Elli Wagner – Die Magie der Augen

LASNIK Brillen Studio in der Grazer Stempfergasse. (Foto privat)Augen hatten für Elli Wagner schon immer etwas Magisches. Als sie mit 17 ihre erste Brille bekam, war sie vom Beruf Optiker fasziniert. Mittlerweile kann sie auf mehr als 24 Jahre Erfahrung in der Brillenbranche zurückblicken.

Elli Wagner kann auf mehr als 24 Jahre Erfahrung in der Brillenbranche zurückblicken. (Foto privat)
Elli Wagner kann auf mehr als 24 Jahre Erfahrung in der Brillenbranche zurückblicken. (Foto privat)

Das Thema Augen zieht sich durch ihr Leben, erzählt Elli. „Augen hatten für mich immer schon etwas Magisches und Anziehendes. Mit 17 Jahren war ich beim Augenarzt und bekam meine erste Brille verschrieben. Bei einem Optiker in meiner Nähe probierte ich mich durch das Sortiment. Mir hat aber wenig gefallen“, erzählt die begeisterte Brillenträgerin. Sie freundete sich damals mit der Optikerin an und sah sich vom Handling bis zur Kundenbetreuung alles an. „Das hat mir gefallen, weil mir das Handwerkliche sehr liegt. Schon in meiner Jugend habe ich begonnen, Schmuck zu machen, zu malen, zu designen.“

Sie liebte diese kreative Arbeit, arbeitete anfangs auch eine Zeitlang in der Modebranche und spürte, dass sich die Themen Mode, Brille und Handwerk gut ergänzen. Bald darauf begann sie eine Lehre als Optikerin.

Zu Besuch bei den Brillen-Experten Elli Wagner und Martin Lasnik in ihrem Geschäft in der Grazer Stempfergasse. Im Bild mit Journalistin Hedi Grager. (Foto privat)
Zu Besuch bei den Brillen-Experten Elli Wagner und Martin Lasnik in ihrem Geschäft in der Grazer Stempfergasse. Im Bild mit Journalistin Hedi Grager. (Foto privat)

„Nach dem Start meiner Lehre bekam ich bald die Chance, diese bei Neuroth zu beenden und blieb dort über 20 Jahre. Tja, und im Vorjahr ergab sich eine neue Chance und ich wechselte zum Familienunternehmen Lasnik. Das hat mir extrem gut gefallen, weil sie selbst Brillen herstellen und das ist für mich natürlich noch einmal eine Steigerung. Dadurch kann ich noch besser auf Kundenwünsche eingehen“, erzählt Elli.

Veränderung der Branche
Die Mutter einer 9-jährigen Tochter erzählt, dass sich die Branche in den letzten Jahren sehr verändert hat. „Sie ist so dynamisch geworden und Kunden sind, bedingt durch die digitalen Medien und ihre Reisen, viel informierter. Neben europäischen und vielen internationalen Produkten hat sich unser heimischer Markt sehr entwickelt und es gibt mittlerweile auch in Österreich viele Unternehmen, die selbst stylische Brillen erzeugen.“

Elli Wagner beratet und betreut mit ihrer Kollegin die Brillenkunden bei LASNIK Graz. (Foto privat)
Elli Wagner beratet und betreut mit ihrer Kollegin die Brillenkunden bei LASNIK Graz. (Foto privat)

Überhaupt hat sich die Einstellung zur Brille sehr verändert. Sie ist nicht mehr nur dafür da, um ein Handycap wie eine Fehlsichtigkeit zu versorgen, sondern eine Brille kann auch modisch, ein Schmuckstück sein. „Man kann damit gut aussehen und mit seinem Typ spielen: will ich heute bunt sein, oder seriös wirken, soll die Brille im Hintergrund oder soll sie Vordergrund stehen“, begeistert sich Elli. „Du kannst mit der Brille als Accessoire wunderbar spielen und das haben jetzt schon viele für sich entdeckt. Es ist auch ein Lebensgefühl, die Welt durch die rosarote Brille zu sehen.“ Sie ist sich sicher, dass viele Menschen nichts mehr Langweiliges tragen wollen, sondern nur etwas, das ihren Typ unterstreicht und gut sehen wollen sie auch noch“, schmunzelt die Brillen-Expertin. „To dress the eyes“, also „die Augen anziehen“ finde ich einen unglaublich schönen Satz. Er ist nicht von mir, sondern von jemandem, der seit 50 Jahren Brillen macht.“

 

Fertig angezogen bin ich, wenn ich die richtige Brille aufhabe“ – Elli Wagner

 

LASNIK – Brillen aus Leidenschaft – einfach „soulcrafted“
Das Unternehmen hat zwei Jahre lang an ihrem neuen Konzept gearbeitet und mit der Geschäftseröffnung in der Grazer Stempfergasse im Dezember 2021 ging es damit auf den Markt. „Über die letzten 26 Jahre hat Gerald Lasnik 15 sogenannte beste Formen gefunden. Diese gibt es in zwei bis drei verschiedenen Größen, d.h. wir haben ca. 35 unterschiedliche Modelle. Für jedes Modell gibt es 20 unterschiedliche Plattenmaterialen in verschiedenen Farben und Kombinationen. Und bis jetzt konnten wir noch wirklich jeden aus diesem Sortiment versorgen“, lacht Elli.

