Simone Kopmajer – die besondere Jazz-Stimme

In den Brandauer’s Villen in Strobl am Wolfgangsee begeisterte Simone Kopmajer, begleitet vom Musiker Reinhardt Winkler, mit Liedern aus ihrem Jazz/Bossanova Latin Album „My Wonderland“. (Foto Reinhard A. Sudy)Die Jazzsängerin Simone Kopmajer bezaubert mit ihrer großartigen Stimme Millionen von Menschen. In Japan, Thailand, Malaysia, Singapur und den USA ist sie in den Charts und genießt Kultstatus. Jetzt ist sie mit ihrem Album „My Wonderland“ für den Amadeus Austrian Music Award nominiert.

Simone Kopmajer ist mit ihrem Album „My Wonderland“ für den Amadeus Austrian Music Award nominiert. (Foto bytinksi Tina Reiter)
Simone Kopmajer ist mit ihrem Album „My Wonderland“ für den Amadeus Austrian Music Award nominiert. (Foto bytinksi Tina Reiter)

Ein Abend in Strobl
Es war ein wunderschöner Abend, als ich Simone mit ihrer wunderbaren Stimme wieder genießen durfte. Diesmal im kleinen, sehr feinen Rahmen der Brandauer’s Villen in Strobl am Wolfgangsee. Begleitet vom Musiker Reinhardt Winkler sang sie u.a. Lieder aus ihrem Jazz/Bossanova Latin Album „My Wonderland“ – und Max Simonischek las mit seiner angenehmen Stimme Liebesgeschichten aus der Weltliteratur.

In den Brandauer’s Villen präsentierte Simone Kopmajer gemeinsam mit Musiker Reinhardt Winkler Lieder ihres Jazz/Bossanova Latin Albums „My Wonderland“ - und Schauspieler Max Simonischek las Liebesgeschichten der Weltliteratur. (Foto Reinhard A. Sudy)
In den Brandauer’s Villen präsentierte Simone Kopmajer gemeinsam mit Musiker Reinhardt Winkler Lieder ihres Jazz/Bossanova Latin Albums „My Wonderland“ – und Schauspieler Max Simonischek las Liebesgeschichten der Weltliteratur. (Foto Reinhard A. Sudy)

Angesprochen auf die Nominierung für einen Amadeus Award erzählt sie mir: „Ich bin aus allen Wolken gefallen, als ich das gehört habe. Das ist eine extreme Wertschätzung und Anerkennung für die ganzen Jahre, in denen wir immer wieder neue Musik erarbeitet haben. Dass die Nominierung mit unserem neuen Album „My Wonderland“ in der Kategorie Jazz jetzt möglich ist, ist schon sehr besonders für uns.“ Simone genießt ja bereits seit vielen Jahren international große Anerkennung, jetzt endlich bekommt sie diese auch in ihrer Heimat. „Natürlich freut man sich umso mehr, wenn man die Wertschätzung in dem Land erhält, in dem man lebt. Zwar ist man durch die Medien eng mit der ganzen Welt verknüpft, gibt heute ein Interview für Tokio und morgen für einen andern Kontinent. Aber in Österreich bin ich aufgewachsen, hier kenne ich so viele Menschen und deshalb freut es mich natürlich besonders.“

Viele Jahre lang war Simone weltweit unterwegs. Durch ihre Familiengründung und auch pandemiebedingt ist sie jetzt mehr zuhause in der Steiermark anzutreffen. „Ich war bisher immer sehr auf Amerika und Asien konzentriert, denn das sind die zentralen Punkte für mich, dort sind die wichtigen Plattenfirmen. Aber jetzt war die Zeit da, auch in meiner Heimat mehr zu machen, und mit der Unterstützung meiner Agentur läuft das bereits sehr gut“, freut sich die Künstlerin.

