Alexandra Lientscher mit IVENTS – der Agentur für alle Fälle

Seit 18 Jahren gehören Alexandra Lientscher gemeinsam mit ihrem Mann Markus sowie Giuseppe Perna und Astrid Perna-Benzinger zu den Experten für Veranstal-tungen aller Art. Sie organisieren beispielsweise das Aufsteirern-Festival, das jährlich mehr als 100.000 Besucher nach Graz lockt, den Internationalen Trüffelmarkt, den Adventmarkt oder das Grazer Silvester Spektakel, für das sie 2018 den ‚Austrian Event Award in GOLD‘ erhielten.

Seit mehr als 18 Jahren gehört Alexandra Lientscher zu den Experten für Veranstaltungen aller Art. (Foto Ivents)
Seit mehr als 18 Jahren gehört Alexandra Lientscher zu den Experten für Veranstaltungen aller Art. (Foto Ivents)

Aufsteirern
Das Aufsteirern-Festival war auch 2019 wieder ein voller Erfolg. „Toll war, dass wir keine nennenswerten Polizeieinsätze hatten. Obwohl die Gassen der Altstadt wieder dicht gedrängt waren, hat man sich bei mir sogar vielmals entschuldigt, als man mich anrempelte“, erzählt Alexandra, was aber leider nicht immer der Fall ist.

Sie kann sich noch sehr genau an die erste Aufsteirern-Veranstaltung 2002 erinnern. „Die Eröffnung war am Eisernen Tor, der Hauptplatz noch im Umbau, die Herrengasse und Schmiedgasse waren nur teilweise eingebunden.“ Mit einem leichten Schmunzeln erzählt sie weiter, dass Viele ihnen von dieser Idee abgeraten hatten. Sie machten es trotzdem. „Wir haben Vereine und Verbände miteinbezogen, und es waren dann schon 40.000 Teilnehmer und eine ganz lässige Stimmung.“ Dass die volkskulturellen Verbände, ja einfach alle gemeinsam die Bandbreite der steirischen Volkskultur im Rahmen eines Events zeigen sollen, war damals ein Wunsch von LH-Stv. Leopold Schöggl. „Dafür suchte er ein Team – und wir waren zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort“, verrät Alexandra. „Wir waren noch Studenten und haben ein Konzept eingereicht. Oliver Haditsch vom Steirischen Volksliedwerk war quasi unser Bezug zu den Verbänden. Wir versuchten, alles rund um die Volksgruppe cool darzustellen, mit Handwerk, Kinderprogramm und Gastronomie zu füllen. Ähnlich wie auch bei der „Pracht der Tracht“, wo die Mortantscher Schuhplattler auftreten und dann die Feuer Booster kommen, das macht einfach eine Superstimmung.“

Die IVENTS Agentur von Markus und Alexandra Lientscher sowie Giuseppe Perna und Astrid Perna-Benzinger hat schon einige Awards für ihre großartigen Veranstaltungen bekommen. (Foto privat)
Die IVENTS Agentur von Markus und Alexandra Lientscher sowie Giuseppe Perna und Astrid Perna-Benzinger hat schon einige Awards für ihre großartigen Veranstaltungen bekommen. (Foto privat)

Im Laufe der Jahre kamen immer mehr Besucher, es wurde immer mehr geboten und noch mehr Plätze wurden bespielt. Alexandra empfindet es als großen Luxus, dass sie eigentlich keine Aussteller suchen müssen, sondern dass diese sich von selbst melden um mitzumachen. Nicht alle aber können genommen werden, denn das Konzept hinter jedem Aussteller muss passen. „Wir möchten nicht vorrangig reine Gastrostände, die einzelnen Gastronomen sollen z.B. einen Handwerker mitbringen oder etwas für Kinder machen.“

Auf meine Frage wieviele Menschen verträgt das „Aufsteirern“ noch verträgt, meint Alexandra: „Also heuer waren rund 130.000 Besucher hier. Potential wäre schon noch vorhanden, aber das haben wir nicht vor. Man darf nicht vergessen, dass wir heuer sehr schönes Wetter hatten, manches Mal hat es aber auch geregnet oder wie 2017 sogar gegossen. Schön ist, dass die Menschen trotzdem  gekommen sind. Sie setzten sich einen Hut auf, spannten ihren Schirm auf und waren trotzdem gut drauf.“

