Abwechslung und die Herausforderungen sind es, die mir Spaß machen, im Schauspiel und generell.

Schauspieler Mario Canedo (li außen) war 2018 auch oft bei Lesungen dabei (Foto privat)
Schauspieler Mario Canedo (li außen) war 2018 auch oft bei Lesungen dabei (Foto privat)

Bei Sophie Ingeborg Molitoris und Deborah Congia durfte ich lernen und Einblick in den Besetzungsprozess erhalten, für mich auch ein sehr spannendes und umfangreiches Feld, vor dem ich enormen Respekt habe. Auch durfte ich zum ersten Mal auf Englisch drehen und habe hierbei Blut geleckt. Das werde ich versuchen, weiter im Auge zu haben.

Begegnungen 2018?
Es gibt sehr viele Menschen, die mich tagtäglich inspirieren und auch 2018 beeindruckt haben. Filmarbeit ist Teamsport und ein Prozess, wo viele Rädchen ineinander greifen und miteinander etwas in Bewegung bringen. Ich bin ein sehr visueller Mensch, bewundere daher auch die Arbeiten von Kamerafrauen und Kameramännern. Die Faszination vom Medium Film habe ich seit ich ein Kind war und meine ersten Filme im Gemeindebau in Wien Favoriten gesehen habe. Über Weihnachten versuche ich wieder einige Filme nachzuholen, die ich bislang noch nicht sehen konnte. Von „Cops“, „L’Animale“ und „Angelo“ war ich die letzten Wochen besonders beeindruckt, um beim österreichischen Film zu bleiben. 

Für einen Film, den Mario Canedo in Israel und Deutschland spielte, schnitt er sich seine Haare kurz (Foto Zaucke Photography)
Für einen Film, den Mario Canedo in Israel und Deutschland spielte, schnitt er sich seine Haare kurz (Foto Zaucke Photography)

Du hat Dich auch optisch verändert?
Die Haare, ja. Die kurzen Haare waren für einen Film, den ich in Israel und Deutschland gedreht habe. Ich wollte aber schon immer mal ganz kurze Haare ausprobieren und das war die beste Gelegenheit. Haare machen viel aus, man versteckt sich aber auch oft dahinter. Ich fühle mich seither viel freier und offener und natürlich macht es auch einen geschärfteren und klareren Typ. Ich finde, es hat mich persönlich auch etwas uneitler gemacht oder es liegt nur daran, dass ich einfach aus dem Haus gehen kann, ohne mich um die Frisur kümmern zu müssen.  

Welches war 2018 Dein berufliches Highlight?
„Liniște“ oder auch „Unsere stillsten Stunden“, mein rumänisch-österreichischer Kurzfilm, wo ich unter anderem das Drehbuch schreiben durfte, hatte in Rumänien im Rahmen des TIFF Weltpremiere und war dort in der Kurzfilmkategorie nominiert. „Liniște“ wurde auf mehreren Rumänischen Filmfestivals (Anonimul, Bukarest u.a.) gezeigt und war mit dem DIVAN Film Festival, das Osteuropäische Kultur und Filme aus dem Osten featured auf Tour. Das war meine erste Drehbucharbeit. Zum ersten Mal konnte ich auch ein Filmprojekt von Anfang bis Ende mitbegleiten. Eine anstrengende aber großartige Erfahrung.

"Zurzeit schreibe ich an einem Komödien Kinostoff „Toskana Alabaster“, erzählt Mario Canedo. (Foto Zaucke Photography)
„Zurzeit schreibe ich an einem Komödien Kinostoff „Toskana Alabaster“, erzählt Mario Canedo. (Foto Zaucke Photography)

Zurzeit schreibe ich an einem Komödien Kinostoff „Toskana Alabaster“ in den „Diversen Geschichten“ von der Witcraft, einem tollen Entwicklungs- und Schreibprogramm. Hier durfte ich vor großem Publikum im Stadtkino in Wien im Rahmen einer Abendgala, gestaltet von der wunderbaren Tizza Covi („Mister Universo“, „Der Glanz des Tages“ u.a.), Szenen aus diesem Drehbuch mit anderen AutorInnen aus dem Programm präsentieren, die von namhaften SchauspielerInnen (wie Markus Schleinzer, Susanne Michel, Anton Noori u.v.m.) gelesen wurden. Diese Veranstaltung war ein persönliches Highlight für mich. Dieses Event hatte auch zum Ziel, sein Buch mal gelesen zu hören, zu sehen, wie Dialoge funktionieren und es vor einem Publikum auszuprobieren und um es natürlich der Branche vorzustellen. Ich bin mit dem Drehbuch zu „Toskana Alabaster“ im Endspurt und suche hierfür eine Produktionsfirma und Regie, damit es an die Planung und Umsetzung gehen kann. Diese Reise beginnt erst gerade, darüber freue ich mich sehr. 