Weihnachts-CD und My Wonderland-Album
Mit ihrem „Christmas-Projekt“ hat sie sich einen Kindheits-Wunsch erfüllt. „Ich habe schon immer gerne Weihnachtslieder gesungen und denke seit Jahren an eine Weihnachts-CD. Gleichzeitig dachte ich aber auch, dass es schon so viele davon gibt“, erzählt Simone sehr offen. Als dann ein Freund meinte, dass es noch immer keine Weihnachts-CD von ihr gäbe, dachte sie, dass er recht hat. „Zu Gute kam mir dabei wirklich die Pandemie, denn in dieser natürlich etwas ruhigeren Zeit entstanden „My Wonderland“ und meine Weihnachts-CD.“

Überhaupt war Simone während der Pandemie besonders fleißig. „Ich habe durchgearbeitet, wollte unbedingt mein Wonderland-Album veröffentlichen, und mir damit selbst etwas Gutes tun, weil ich einfach ein Ziel gebraucht habe. Ich konnte nicht einfach in den Tag hineinleben, brauchte ein bisschen Struktur für mich. Und da mir Musik dabei hilft, dachte ich, dass Musik, diese Freude und Fröhlichkeit des Bossa Nova, vielleicht auch vielen anderen Menschen helfen wird und ein wenig Leichtigkeit und Schwung in ihren Tag bringt.“

Musiker Reinhardt Winkler, Gabriele Zillner, Agentur Zillner, Jazz-Stimme Simone Kopmajer, Journalistin Hedi Grager und Schauspieler Max Simonischek. (Foto Reinhard A. Sudy)
Musiker Reinhardt Winkler, Gabriele Zillner, Agentur Zillner, Jazz-Stimme Simone Kopmajer, Journalistin Hedi Grager und Schauspieler Max Simonischek. (Foto Reinhard A. Sudy)

Von der großartigen Künstlerin gibt es zunehmend mehr eigene Texte. „Weißt du, durch das positive Feedback, das ich erhalten habe, ist mein Vertrauen in mich gewachsen. Ich weiß jetzt, dass meine eigenen Songs passen und sie sehr wohl mit den Songs mithalten können, die ich bisher gecovert habe.“ Auf meine Frage, ob erst ein Text und dann die Melodie entsteht, erklärt mir Simone: „Ich habe eigentlich zuerst die Melodie, arbeite auch sehr viel mit Karolin Tuerk zusammen. Jetzt ist es sogar öfters so, dass ich am Klavier sitze und mir zugleich Melodie und Text einfallen. Das nehme ich dann gleich mit dem Handy auf. Wenn ich das wieder höre, ist es oft für mich schon eine Message. Ich höre es mir dann immer wieder an und baue darauf auf.“

Fühlten sich bei Hoteldirektor Gerald Ritzinger (re), Brandauer's Villen sehr wohl: Reinhardt Winkler, Max Simonischek, Simone Kopmajer und Gabriele Zillner. (Foto Reinhard A. Sudy)
Fühlten sich bei Hoteldirektor Gerald Ritzinger (re), Brandauer’s Villen sehr wohl: Reinhardt Winkler, Max Simonischek, Simone Kopmajer und Gabriele Zillner. (Foto Reinhard A. Sudy)

Kreativität außerhalb der Komfortzone 
Im Laufe einer Tournee kann es bei Live-Auftritten immer wieder vorkommen, dass sie ihre Songs etwas anders präsentiert. „Erst gestern fing z.B. das Schlagzeug an und als mein Intro gewesen wäre, saß ich da, warte und denke, ich will noch nicht beginnen. Ich habe dann aber angefangen, mit meiner Stimme Klänge zu machen. Das zuzulassen, muss man sich trauen und wissen, wie alles gut funktioniert und sein sollte. Aber auszubrechen, sich weit aus dem Fenster zu lehnen und aus einer Komfortzone zu gehen – das möchte ich jetzt noch viel mehr machen.“ Das tue ihr auch gut, meint Simone, und fördere und erweitere ihre Kreativität. „Das Schöne ist, dass der Jazz diese Freiheit mit sich bringt. Bei klassischen Liedern von Franz Liszt oder Bearbeitungen von Fritz Geißler haben wir uns aber auch die Freiheit genommen, eigene Texte dazu zu schreiben und alles so zu verändern, dass es in unser Jazz-Gewand passt. Da merkt man, was alles möglich ist“, erzählt mir Simone begeistert. „Ich habe ganz große Lust bekommen, alte Lieder aus der Romantik oder Klassik neu für uns zu arrangieren. Das wäre eine abendfüllende Idee“, ergänzt sie noch mit ihrem sympathischen Lachen.