Neue Standln haben trotzdem Chancen, denn es gibt immer eine natürliche Auslese und Ausfälle. „Es gibt ein paar Faktoren, die müssen die Aussteller erfüllen, und es sind immer welche, die sich nicht bemühen. Die werden dann ausgetauscht.“

Alexandra Lientscher und Astrid Perna Penzinger verstehen sich nicht nur beruflich sehr gut, sondern sind auch privat sehr gute Freundinnen. (Foto privat)
Alexandra Lientscher und Astrid Perna Penzinger verstehen sich nicht nur beruflich sehr gut, sondern sind auch privat sehr gute Freundinnen. (Foto privat)

Umwelt und Entschleunigung
Auf das Thema Umwelt und Nachhaltigkeit angesprochen, erfahre ich, dass dafür gemeinsam mit den Ausstellern schon immer einiges getan wurde. „Viele Voraussetzungen für ein nachhaltiges Event haben wir von Anbeginn an beachtet, z.B. verwenden wir Gläser, Porzellangeschirr und Produkte aus der Region. Wir haben neue Abfallsammelstellen mit der Holding Graz entwickelt und fahren seit fünf  Jahren mit unseren E-Scootern in der Stadt. Das gehört zur Philosophie vom Aufsteirern.“

Aber es ist grundsätzlich schwierig, eine Stadt zu bespielen. „Sie ist ja keine ‚Veranstaltungsfläche‘, wo Bühne, Licht oder Strom vorhanden sind wie z.B. in der Stadthalle. Schön wäre es, wenn sich die örtliche Gastronomie noch besser einbinden ließe.“

Beim Aufsteirern wie auch beim Weihnachtsmarkt versuchen die Organisatoren für Entschleunigung zu sorgen. „Unser vorrangiges Ziel ist es, dass es den Menschen gut geht. Es ist so schön, wenn dann jemand kommt und sagt, es war so angenehm, es war eine so super Stimmung und ich habe mich so gut unterhalten. Das ist das größte Kompliment, das wir bekommen können.“

Alexandra Lientscher: "Beim Aufsteirern wie auch beim Weihnachtsmarkt versuchen wir für Entschleunigung zu sorgen, denn unser vorrangiges Ziel ist es, dass es den Menschen gut geht." (Foto privat)
Alexandra Lientscher: „Beim Aufsteirern wie auch beim Weihnachtsmarkt versuchen wir für Entschleunigung zu sorgen, denn unser vorrangiges Ziel ist es, dass es den Menschen gut geht.“ (Foto privat)

Geht’s net gibt’s net
Alexandra verrät sehr offen, dass sie den Druck spüren, immer mehr zu bieten. „Es gilt schon, sich immer wieder neu zu erfinden und kreativ zu bleiben. Es soll und darf nicht kippen. Aber man muss nur zuhören, was die Menschen wollen und was für uns dann kompatibel ist.“

Aber gab es schon einmal ein Projekt, das euch an eure Grenzen brachte, möchte ich von Alexandra noch wissen. „Bestimmt. Ich erinnere mich, als wir beim Aufsteirern einmal den Brunnen am Eisernen Tor überbaut haben. Das hatten wir zuvor noch nie gemacht und es war echt genial – aber wir waren damals wirklich am Limit“, verrät Alexandra schmunzelnd. „Oder als wir eine doppelstöckige Hütte von Schladming mit Sondertransport nach Graz transportierten. Dieser war aber überbreit und sie kamen nicht auf den üblichen Routen in die Altstadt. Wir ließen daher die Burggasse räumen und fuhren gegen die Einbahn auf den Freiheitsplatz. Es ist im Endeffekt alles gut ausgegangen, aber da stoßt man schon mal fast an seine Grenzen.“

Auf meine Frage, ob sie dabei eher gelassen reagieren, meint sie lachend: „Nein, überhaupt nicht. Guiseppe ist noch der Entspannteste von uns. Aber nein, gelassen sind wir nicht. Wir müssen schon alle schön Gas geben.“

