Nadiv Molcho: I love to give wherever I can

Nadiv Molcho beim SLASH Filmfestival. (Foto Mercan Sümbültepe / www.maylanour.com)Nadiv Molcho: „Ein offener Mensch zu sein ist eine der vielen Eintrittskarten zum Glück“. Er ist der jüngste Sohn berühmter Eltern: seine Mutter Haya ist erfolgreiche Gastronomin und sein Vater Samy als Pantomime ein Experte der Körpersprache. Der 31-Jährige Künstler und Comedian machte aber auch schon Karriere: Er war in der Netflix Originalserie FREUD als Eli Bernays und in Soko Kitzbühel als Didi Prinz zu sehen. In „What Happened to Monday“ spielte er neben Willem Dafoe, Glenn Close und Noomi Rapace, in „Downhill“ mit Julia Louis-Dreyfus und Will Ferrell, und mit Stars wie Ryan Gosling, Chris Evans, Ana de Armas und „Bridgerton“-Herzog Regé-Jean Page steht er für den Film „The Gray Man“ vor der Kamera. Kürzlich drehte er mit Superstar Jessica Alba in New Mexico.

Der 31-Jährige Künstler und Comedian Nadiv Molcho machte schon Karriere: Er war u.a. in der Netflix Originalserie FREUD als Eli Bernays zu sehen. (Foto Lael Utnik)
Der 31-Jährige Künstler und Comedian Nadiv Molcho machte schon Karriere: Er war u.a. in der Netflix Originalserie FREUD als Eli Bernays zu sehen. (Foto Lael Utnik)

Nadiv, Du weißt schon seit du 7 warst, dass Du Schauspieler werden willst, hast Deine eigenen Theaterstücke zu Hause inszeniert. Mit 10 hast Du Deine erste Rolle bekommen in „Uprising“ an der Seite von David Schwimmer, Jon Voight und Donald Sutherland. Ist alles so gekommen, wie Du es Dir gewünscht und erträumt hast?
Nichts ist so gekommen, wie ich es mir vorgestellt habe. Ich habe aber ziemlich schnell gelernt, nicht zu viele Erwartungen zu haben, da ich mich dann oft enttäuscht fühle, sondern die Dinge einfach fließen zu lassen und das Selbstvertrauen haben, dass alles so kommen wird, wie es kommen sollte. Mir ist es lieber, positiv überrascht zu sein, als mit zu großen Erwartungen enttäuscht zu sein. 

Inzwischen hast Du schon mit großartigen Filmstars wie Willem Dafoe, Glenn Close, Ryan Gosling u.a. gedreht. Wie ist das Gefühl, mit so tollen Schauspielern zu arbeiten?
Natürlich sehr motivierend und aufregend, aber um so mehr Erfahrungen ich sammle, um so mehr sehe ich das als mein ‘normal’. Es ist wichtig von inspirierende SchauspielerInnen und FilmemacherInnen zu lernen, aber gleichzeitig sind sie meine Kollegen. Ich sehe mich auf gleicher Augenhöhe. 

Nadiv Molcho (li.) mit seinen Brüdern. (Foto Nadiv Molcho/facebook.com)
Nadiv Molcho (li.) mit seinen Brüdern. (Foto Nadiv Molcho/facebook.com)

Du bist von der Filmstadt Los Angeles nach Berlin gezogen. War das coronabedingt?
Ich bin offiziell nach LA gezogen und nur drei Tage danach haben die Corona Massnahmen dort angefangen. Dann bin ich wieder zurück nach Wien gezogen, um mit meine Familie zu sein. Es kam aber ein Punkt, an dem ich dann doch zurück nach LA fliegen wollte und mein Ziel war, ich wollte im Mai 2021 zurück ziehen. Doch plötzlich bekam ich ein Casting für eine kleine Rolle in „The Gray Man“ und ich habe von meiner Wohnung in der Prinz Eugen Straße aus mein E-Casting geschickt – obwohl ich eigentlich gesagt habe, dass ich in LA bin (schmunzelt). Ich bekam die Rolle, ich räumte meine Wohnung aus und zog wieder zurück. Direkt vom Flughafen bin ich zum Set gefahren und hab am 6. Mai mit den Dreharbeiten angefangen. Ich habe mein Ziel erreicht. 