Zusätzlich kann man im Finish die Brille noch ganz individuell mattieren oder eine Prägung machen – und bekommt dadurch wieder einen anderen Charakter. Auch eine Brandung im Glas ist möglich. „Wir können mir unserem Schleifautomaten alles so gravieren, dass nichts die Sicht stört: Namen, Geburtsdatum, Logo – alles ist möglich.“  

Der ansprechende Shop von Brillen LASNIK in Graz. (Foto privat)
Der ansprechende Shop von Brillen LASNIK in Graz. (Foto privat)

Bei dieser neuen Kollektion geht es stark um Nachhaltigkeit. „Wir produzieren Brillen, die nicht unbedingt Trends unterworfen sind und nehmen wirklich die besten Formen, die im Gesicht funktionieren. Köpfe verändern sich nicht wirklich, aber was sich verändert, sind die Materialien oder das Finish. Wir wollen nicht jedes Jahr eine neue Kollektion herausbringen, und der Kunde fragt auch nicht danach. Er will etwas, was ihm sehr gut passt und das möglichst zeitlos.“

 

„Wir sagen nicht nur handmade, denn wir machen das auch mit Herz und Seele, also  soulcrafted!“

 

Mit ihrer Erfahrung hat Elli immer sofort im Gespür, welche Brille wem steht. „Das entscheide ich relativ schnell. Natürlich kläre ich vorher ab, welche Brille gebraucht wird, ob Lese-, Gleitsicht- oder Sonnenbrille, und stelle ein paar Fragen: z.B. ob der Kunde schon eine Vorstellung hat oder ich ihm etwas empfehlen soll.“ Sie verrät, sobald sie ein ärztliches Rezept sieht oder weiß, was ein Kunde braucht, beginnt es sofort in ihrem Kopf zu arbeiten. „Das passiert ganz automatisch.“

LASNIK möchte mit seinen Brillen erfrischend anders sein, nachhaltig, regional und doch exklusiv und international", so Brillen-Expertin Elli Wagner. (Foto privat)
LASNIK möchte mit seinen Brillen erfrischend anders sein, nachhaltig, regional und doch exklusiv und international“, so Brillen-Expertin Elli Wagner. (Foto privat)

Ich wusste nicht, dass es auch einen Unterschied beim Sitz der Brille auf der Nase gibt, da europäische Nasen sehr unterschiedlich z.B. zu amerikanischen oder asiatischen Nasen sind. „Wir bedienen aber alle Nasen“, lacht Elli wieder.

Auf meine Frage, was sie macht, wenn sich der Kunde eine Brille aussucht, die ihm ihrer Erfahrung nach nicht passt, erfahre ich: „Das sage ich ihm schon ehrlich und erkläre ihm auch, warum. Wenn er sie trotzdem möchte, bekommt er sie natürlich.“

Gerne erinnert sie sich an viele herzliche Kundenerlebnisse. „Ich arbeite sehr gerne mit Menschen und seit ich Mama bin, auch sehr gerne mit Kindern. Sie liegen mir besonders am Herzen, und wenn es mir vor allem bei Kindern mit Handycap gelungen ist, sie gut zu versorgen, sind das für mich schon sehr berührende Momente.

Ihre Brillen-Lieblingsmarke ist jetzt natürlich LASNIK. Lieblingsbrillen sind alle. „Ich trenne mich von keiner einzigen Brille, trage seit 30 Jahren Brillen und sammle sie. Insgesamt habe ich an die 50 Brillen, darunter Sportbrillen, Sonnenbrillen und optische Brillen, also wirklich für jede Gelegenheit eine passende Brille.“ Sie erzählt begeistert weiter: „Da ich eine so große Brillenliebe habe, ist das genau der richtige Beruf für mich ist, da ich meine Kreativität und Individualität perfekt ausleben kann. Für mich ist es ein sehr lebendiger Beruf, der nie stehen bleibt, er ist einerseits sehr technisch, aber andererseits auch sehr modisch. Ich überlege mir jeden Tag wie ich mich heute fühle, was ich machen möchte und wie ich heute angezogen sein will – und fertig angezogen bin ich dann, wenn ich die richtige Brille aufhabe.“ 

Großes Beitragsfoto: Brillenexpertin Elli Wagner mit Martin Lasnik vor dem Brillen-Shop in der Grazer Stempfergasse. (Foto privat)

www.lasnik.at  

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