Ursula Strauss erhält den Großen Diagonale-Schauspielpreis 2020

Ursula Strauss in Maikäfer-Flieg (©-Filmladen-KGP)Die Diagonale’20 vergibt im Rahmen der Festivaleröffnung am 24. März in der Grazer Helmut List Halle bereits zum dreizehnten Mal den Großen Diagonale-Schauspiel-preis für Verdienste um die österreichische Filmkultur. Diese geht heuer an Ursula Strauss geht. Die Theater-, Film- und Fernseh-schauspielerin wird den Preis – ein Kunstobjekt von Daniel Spoerri – in Graz persönlich entgegen- nehmen. 

Ursula Strauss erhält im Rahmen der Festivaleröffnung der Diagonale’20 am 24. März den Großen Diagonale-Schauspielpreis für Verdienste um die österreichische Filmkultur. (Foto Diagonale - Miriam Raneburger)
Ursula Strauss erhält im Rahmen der Festivaleröffnung der Diagonale’20 am 24. März den Großen Diagonale-Schauspielpreis für Verdienste um die österreichische Filmkultur. (Foto Diagonale – Miriam Raneburger)

„Wo es was zu spielen gab, habe ich gespielt. Bei den Pfadfindern, bei der Jungschar, beim Fasching war ich immer vorn dabei. Ich wusste, dass ich das gefunden habe, was ich machen wollte. Das war irre. Überwältigend.“ Mit diesen Worten skizzierte Ursula Strauss ihre Haltung zu ihrer im besten Sinne als Berufung verstandenen Profession 2019 in einem Falter-Interview.

Der diesjährige Diagonale-Schauspielpreis wird von Daniel Spoerri gestaltet und gestiftet, ermöglicht durch legero united – the shoemakers | Initiator of con-tempus.eu. (Foto Diagonale - Tina Bauer)
Der diesjährige Diagonale-Schauspielpreis wird von Daniel Spoerri gestaltet und gestiftet, ermöglicht durch legero united – the shoemakers | Initiator of con-tempus.eu. (Foto Diagonale – Tina Bauer)

Mit dem Großen Diagonale-Schauspielpreis für Verdienste um die österreichische Filmkultur würdigt die Diagonale Ursula Strauss für ihr über die Maßen beständiges und hochgradig vielfältiges Wirken. Nach 2008 und 2016 ist es die dritte Auszeichnung im Rahmen des Festivals des österreichischen Films: „Ursula Strauss kreiert mit ihrer unaufgeregten Präsenz emotionale, authentische, humorvolle Figuren aus Fleisch und Blut, die berühren, aufregen und Spuren hinterlassen. Seit nunmehr fast zwanzig Jahren ist sie eine nicht wegzudenkende Konstante des österreichischen Filmschaffens. Scheinbar mühelos erschafft sie Menschen, mit denen sich das Publikum identifizieren kann. Es ist uns eine große Freude, sie mit diesem wunderbaren Preis auszuzeichnen“, so die Jury in einem ersten Statement zum Großen Diagonale-Schauspielpreis 2020.

Ursula Strauss im Film 'Maikäfer-Flieg'. Die Premiere erfolgte am 8. März 2016 auf der Diagonale in Graz. (Foto Filmladen-KGP)
Ursula Strauss im Film ‚Maikäfer-Flieg‘. Die Premiere erfolgte am 8. März 2016 auf der Diagonale in Graz. (Foto Filmladen-KGP)

Der Große Diagonale-Schauspielpreis ist für Strauss bereits die dritte Würdigung im Rahmen des Festivals des österreichischen Films. 2008 erhielt sie für ihre Darstellung im oscarnominierten Drama Revanche (R: Götz Spielman, AT 2008), in der sie an der Seite von Johannes Krisch, Andreas Lust und Hanno Pöschl brillierte, zum ersten Mal den Diagonale Schauspielpreis. „An einer Schauspielerin kommt man in diesem Jahr nicht vorbei. Sie ist in drei Filmen [Ein halbes Leben (R: Nikolaus Leytner, AT/DE 2008), Krankheit der Jugend (R: Andrina Mracnikar, Peter Brunner, Karl Bretschneider, Henning Backhaus, Stefan Brunner, AT 2007) und eben Revanche] zu sehen und bietet überaus unterschiedliche Auftritte. Sie schafft es mit ein paar Gesten, wenigen Sätzen, einer Kopfbewegung, eine junge Frau einprägsam vorzustellen. […]

