NABUCCO VON GIUSEPPE VERDI IM STEINBRUCH ST. MARGARETHEN 2022

Oper im Steinbruch St. Margarethen 2022: Nabucco - Bühnenbild. ( Foto Andreas Tischler)In der Saison 2022 steht mit „Nabucco“ ein zeitloses Meisterwerk von Giuseppe Verdi auf dem Spielplan. Das Werk, das bereits 1996 als überhaupt erste Oper im Steinbruch gezeigt wurde,  stand zuletzt 2007 in St. Margarethen am Programm. Nun kehrt es als Neuinszenierung in die einzigartige Felsenlandschaft des  Steinbruchs zurück. Premiere feiert die Produktion am 13. Juli 2022. 

Oper im Steinbruch St. Margarethen 2022: Nabucco. Kostüme Pepe Corzo, Inszenierung Francisco Negrin und Bühnenbild Thanassis Demiris. (Foto Andreas Tischler)
Oper im Steinbruch St. Margarethen 2022: Nabucco. Kostüme Pepe Corzo, Inszenierung Francisco Negrin und Bühnenbild Thanassis Demiris. (Foto Andreas Tischler)

Ein internationales Leading Team sorgt für Operngenuss auf höchstem Niveau. Regieführen wird dabei der preisgekrönte, spanische Regisseur Francisco Negrin. Er ist sowohl in der Oper, als auch in der Welt der Stadion- und Arenaveranstaltungen tätig und gilt als einer der besten Regisseure der Welt. Negrin macht in seiner  Neuinszenierung den Steinbruch selbst zum Protagonisten des Geschehens: Seine Einzigartigkeit reflektiert die spezielle Weltsicht der jüdischen Gemeinschaft innerhalb der Oper, die eng mit ihrer Umwelt verbunden ist. Die Babylonier dagegen dringen in die Natur ein und zerstören sie. „Das Stück handelt von einer dekadenten Gesellschaft, die Mensch und Natur zerstört. Der Steinbruch selbst ist natürlich von sich aus Teil der Natur, er ist ein Produkt der Natur.
Und die jahrzehntelange Tradition, in St. Margarethen  Passionsspiele aufzuführen, demonstriert ja auch, dass hier eine tiefe Verbindung zwischen Landschaft und Spirituellem existiert“, erklärt Francisco Negrin. 

Die Kritik am naturfeindlichen Lebensstil der babylonischen Gesellschaft wird auch visuell ausgedrückt: Passend zum  Hintergrund vom Bühnenbild von Thanassis Demiris – der in den USA, Großbritannien und Tschechien Architektur studierte – steht im Zentrum der Bühnenkonzeption der fortschreitende Bau eines
monumentalen babylonischen Palastes. Auch die teils minimalistisch-schlichten, teils futuristischen Kostüme des Kostümbildners Pepe Corzo spiegeln perfekt die verschiedenen Gesellschaften wider. Corzo bringt seine Entwürfe folgendermaßen
auf den Punkt: „Das Kostümdesign orientiert sich stark an der babylonischen Kultur und Kunst, an überlieferten Beispielen von Architektur, Symbolik oder Skulpturen. In ,Nabucco‘ gibt es zwei Universen: Babylon ist geprägt von Exzess, Arroganz,  Macht,  Größenwahn und Gier. Im Gegensatz dazu repräsentiert die jüdische Welt in der Inszenierung Schlichtheit, Verbundenheit zu Natur und Umwelt.“ Der südamerikanische Art-Director, Kostüm- und Bühnenbildner wirkte bereits an renommierten Opern- und Theaterhäusern in aller Welt. Sein Stil zeichnet sich speziell durch experimentelle, spielerische und farbenfrohe Kostümdesigns aus.

Nabucco in der Oper im Steinbruch St. Margarethen 2022: Premiere am 13.7.2022. Pepe CORZO (Kostüm), Thanassis DEMIRIS (Bühne), Francisco NEGRIN (Regie). (Foto Andreas Tischler)
Nabucco in der Oper im Steinbruch St. Margarethen 2022: Premiere am 13.7.2022. Pepe CORZO (Kostüm), Thanassis DEMIRIS (Bühne), Francisco NEGRIN (Regie). (Foto Andreas Tischler)

Alvise Caselatti dirigiert hochkarätiges Starensemble
Mit dem Dirigenten Alvise Caselatti steht wieder ein ausgewiesener Spezialist für italienische Opern am Pult der Oper im Steinbruch. Er ist Gründer und Musikdirektor von „Opera Italiana is in the Air“, das seit 2017 die Schönheit der italienischen Opernmusik für jedermann zugänglich macht. Unter seiner Leitung wird das Piedra Festivalorchester und ein Ensemble aus internationalen  SpitzensängerInnen die melodisch und rhythmisch mitreißende Partitur zum Lodern bringen, mit der der junge Verdi das Erbe seiner Vorgänger Rossini, Bellini und Donizetti antrat. Zuletzt hat Alvise Caselatti „Nabucco“ mit großem Erfolg am Mariinsky Theater in St. Petersburg dirigiert. 