Coversongs wird es von Simone Kopmajer natürlich weiterhin geben. „Der Song Raindrops Keep Falling On My Head“ z.B. auf dem Album My Wonderland erinnert mich sehr an meine Eltern, denn diesen Song hörten wir immer im Auto." (Foto bytinksi Tina Reiter)
Coversongs wird es von Simone Kopmajer natürlich weiterhin geben. „Der Song Raindrops Keep Falling On My Head“ z.B. auf dem Album My Wonderland erinnert mich sehr an meine Eltern, denn diesen Song hörten wir immer im Auto.“ (Foto bytinksi Tina Reiter)

Coversongs wird es von Simone natürlich weiterhin geben. „Der Song Raindrops Keep Falling On My Head“ auf dem Album My Wonderland erinnert mich sehr an meine Eltern, denn diesen Song hörten wir immer im Auto. Mit ihm verbinde ich so viele Kindheitserinnerungen und deshalb sind solche Songs wichtig für mich. Unabhängig davon freue ich mich sehr über meine eigenen, denn da kann ich noch besser ausdrücken, was ich gerade fühle.“

Schwierig findet sie meine Frage, welcher ihr bis jetzt persönlichster Song gewesen sei. „Wahrscheinlich ‚Didn‘t You say‘, denn das war mein erster Song, den ich selber geschrieben und dann auf CD gehört habe. Ich dachte damals, dass sich jetzt für mich etwas ändern wird und hatte die Bestätigung, das Gefühl, dass ich auch selbst Songs schreiben kann.“

Ob Konzerte in kleinen, feinen Räumlichkeiten oder in riesigen Hallen, Simone mag beides. „Natürlich hat es was, ganz nah am Publikum zu sein und alles sofort zu spüren, im Gegensatz zu großen Sälen, wo man das Publikum erst nach und nach spürt. „Wenn du das Blitzen in den Augen siehst oder wenn jemand mit wippt, dann ist das ein Gefühl, als ob man sich Freunde in sein eigenes Wohnzimmer eingeladen hat. Es hat etwas so Beschwingtes und Lockeres, man unterhält sich danach auch mehr mit dem Publikum.“

Ob Konzerte in kleinen, feinen Räumlichkeiten oder in riesigen Hallen, Simone Kopmajer mag beides. (Foto bytinksi Tina Reiter)
Ob Konzerte in kleinen, feinen Räumlichkeiten oder in riesigen Hallen, Simone Kopmajer mag beides. (Foto bytinksi Tina Reiter)

Strukturierte Tage
Mit drei Kindern müssen bei Simone und ihrem Mann Reinhardt die Tage strukturiert und geplant sein. Sie sind jetzt zweieinhalb, vier und acht Jahre alt. „Unsere Tage sind natürlich auch bei uns sehr bürgerlich“, lacht sie. „In der Pandemie brauchten wir keine Hilfe, aber bei Konzerten ist mir meine Mama immer eine große Hilfe. Meine Drei folgen ihr und sind immer sehr brav bei ihr.“ Wichtig ist den Eltern, ihren Kindern Dankbarkeit und Wertschätzung mitzugeben. „Das ist nicht so einfach, da ja alles im Überfluss da ist“, meint Simone etwas nachdenklich. „Oft räume ich vieles in den Keller, damit sie sich auf die Dinge konzentrieren, mit denen sie gerade spielen. Wir verbringen mit unseren Kindern sicher mehr Zeit als viele, die einen 9 to 5-Tag haben. Denn man kann sich die Zeit in unserem Beruf meist gut einteilen. Das finde ich sehr schön und ich glaube auch, dass unsere Drei das für sich mitnehmen werden. Denn diese Zeit kann man nie aufholen, habe ich aus Gesprächen mit Freunden gelernt.“