Welche Erwartungen, Wünsche und Ziele hast Du für 2019? 
Es kommt, wie es kommt. Offen sein für neue Herausforderungen und Projekte. Ich würde mir wünschen, in Zukunft auch weiterhin größtenteils unabhängig sein zu können und die Dinge zu machen, die mir Freude bereiten.
Wünsche: Viel Gesundheit und Liebe, für die Menschen rund um mich und mich selbst. Klingt sehr kitschig, ist aber so.
Ziele: Für die Zukunft viele mutige Stoffe und Rollen. Ich bin ein riesen Fan von „The Crown“ und „Westworld“, sowas könnte ich mir auch sehr gut in Österreich vorstellen. Ansonsten würde ich mich über Stoffe, mit verschiedenen Blickwinkeln freuen, die neue Perspektiven aufzeigen und neue Türen öffnen. In Österreich finde ich, ist sehr viel Potenzial gebündelt und es gibt hier herausragende und kreative Menschen, oft scheitert es nur an der Finanzierung.

In „Rotzbub“ konnte Mario Canedo neue Erfahrungen sammeln. "Es ist der erste vollanimierte Kinofilm aus Österreich, basierend auf Karikaturen von Manfred Deix, den ich in einer der Hauptrollen synchronisieren durfte", erzählt er stolz. (Foto Zaucke Photography)
In „Rotzbub“ konnte Mario Canedo neue Erfahrungen sammeln. „Es ist der erste vollanimierte Kinofilm aus Österreich, basierend auf Karikaturen von Manfred Deix, den ich in einer der Hauptrollen synchronisieren durfte“, erzählt er stolz. (Foto Zaucke Photography)

Ausblick: Es kommen nächstes und übernächstes Jahr ein paar spannende Sachen wie „Rotzbub“, der erste vollanimierte Kinofilm aus Österreich basierend auf Karikaturen von Manfred Deix, den ich in einer der Hauptrollen synchronisieren durfte – auch wieder eine neue Erfahrung für mich, sowie „Wie ich lernte bei mir selbst Kind zu sein“ (André Heller Bestseller Verfilmung) in einer kleinen Rolle. Auch einige österreichische und deutsche Serienrollen („Schnell ermittelt“, „Letzter Wille“,…) werden dabei sein.

Gibt es ev. ein Projekt, auf das Du Dich 2019 besonders freust?
Im Rahmen für die Vorbereitungen zu „Toskana Alabaster“ werden mich noch einige Herausforderungen erwarten, die mich schon etwas nervös machen, denen ich aber freudig entgegenblicke. Ich darf noch nicht zu allzuviel verraten aber ich nehme hierfür gerade auch etwas Zeichenunterricht und Trainingsstunden in Sachen „Line Dance“. So wird vielleicht auch ins neue Jahr ge-linedanced. 

Zurzeit warte ich auch noch auf einige Antworten zu verschiedenen Projekten. Hier sind zwei sehr interessante deutsche Kinostoffe dabei, die mich sehr herausfordern aber freuen würden. Fingers are crossed. Von einer durchgehenden TV-Rolle, wo man einen Charakter/Figur über mehrere Episoden  oder Staffeln aufbauen und begleiten kann, wäre ich nicht abgeneigt.

Weihnachten verbringt Schauspieler Mario Canedo mit seiner Mutter. "Abends wird es Fisch und Spekulatius Tiramisu geben", verrät er. (Foto Zaucke Photography)
Weihnachten verbringt Schauspieler Mario Canedo mit seiner Mutter. „Abends wird es Fisch und Spekulatius Tiramisu geben“, verrät er. (Foto Zaucke Photography)

Wie wirst Du Weihnachten verbringen?
Heuer werde ich mit meiner Mutter wieder einmal seit Jahren eine Runde am Wiener Zentralfriedhof an Heiligabend drehen, das ist bei uns Tradition und abends gibt es Fisch und Spekulatius Tiramisu.

Und wo und wie Silvester?
Für den Jahreswechsel habe ich noch keine Pläne, ich übe mich in Spontanität und werde kurzfristig zusagen. Ich weiß noch nicht, wo es uns hinverschlägt, wir werden aber, denke ich, dieses Silvester in Wien bleiben. Das Leben, die Stadt und Leute genießen und so das neue Jahr begießen!

Großes Beitragsfoto: Schauspieler Mario Canedo (Foto Zaucke Photography)

www.managementrehling.com/MarioCanedo

 

 

 

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