Biorefinery Specialist Hedda Weber: Ich bin eine Kosmopolitin

Aus der Reihe „Frauen und Technik“ in Kooperation mit der Industriellen-vereinigung Steiermark: Hedda Weber ist Biorefinery Specialist beim international erfolgreichen Papierhersteller Sappi Austria. Dipl.-Ing. Dr.techn. Hedda Weber schätzt dabei die unterschiedlichen Charaktere, ist strukturiert, lebt selber gerne die ‚kreative Chaotin‘. Und ist eine Kosmopolitin. 

Dipl.-Ing. Dr.techn. Hedda Weber ist Biorefinery Specialist beim international erfolgreichen Papierhersteller Sappi Austria. (Foto Thomas Luef)
Dipl.-Ing. Dr.techn. Hedda Weber ist Biorefinery Specialist beim international erfolgreichen Papierhersteller Sappi Austria. (Foto Thomas Luef)

In der Nähe von Hannover geboren kam Hedda Weber 1986 nach Graz, um an der TU Chemie zu studieren – und blieb der Liebe wegen. Über ihr Fach sagt sie: „Chemie ist etwas für neugierige Menschen. Zu sehen, wie Dinge funktionieren und wie es in Chemie-Shows qualmt und raucht, fand ich immer schon spannend. Jetzt bin ich allerdings froh, wenn es nicht qualmt“, erzählt sie schmunzelnd.

Biorefinery Specialist Hedda Weber ist der Meinung, „Chemie ist etwas für neugierige Menschen". (Foto Thomas Luef)
Biorefinery Specialist Hedda Weber ist der Meinung, „Chemie ist etwas für neugierige Menschen“. (Foto Thomas Luef)

Nach dem Studium und einem Jahr in Montreal begann Hedda Weber bei der Lenzing AG und der Kompetenzzentrum Holz GmbH zu arbeiten. Einen Karriereplan hatte die 53-Jährige nie. „Meine Jobs haben immer mich gefunden“, erzählt sie. Wichtig war nur, dass sie Spaß machen und ich voll dahinter stehe. So holte sich Sappi im Jänner 2017 die Expertin, um die Bioraffinerieaktivitäten auszubauen. „Wir versuchen, alles, was in der Zellstofffabrik nicht Zellstoff ist, auch einer Wertschöpfung zuzuführen. Meine Aufgabe ist es, aus Lignin neue Werkstoffe zu machen.“

Der international tätige Papierhersteller Sappi Austria holte sich im Jänner 2017 die Expertin Hedda Weber, um die Bioraffinerieaktivitäten auszubauen. (Foto Thomas Luef)
Der international tätige Papierhersteller Sappi Austria holte sich im Jänner 2017 die Expertin Hedda Weber, um die Bioraffinerieaktivitäten auszubauen. (Foto Thomas Luef)

Arbeitete die Chemikerin im Kompetenzzentrum Holz überwiegend mit Frauen, hat sie es bei Sappi mehr mit Männern zu tun. „Das erste Mal, das ich mit dem Thema Geschlechtergleichheit konfrontiert wurde, war auf der Uni, wo ein Professor als frauenfeindlich bekannt war. Ich ging in die Prüfung, bestand sie und wir hatten viel Spaß miteinander. Er hatte einfach keine Geduld mit Menschen, die Chemie nicht verstanden.“ Was sie aber schon merkte war, dass die Netzwerke der Männer gut funktionieren. „Einmal bekam ich deshalb eine Stelle nicht, die ich aber gern gehabt hätte. Ich war einfach nicht im Netzwerk.“

Die Aufgabe von Hedda Weber bei Sappi Austria ist es, aus Lignin neue Werkstoffe zu machen.“ Im Bild mit Journalistin Hedi Grager. (Foto Thomas Luef)
Die Aufgabe von Hedda Weber bei Sappi Austria ist es, aus Lignin neue Werkstoffe zu machen.“ Im Bild mit Journalistin Hedi Grager. (Foto Thomas Luef)

Hedda Weber ist der Meinung, dass sich viele Frauen oft selbst im Wege stehen. „Das kostet doch nur Zeit und Nerven.“ Auch mit dem Thema Quotenfrau hat sie kein Problem. „Selbst wenn ich Quotenfrau wäre, meine Leistung zählt.“ Im Kompetenzzentrum Holz war Hedda Weber im Genderprogramm involviert. Für sie wäre es wichtiger, wenn es beispielsweise selbstverständlich würde, dass Männer bei den Kindern zu Hause blieben. „Ich glaube, dann haben wir eine Chance, dass sich das Denken ,Frauen betreuen Kinder und Männer verdienen Geld‘ auflöst.“ Gendergerechter Sprache steht sie kritisch gegenüber. Dennoch gab ihr einmal die Frage eines Mitarbeiters zu denken, welches Bild in ihrem Kopf entstehe bei ‚Chemiker‘ oder ‚Chemikerin‘. Es ist und bleibt wohl ein sensibles Thema. 

Großes Beitragsfoto: Dipl.-Ing. Dr.techn. Hedda Weber ist Biorefinery Specialist beim international erfolgreichen Papierhersteller Sappi Austria. (Foto Thomas Luef)

 

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