Stimmen-Harmonie
Max Simonischek lernte sie über eine Bekannte aus ihrem Wohnort Bad Waltersdorf kennen. Da die Chemie sofort stimmte und auch ihre Stimmen sehr gut harmonieren, entstand die Idee für die aktuellen gemeinsamen Auftritte. Und natürlich wird es weitere gemeinsame Projekte geben. „Wir sind schon am Tüfteln“, verrät Simone.

Genauso passt auch die Chemie zwischen Simone und Viktor Gernot, mit dem sie gemeinsam für ihr Weihnachtsalbum „Christmas“ den Dean Martin-Klassiker „Baby It’s Cold Outside“ aufnahm. „Viktor hat einige meiner CDs geschenkt bekommen. Danach hat er mich gegoogelt, mich angeschrieben und sehr nett gratuliert. Wir blieben dann in Kontakt und als es um meine Weihnachts-CD ging, dachte ich mir, dass seine Stimme doch optimal wäre. Ich habe ihn angerufen und er sagte sofort ja.“ Persönlich getroffen haben sie sich das erste Mal im Studio. „Er ist ein wahnsinnig lieber und herzlicher Mensch, das ist mir wichtig, wenn ich mit jemandem ins Studio gehe.“ Gemeinsam werden sie am 15. September in Wien auf der Bühne stehen.

Natürlich kommen jetzt schon wieder weltweit Anfragen für Konzerte. „Ich freue mich sehr darüber, habe mich aber auch ans Hiersein und unser geregeltes Leben mit den Kindern gewöhnt. Das ist wunderschön und tut uns allen auch sehr gut. Aber natürlich ist es für mich als Künstlerin wichtig, wieder zu reisen und Konzerte zu geben. Konkret werde ich das im kommenden Jahr wieder machen, werde aber sehr selektieren und möchte auch nie zu lange wegbleiben.“

Simone verrät noch, „einige neue Projekte sind in der Pipeline, wie man so schön sagt. Aber jetzt bin ich natürlich schon sehr gespannt auf den Amadeus Award im September und die Präsentation meiner Weihnachts-CD bei Licht ins Dunkel. Die CD war ein großer Erfolg, wurde aber Corona bedingt noch nie live vor Publikum gespielt. Darauf freue ich mich sehr.“

Großes Beitragsfoto: Simone Kopmajer ist mit ihrem Album „My Wonderland“ für den Amadeus Austrian Music Award nominiert. (Foto bytinksi Tina Reiter)

Auszug aus Programm:
19. September 2021 in Strobl am Wolfgangsee
SK & Band, „Swing the Cook“

23. Oktober 2021 im Vindobona, Wien 
Simone Kopmajer / Max Simonischek / Reinhardt Winkler
„Our Love is here to stay”

23. November 2021 im Forum Kloster, Gleisdorf
SK & Band „CHRISTMAS“

26. November 2021 am Ödensee 
SK & Band „WEIHNACHTEN“

3. Dezember 2021 im Theater Akzent, Wien 
SK & Band „CHRISTMAS“

22. Dezember 2021 im Theater am Spittelberg, Wien 
SK & Band „CHRISTMAS“

Großes Beitragsfoto: Simone Kopmajer ist mit ihrem Album „My Wonderland“ für den Amadeus Austrian Music Award nominiert. (Foto bytinksi Tina Reiter)

www.simonekopmajer.com

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Share Button

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*