Equal Racing Day: Wie Equal Play den Motorsport neu denkt

"Equal Racoing Day": Thomas Muster an der Strecke. (Foto Jürgen Hammerschmid)Equal Racing Day: Wie Equal Play den Motorsport neu denkt. Mit dem Equal Racing Day, der am 1.6.2026 am Red Bull Ring über die Bühne und Rennstrecke ging, erweiterte die Initiative Equal Play von win2day und den Österreichischen Lotterien ihren Fokus erstmals gezielt auf den Motorsport.

"Equal Racing Day": Georg Wawer, Corinna Kamper-Campisi, Ivonn Simeonova und Alex Wurz. (Foto Jürgen Hammerschmid)
„Equal Racing Day“: Georg Wawer, Corinna Kamper-Campisi, Ivonn Simeonova und Alex Wurz. (Foto Jürgen Hammerschmid)

Der Grund dafür ist klar: Kaum eine Sportart ist bis heute so männlich geprägt wie der Motorsport. Frauen sind im Spitzenbereich weiterhin massiv unterrepräsentiert, Sichtbarkeit fehlt ebenso wie strukturelle Fördermodelle und klare Entwicklungspfade.

Genau hier setzt Equal Play an.

„Mit Equal Play wollen wir nicht nur Aufmerksamkeit schaffen, sondern konkrete Zukunftsthemen im Sport sichtbar machen. Gerade im Motorsport sehen wir enormes Potenzial – aber auch strukturelle Hürden, die bis heute bestehen. Unser Ziel ist es, Sichtbarkeit und Vorbilder zu schaffen und jene Menschen zusammenzubringen, die aktiv an Veränderung arbeiten“, so Erwin van Lambaart, Vorstandsvorsitzender der Österreichischen Lotterien.

Equal Racing Day: Jakob Seeböck, Corinna und Danilo Kamper-Campisi. (Foto Jürgen Hammerschmid)
Equal Racing Day: Jakob Seeböck, Corinna und Danilo Kamper-Campisi. (Foto Jürgen Hammerschmid)

Warum Frauen im Motorsport noch immer unterrepräsentiert sind
Gemeinsamen mit heimischen Motorsportgrößen wie Corinna Kamper-Campisi und Alexander Wurz, Österreichs Nachwuchshoffnung Ivonn Simeonova, Vertreterinnen des internationalen Förderprogamms „More than Equal“ und prominenten Unterstützer:innen wie Virginia Ernst, Conny Kreuter, Thomas Muster, Danilo Campisi, Verena-Katrien Gamlich und Jakob Seeböck wurde im Rahmen des Equal Racing Days nicht nur selbst Rennluft geschnuppert, sondern vor allem eine zentrale Frage gestellt: Warum sehen wir trotz Talent, Leistungsfähigkeit und wissenschaftlicher Erkenntnisse noch immer so wenige Frauen an der Spitze des Motorsports?

„Die Diskussion darüber, ob Frauen Motorsport auf höchstem Niveau betreiben können, sollte längst vorbei sein. Entscheidend ist nicht das Geschlecht, sondern ob Talente früh erkannt, professionell gefördert und auf ihrem Weg unterstützt werden“, stellte Alexander Wurz, ehemaliger Formel-1-Fahrer und Motorsport-Experte, klar.

"Equal Racing Day": Alexander Wurz, Thomas Muster, Danilo und Corinna Kamper-Campisi, Conny Kreuter, Ivonn Simeonova, Georg Wawer, Fran Longstaff, Jakob Seeböck und Virginia Ernst. (Foto Jürgen Hammerschmid)
„Equal Racing Day“: Alexander Wurz, Thomas Muster, Danilo und Corinna Kamper-Campisi, Conny Kreuter, Ivonn Simeonova, Georg Wawer, Fran Longstaff, Jakob Seeböck und Virginia Ernst. (Foto Jürgen Hammerschmid)

More than Equal: Wissenschaft statt Vorurteile
Die internationale Initiative More than Equal, von Karel Komárek und David Coulthard ins Leben gerufen, beschäftigt sich genau mit dieser Frage. Ihr Ziel: die erste weibliche Formel-1-Weltmeisterin zu entwickeln. Die wissenschaftlichen Erkenntnisse zeigen dabei klar: Frauen bringen die körperlichen und kognitiven Voraussetzungen für Spitzenleistungen im Motorsport absolut mit. Die größten Hürden liegen oft nicht im Talent, sondern im System – etwa bei Sichtbarkeit, Zugängen, Förderung, Netzwerken und Finanzierung.