Alexandra und Markus Lientscher während eines New York-Besuches. Ihre Ruhe-Oase haben sie sich allerdings zu Hause geschaffen. (Foto privat)
Alexandra und Markus Lientscher während eines New York-Besuches. Ihre Ruhe-Oase haben sie sich allerdings zu Hause geschaffen. (Foto privat)

Nach dem Event ist vor dem Event
Dieser Spruch gilt zwar für beinahe alle Events, aber „wir alle haben Kinder und die brauchen natürlich auch Zeit von den Eltern.“ Alexandra und Markus haben 2 Kinder, Marie ist 11 und Maximilian 5 Jahre alt. Giuseppe Perna und Astrid Perna-Benzinger haben zwei Buben. „Unsere Kinder sind schon sehr froh, wenn sie uns mal wieder für sich haben, auch wenn sie Oma und Opa sehr lieben“, erklärt Alexandra. „Sie holen dich runter und erden dich.“ Wie viele berufstätige Frauen ist auch Alexandra sehr froh, dass alle zusammenhelfen und da sind für die Kinder, wenn der Job beinahe 24 Stunden-Tage fordert. „Da brauche ich dann Gott sei Dank nicht daran denken und kann diese Verantwortung abgeben. Wir haben wirklich ein tolles Netzwerk.“

Auch wenn 'Nach dem Event vor dem Event ist', muss genügend Zeit für unsere Kinder bleiben", so Alexandra Lientscher. (Foto privat)
Auch wenn ‚Nach dem Event vor dem Event ist‘, muss genügend Zeit für unsere Kinder bleiben“, so Alexandra Lientscher. (Foto privat)

Die erfolgreichen Vier
Alexandra, Astrid, Markus und Giuseppe haben sich schon als Studenten gefunden und beschlossen, sich gemeinsam selbständig zu machen. Ihre Agentur IVENTS gründeten sie 2005, das erste Aufsteirern organisierten sie aber schon 2002. Jeder der vier hat seine Stärken, erklärt mir Alexandra. „Astrid deckt den Wirtschaftsbereich ab und macht die Inszenierungen von Shows. Mein Mann Markus ist ein wahnsinnig guter Redner, bringt alles perfekt auf den Punkt und leistet die Überzeugungsarbeit. Vor kurzem gründete er eine neue Firma „Quick Up GmbH“ –  Vermietung und Verkauf von Eventhütten und Eventinfrastruktur. Guiseppe ist unser Genussmensch, er organisiert z.B. das Trüffelfest, das jetzt wieder sehr erfolgreich stattfand. Ich bin eher im Traditionsbereich stark und liebe es, Dinge ‚auszugraben‘, wie z.B. die Quadrille Styrienne im Erzherzog Johann Jahr. Diese Fächerpolonaise, die der Anna Plochl gewidmet war, wurde dann beim Aufsteirern getanzt. Claudia Eichler hat das Ganze umgesetzt und es wurde durch die Herrengasse getanzt. Das sind wunderbare Erinnerungen, Highlights, bei denen ich Gänsehaut bekomme.“ Eines der Geheimnisse für ihren Erfolg ist nach Ansicht von Alexandra, dass sie nicht auf Zahlen sondern auf Qualitätsmanagement setzen.

Die erfolgreiche Agentur IVENTS: Mag. Alexandra Lientscher, Mag. Markus Lientscher, Mag. Astrid Perna-Benzinger und Guiseppe Perna. (Foto IVENTS)
Die erfolgreiche Agentur IVENTS: Mag. Alexandra Lientscher, Mag. Markus Lientscher, Mag. Astrid Perna-Benzinger und Guiseppe Perna. (Foto IVENTS)

Ihre Ruheoase haben sich Alexandra und Markus zu Hause geschaffen. „Ich bin so gerne zu Hause“, erzählt sie. „Und unsere Kinder holen uns auch immer ganz rasch runter. Seit der Geburt von Maximilian schalte ich mein Handy zu Hause meist auf lautlos. Gerne gehen wir auch auf den Berg, aber wie gesagt, mein Zuhause ist meine Wohlfühloase, da bin ich am liebsten.“

Grazer Silvester Spektakel/iventskulturagentur  

 

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