Nabucco wird vom amerikanischen Bariton Lucas Meachem verkörpert, der sich die Partie mit Aris Argiris und Leo An teilt. Meachem debütierte in der Spielsaison 2007/08 an der New Yorker Metropolitan Opera als General Rajewsky („Krieg und Frieden“) und ist nun in der laufenden Saison als Marcello in „La Bohème“ zu hören. Auch in Europa sang er bereits an den bedeutendsten Opernhäusern. Der Nachwuchsstar Leo An war in diesem Jahr  bereits als Ping in Giacomo Puccinis Turandot in der Oper im Steinbruch zu sehen. Nabuccos Tochter Fenena verkörpern alternierend die aus Slowenien stammenden Mezzosopranistin Monika Bohinec und Marie Luise Dreßen. Monica Bohinec gilt seit der Saison 2011/2012 als unverzichtbares Ensemblemitglied der Wiener Staatsoper. Für die Rolle der Abigaille konnten die international gefeierten Sopranistinnen Evgenia Muraveva, Ewa Płonka und Astrik Khanamiryan verpflichtet werden. Bei den Salzburger Festspielen war Muraveva u. a. 2017 als Katerina Lwowna Ismailowa („Lady Macbeth von Mzensk“) zu erleben und sang 2019 die Titelrolle der Tosca an der Wiener Staatoper.

Oper im Steinbruch St. Margarethen 2022: Nabucco. Thanassis Demiris, der in den USA, Großbritannien und Tschechien Architektur studierte, zeichnet für das Bühnenbild verantwortlich. (Foto Andreas Tischler)
Oper im Steinbruch St. Margarethen 2022: Nabucco. Thanassis Demiris, der in den USA, Großbritannien und Tschechien Architektur studierte, zeichnet für das Bühnenbild verantwortlich. (Foto Andreas Tischler)

Die polnisch-amerikanische Sopranistin Ewa Płonka gab in diesem Jahr bei der erfolgreichen „Turandot“-Inszenierung im Steinbruch St. Margarethen ihr gefeiertes Österreich-Debüt und wird am 29. Dezember als Lady Macbeth an der Mailänder Scala zu sehen sein, wo sie sich Titelrolle der Verdi-Oper mit Anna Netrebko teilt.
Die Partie des Ismaele wird von den Tenören Jinxu Xiaohu sowie Carlos Osuna gespielt. Beide sind Ensemblemitglieder der Wiener Staatsoper und durften unter niemand geringerem als Plácido Domingo in Verdis „Macbeth“ wirken. Zaccaria wird von Jongmin Parkund Nicola Ulivieri intoniert. Park brillierte zuletzt in Aida
an der Arena di Verona. Amélie Hois konnte für die Rolle der Anna gewonnen werden sowie Ivan Zinoviev für den Oberpriester des Baal und David Jagodic für Abdallo. Der Philharmonia Chor Wien fungiert wie in den letzten Jahren unter der bewährten Leitung von Walter Zeh.

Daniel Serafin, Künstlerischer Direktor der Oper im Steinbruch, freut sich auf die kommende Spielsaison: „Giuseppe Verdis prachtvolle Musik, eine mitreißende Geschichte und die Freude, ein hochkarätiges Ensemble präsentieren zu können, sind mein Antrieb für die kommende Spielsaison. Glauben Sie mir, diese Inszenierung von ,Nabucco‘ wird uns alle verzaubern. Gemäß den Worten ,Flieg‘, Gedanke, auf goldenen Flügeln` des berühmten Gefangenenchores ziehen unsere Gedanken schon heute in dieses einzigartige Erlebnis.“

Großes Beitragsfoto: PK Oper im Steinbruch St. Margarethen 2022.  Stefan Ottrubay, Direktionsrat der Esterhazy Stiftungen, Francisco Negrin und Direktor Daniel Serafin. (Foto Andreas Tischler)

www.operimsteinbruch.at 

Share Button

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*