"Ich lerne von meinem Vater jeden Tag", so Nadiv Molcho. (Foto Paulina Hildesheim)
„Ich lerne von meinem Vater jeden Tag“, so Nadiv Molcho. (Foto Paulina Hildesheim)

Dein Vater ist ein weltberühmter Pantomime. Berätst Du Dich mit ihm als Schauspieler?
Die wichtigste Rolle, die mein Vater in meinem Leben gespielt hat, war die Rolle des Vaters. Erst als ich ein bisschen älter wurde, hab ich mich getraut, ihn auch als Schauspiel Coach zu sehen. Wir arbeiten jetzt an jedem Casting und jeder Filmrolle zusammen. Samy ist der beste Vater, den ich mir wünschen konnte, und jetzt habe ich auch den besten acting coach der Welt an meiner Seite. Ich lerne von ihn jeden Tag. 

Du hast gesagt, „je mehr ich als Schauspieler arbeite, umso öfter waren auch Ängste ein Thema“. Welche Ängste und wie bist Du damit umgegangen?
Ängste waren immer da, aber die tapfersten Momente kommen in Zeiten der Angst. Man muss sich einfach trauen, die Angst zu überwinden. Ich fühle mich sehr privilegiert als Schauspieler arbeiten zu können und meinen Traum zu verwirklichen. Ich hatte eigentlich meistens nur Angst, meinen Lebenszweck nicht zu erfüllen – und der bestand darin, die Leute zu entertainen, sie zum Lachen zu bringen und sie in interessanten Filmen und Serien durch die Augen meiner Figur in die Welt treten zu lassen. Diese Angst habe ich aber schon längst überwunden. 

Nadiv Molcho's Film "History of now" mit Aya Beldi und Marcello Demner. (Foto Nadiv Molcho/Facebook.com)
Nadiv Molcho’s Film „History of now“ mit Aya Beldi und Marcello Demner. (Foto Nadiv Molcho/Facebook.com)

Was sind Deine drei wichtigsten positiven Eigenschaften? Und hast Du auch negative?
Ich denke, dass ich ein sehr großes Herz habe und genug Platz habe, um viele Menschen zu lieben. Ich würde sagen, dass ich großzügig bin. I love to give wherever I can. Nadiv heißt auch auf Hebräisch GROßZÜGIG. Ich habe auch das Geschenk von Humor bekommen und ich liebe es, Menschen durch Lachen zusammen zu bringen, zu verbinden. Negative Eigenschaften gibt es immer. Ich habe auch keine Angst Fehler zu machen – es ist aber sehr wichtig, was man aus Situationen lernen kann und wie man als Person wächst. Nur aus Erfahrungen lernt man auch wichtige life lessons. Ich war früher sehr ungeduldig. Ich würde auch sagen, dass ich früher ziemlich judgmental war, auch wenn es oft aus Liebe und Fürsorge kam – aber jetzt habe ich es geschafft, dieses Urteil in Neugier umzuwandeln und lerne weiter, dass jeder Mensch auf einer eigenen spirituellen Reise ist. 

Einander Freiheit und Respekt zu geben. Und die Gefühle des anderen wahrzunehmen, das hast Du von Deinen Eltern mitbekommen. Ist es das, was auch Du einmal Deinen Kindern mitgeben möchtest?
Auf jeden Fall. Auch OFFEN zu denken und dass die Antwort oft zwischen  A und B liegt.

Nadiv Molcho in Tel Aviv Beach. (Foto Philipp Lipiarski/ www.goodlifecrew.at)
Nadiv Molcho in Tel Aviv Beach. (Foto Philipp Lipiarski/ www.goodlifecrew.at)

Du machst (aufgrund von Corona) den Podcast JOKES ASIDE by Nadiv Molcho und täglich 20 Minuten Stand-up-Comedy. Wieviel Spaß macht Dir Comedy?
Ich liebe es nicht nur, es ist auch oft ein Lebensretter für mich. Ohne Humor ist mir die Welt zu dunkel. Es ist mir sehr wichtig, das Leben nicht immer zu ernst zu nehmen. Keine Angst davor zu haben, über das Leben zu lachen, und sogar in dunklen Zeiten. Mit Zeit und Erfahrung lernt man auch als Comedian, das elegant und unverletzlich zu machen. 

Ist der Film mit Jessica Alba Dein aktuelles Projekt bzw. auf welche Projekte kannst Du Dich in naher Zukunft freuen?
Ich drehe momentan eine sehr spannende neue Serie, aber leider darf ich noch nichts dazu sagen. Sie kommt wahrscheinlich 2023 raus.  

Was wünscht Du Dir für 2022 beruflich wie privat?
Gesundheit für mich, meine Familie und meine Freunde, und dass ich weiterhin aus Situationen lerne. Ich wünsche mir auch, dass wir als Menschen miteinander und nebeneinander in Frieden leben können. Karrieremäßig bin ich zufrieden. Ich will einfach genau so weitermachen und interessante Rollen spielen. 

Großes Beitragsfoto: Nadiv Molcho by L.P.B Photography.

https://www.instagram.com/nadivmolcho  

 

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