"Equal Racing Day": Alexander Wurz, Corinna Kamper-Campisi, Ivonn Simeonova, Georg Wawer, Fran Longstaff. (Foto Jürgen Hammerschmid)
„Equal Racing Day“: Alexander Wurz, Corinna Kamper-Campisi, Ivonn Simeonova, Georg Wawer, Fran Longstaff. (Foto Jürgen Hammerschmid)

„Die wissenschaftliche Evidenz zeigt klar, dass Frauen das Potenzial für Spitzenleistungen im Motorsport mitbringen. Die Herausforderung besteht nicht darin, Talent zu finden, sondern darin, die richtigen Entwicklungswege, Förderstrukturen und Chancen zu schaffen, damit sich dieses Potenzial entfalten kann“, erklärte Dr. Fran Longstaff, Chief Innovation Officer bei More than Equal.

Sichtbarkeit als Motor für Veränderung
Auch Corinna Kamper-Campisi sieht die größten Herausforderungen weniger auf der Rennstrecke: „Wer heute im Motorsport erfolgreich sein möchte, braucht Talent, harte Arbeit und das richtige Umfeld. Gerade für junge Fahrerinnen ist Sichtbarkeit entscheidend, denn sie schafft Vorbilder, Aufmerksamkeit und letztlich auch neue Möglichkeiten“, war sich die ehemalige Rennfahrerin sicher.

"Equal Racing Day" mit Corinna Kamper-Campisi und Verena-Katrien Gamlich. (Foto Jürgen Hammerschmid)
„Equal Racing Day“ mit Corinna Kamper-Campisi und Verena-Katrien Gamlich. (Foto Jürgen Hammerschmid)

Kommt die erste weibliche Formel 1 Weltmeisterin aus Österreich?
Mit Nachwuchshoffnung Ivonn Simeonova, die Teil des More than Equal Förderprogramms ist, wurde beim Equal Racing Day gleichzeitig sichtbar, dass bereits eine neue Generation an Talenten heranwächst – eine Generation, die nicht mehr nur um Sichtbarkeit kämpft, sondern um den Weg an die Spitze. „Programme wie More than Equal zeigen jungen Fahrerinnen, dass große Träume im Motorsport realistisch sein können. Für meine Generation ist es wichtig zu sehen, dass es Menschen gibt, die an uns glauben und uns auf diesem Weg unterstützen. Und mein Ziel ist klar: Ich möchte die erste weibliche Formel 1 Weltmeisterin werden“, zeigte sich die erst 15jährige Ivonn Simeonova selbstbewusst.

"Equal Racing Day" - auch Nachwuchshoffnung Ivonn Simeonova war mit am Start. (Foto Jürgen Hammerschmid)
„Equal Racing Day“ – auch Nachwuchshoffnung Ivonn Simeonova war mit am Start. (Foto Jürgen Hammerschmid)

Der Equal Racing Day war keine klassische Motorsport-Veranstaltung, sondern eine Plattform für gesellschaftliche Veränderung, Sichtbarkeit und Zukunftsperspektiven im Sport.

Denn die Zukunftsfrage lautet nicht mehr, ob Frauen im Motorsport mithalten können – sondern wie lange sich der Motorsport noch leisten kann, auf dieses Potenzial zu verzichten.

Großes Beitragsfoto: Equal Racing Day: Alexander Wurz, Thomas Muster, Danilo und Corinna Kamper-Campisi, Conny Kreuter, Ivonn Simeonova, Georg Wawer (win2day), Fran Longstaff (More than Equal), Jakob Seeböck, Virginia Ernst (Foto Jürgen Hammerschmid)

 

 

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