Für ihre Darstellung der Bäuerin Traudl Fasching in 'Vielleicht in einem anderen Leben' wurde Ursula Strauss mit dem österreichischen Filmpreis 2012 ausgezeichnet. (Foto Alfons Kowatsch)
Für ihre Darstellung der Bäuerin Traudl Fasching in ‚Vielleicht in einem anderen Leben‘ wurde Ursula Strauss mit dem österreichischen Filmpreis 2012 ausgezeichnet. (Foto Alfons Kowatsch)

Uns Jurymitgliedern war ein Moment in diesem Film besonders: als sie nämlich der Geschichte mit einem kurzen Satz eine neue Richtung zu geben scheint – eine überraschende Wendung erzwingt – aus dem Mäuschendasein der Figur plötzlich eine aktiv handelnde Frau macht“, so die Jury 2008 im Zusammenhang mit der Würdigung für einen bemerkenswerten Auftritt einer österreichischen Schauspielerin in einem Diagonale-Wettbewerbsfilm.

Für ihre Rolle in Mirjam Ungers Spielfilm Maikäfer flieg! wurde Ursula Strauss 2016 abermals mit dem Diagonale-Schauspielpreis bedacht. (Foto Oliver Oppitz)
Für ihre Rolle in Mirjam Ungers Spielfilm Maikäfer flieg! wurde Ursula Strauss 2016 abermals mit dem Diagonale-Schauspielpreis bedacht. (Foto Oliver Oppitz)

Für ihre Rolle in Mirjam Ungers Spielfilm Maikäfer flieg! (AT 2016), der Christine Nöstlingers gleichnamigem Roman nachempfunden ist und die Diagonale’16 eröffnete, wurde Ursula Strauss abermals mit dem Diagonale-Schauspielpreis bedacht. „Ursula Strauss spielt die resolute Mutter in Maikäfer flieg! so natürlich, dass man ihr Spiel gar nicht als Spiel wahrnimmt. Sie geht so in dieser Rolle auf, dass sie uns die historische Barriere zum Stoff vergessen lässt. Ihre Körperlichkeit und ihre Sprache verwurzeln uns in dieser Zeit. Die akribische Vorbereitung auf diese Rolle lässt sie sich in keiner Minute anmerken. Das ist hohe Schauspielkunst mit enormer Leichtigkeit und Präzision“, hielt die Jury 2016 fest.

Schauspielerin Ursula Strauss bei einer Diagonale-Eröffnung (Foto Diagonale / Pelekanos)
Schauspielerin Ursula Strauss bei einer Diagonale-Eröffnung (Foto Diagonale / Pelekanos)

Ursula Strauss
Der große TV-Durchbruch kam für Strauss mit der Rolle der Kommissarin Angelika Schnell in Schnell Ermittelt. Die Serie wurde rasch zu einer der erfolgreichsten Serien des ORF. 
Die in Niederösterreich aufgewachsene Strauss ist vierfache Romy-Preisträgerin. 2012 erhielt sie den Österreichischen Filmpreis. Beim Festival International de Programmes Audiovisuels in Biarritz wurde Strauss 2018 mit dem FIPA d’Or als beste Schauspielerin geehrt. Im Sommer 2018 spielte Strauss die Brunhild in der Uraufführung von Siegfrieds Erben bei den Festspielen Worms und wurde dafür mit dem Mario-Adorf-Preis ausgezeichnet.

Gemeinsam mit Stefan Ruzowitzky steht Ursula Strauss seit 2013 der Akademie des österreichischen Films als Präsidentin vor. Die 2009 gegründete Akademie hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Leistungen der heimischen Filmbranche zu fördern und entsprechend zu würdigen sowie deren Anliegen zu kommunizieren und mitzutragen.  Mit Wachau in Echtzeit kuratiert Ursula Strauss etwa seit 2012 ihr eigenes Festival in und rund ihre Heimatstadt Melk.

Großes Beitragsfoto: Ursula Strauss im Drama ‚Oktober November‘ (Foto coop99 / Spielmann Film)

www.diagonale.at    

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